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Bad Schwartau Indische Aula heißt wie Süsels Kirche
Lokales Bad Schwartau Indische Aula heißt wie Süsels Kirche
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22:15 23.06.2017
In blauer Schuluniform geht es in Darjeeling zur Schule. Den Kindern gefällt es hier, wie das Lachen der beiden Jungen zeigt. Quelle: Fotos: L. Und M. Meininghaus

Diese Geschichte klingt, als hätte sie ein fantasiebegabter Drehbuchschreiber erfunden. Doch sie ist wahr: Im fernen Darjeeling im indischen Bundesstaat Westbengalen trägt eine neu errichtete Schulaula seit einigen Wochen den Namen St.-Laurentius-Hall – als Dank und Anerkennung für engagierte Bürger aus Süsel, deren Kirchengemeinde ebenfalls nach dem römischen Diakon und Märtyrer benannt ist.

Dank der Unterstützung aus Deutschland konnte in Darjeeling die St.-Laurentius-Hall gebaut werden.

Alles begann damit, dass Michael Meininghaus im April 2009 eine Motorradtour durch Indien machte. Sein Tourguide war Rohit Andrew Pradhan, der neben seinem Broterwerb als Reiseführer noch sehr viel ehrgeizigere Ziele verfolgte: Er hatte in seiner Heimat – der weltbekannten Teeanbauregion Darjeeling – eine Schule für Kinder aus sozial schwachen Familien gegründet. „Ich war von seinem Vorhaben und seiner Persönlichkeit so beeindruckt“, berichtet Meininghaus, „dass wir beschlossen, in Verbindung zu bleiben.“

Der Buchhändler aus Süsel war nicht der erste Kontakt nach Deutschland: Bereits 2004 fand Rohit Andrew Pradhan bei Trekking- Urlaubern aus Nordrhein-Westfalen Gehör, die daraufhin den Verein „Darjeelinghilfe Dortmund“ ins Leben riefen und mit Spenden maßgeblich zum Erfolg der indischen Initiative beitrugen. Im Juni 2015 trafen sich die Dortmunder auf dem Süseler Kirchenfest mit den dortigen Unterstützern (die LN berichteten), Rohit Andrew Pradhan persönlich informierte als Gast über den Stand seines Projektes.

In diesem Jahr flogen Mitglieder aus Dortmund sowie Michael Meininghaus und sein Sohn Lukas nach Darjeeling, um dort ein ganz besonderes Fest zu feiern: Sie waren als Ehrengäste zur feierlichen Eröffnung der neuen Schulaula eingeladen, die zu einem erheblichen Teil mit Spenden aus Deutschland finanziert wurde. Und weil die Süseler besonders eifrig zum Erfolg beigetragen hatten, trägt die Halle jetzt den gleichen Namen wie die Süseler Kirche.

Die Reise wurde für alle Beteiligten zu einem unvergesslichen Erlebnis. Rohit Andrew Pradhan erwartete die deutschen Gäste am Flughafen von Bagdogra am Rande des Himalaya. Vier Stunden dauerte die Fahrt im Taxi nach Darjeeling. Am Tag darauf folgte eine Rundreise durch Sikkim mit Besuchen von buddhistischen Klöstern und christlichen Schulen. „Dann beteiligten wir uns an den Vorbereitungen für den großen Tag“, erzählt Meininghaus. 250 Kinder, Eltern, Lehrer und Gäste fanden Platz in der neuen Aula. „Zur Eröffnung gab es ein dreistündiges Programm, in dem von Rotkäppchen über Theater bis hin zu Bollywood Dance nichts fehlte“, berichtet der Süseler. Der Schulleiter habe besonders den Handwerkern für ihre harte Arbeit gedankt. Sämtliche Teile des Projektes wurden von Hand erstellt, „eine Meisterleistung in den verschiedenen Gewerken“.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Gäste aus Deutschland über den Erfolg der Schule: Inzwischen gehen 120 Schülerinnen und Schüler zum Unterricht. „Die Süseler Gäste übergaben eine 1000-Euro-Spende von der Laurentius-Kirchengemeinde an Rohit Andrew Pradhan. „Sie wird für den Bau von Toilettenanlagen verwendet“, kündigt Meininghaus an. Die Schule sei eine von zwei in Darjeeling, die über fließendes Wasser verfüge. „Die Kinder werden in den Grundlagen der Hygiene unterrichtet, um künftig Krankheiten einzudämmen.“ Eines ist Meininghaus noch wichtig zu erwähnen: Sämtliche Reisen wurden von den Teilnehmern aus eigener Tasche bezahlt. Von den Spendengeldern wird jeder Cent für die Schule verwendet.

Weitere Informationen über die Unterstützer-Organisation gibt es im Internet unter www.darjeelinghilfe.de.

Eckhard Meier

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