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Bad Schwartau Info-Markt zur Ostküstenleitung nur mäßig besucht
Lokales Bad Schwartau Info-Markt zur Ostküstenleitung nur mäßig besucht
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20:53 06.10.2017
Sie lehnen die 380-kV-Pläne von Tennet ab: Wolfgang Hielscher (rechts) und Jörn Funck. Quelle: Fotos: S. Prey

Die umstrittene 380-kV-Leitung soll nach Pläne von Tennet weiter über den Pariner Berg verlaufen. Der Widerstand in Bad Schwartau und in Groß Parin ist groß. Zumal die von Tennet geplante Leitung von Lübeck-Siems nach Pohnsdorf gar nicht erforderlich ist. Selbst die Bundesnetzagentur hat jüngst ermittelt, dass die Auslastung mit nur 13 Prozent deutlich unter 20 Prozent liegt. Die aber wären für eine wirtschaftliche Nutzung erforderlich. „Die Leitung ist nicht notwendig, aber wirksam – so lautet jetzt die absurde Rechtfertigung“, sagt Reimer Schley, der unlängst mit vielen anderen Mitstreitern der Bürgerinitiative „Achtung 380 kV“ an Wochenmarkttagen in Bad Schwartau Unterschriften gesammelt hat. „Die Leute sind entsetzt“, sagt Schley, der bei dem Info-Markt in der Krummlandhalle auch an einem eigenen Stand seine Sicht der Dinge den Besuchern erklären durfte. Katrin Kubatz, Referentin für Bürgerbegleitung bei Tennet: „Das hat schon gute Tradition, dass wir auch andere Meinungen bei unseren Info-Märkten zulassen.“ Das sei nicht zuletzt der Grund dafür, warum das Dialogverfahren bislang so gut verlaufen sei.

Die Firma Tennet hatte jetzt zu einem Info-Markt in Sachen Ostküstenleitung eingeladen. Die Resonanz in der Krummlandhalle hielt sich allerdings in Grenzen. Kein Wunder, denn viel Neues gab es nicht zu berichten und das ungemütliche Wetter dürfte auch Besucher ausgebremst haben.

An Stellwänden wurde in der Krummlandhalle der derzeit geplante Leitungsverlauf in den einzelnen Gemeinden dargestellt. „Wir haben insbesondere im Bereich Ratekau den Verlauf verändert“, sagt Till Klages. Der Tennet-Projektleiter für Planung und Genehmigung hofft, dass dadurch auch die Kritik weniger wird. „Wir gehen jetzt nicht mehr großflächig durch den Wald, sondern haben die Leitung nach Süden Richtung Sereetz verlegt“, berichtet Klages. Aber auch da zeichnet sich Widerstand ab. „Hier geht die Leitung direkt über die Orchideenwiese. Es ist utopisch, dass da die Leitung verlaufen könnte“, berichtet Jörn Funck, Vorsitzender des Umweltschutzvereins Sereetz. Er betont, dass die Trassengegner die Energiewende nicht blockieren wollen. „Es müssen aber die Dimensionen gewahrt bleiben und keine Naturschutzgebiete zerstört werden“, sagt Funck. Das sieht Wolfgang Hielscher von der BUND-Kreisgruppe Ostholstein ähnlich: „Wenn die Notwendigkeit vorhanden ist, müssen 220-kV-Leitungen gebaut werden, aber dann bitte unter der Erde und im Bereich von Wegen und nicht auf Naturflächen.“

Von Sebastian Prey

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