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Bad Schwartau Island als Inspiration für „Ausschnitte“
Lokales Bad Schwartau Island als Inspiration für „Ausschnitte“
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18:33 01.11.2017
Die Werke in der aktuellen Ausstellung von Karin Klindwort sind in den vergangenen zwei Jahren entstanden. Die Bilder, für die sich die Künstlerin bei ihrer Island-Reise inspirieren lassen hat wie die, vor denen sie hier steht, sind allerdings erst wenige Monate alt. Quelle: Fotos: Doreen Dankert

Inzwischen ist es die zehnte Ausstellung von Karin Klindwort im Bad Schwartauer Museum, „und wahrscheinlich wird das hier in diesem Haus wohl auch meine letzte Ausstellungs sein“, vermutet die Künstlerin. Geplant ist, dass das Museum ins Amtsgerichts-Gebäude am Markt ziehen soll. Der Zeitplan ist aber recht offen.

Es war immer schon ihr Ding – die Kunst. Hunderte von Bildern hat Karin Klindwort im Laufe ihres Lebens gemalt. Die jüngsten ihrer Werke sind jetzt im Museum der Stadt Bad Schwartau zu sehen in der Ausstellung „Ausschnitte“. Zur Schau gehören Bilder und Objekte.

Inspirieren lassen hat sich Karin Klindwort für diese aktuelle Ausstellung im Grunde von den Begebenheiten des Lebens. Ihres Lebens. Von der ganz eigenen Wahrnehmung dessen, was in ihrem Leben passiert (ist). Deshalb gehören zu den rund zwei Dutzend Kunstwerken auch Apothekenbilder. Die Prägung durch ihren Beruf der Pharmazeutin spiegelt sich da wieder. Bei diesen Bildern hat Karin Klindwort eine neue Technik angewandt: die Transferlithographie. „Das sind Bilder“, erklärt die Künstlerin, „die eine innere Struktur haben, die entstehen langsam und nicht spontan wie die anderen Bilder.“ Mit den anderen Bildern meint Karin Klindwort die großformatigen, auf berührende Weise energiegeladenen Werke, in denen die Künstlerin ihre Eindrücke von ihrer Island-Reise in diesem Sommer auf die Leinwand gebannt hat. Und das muss man sich dann ungefähr so vorstellen: In ihrem Atelier in Bad Schwartau dreht Karin Klindwort erst einmal laut die Musik von Georg Friedrich Händel auf.

„Ich liebe Musik von Händel, besonders beim Malen, Händel ist mein Favorit“, verrät die Künstlerin. Dann trinkt sie einen Espresso – und los geht es. „Aber nicht mit einem kleinen Pinsel“, erklärt sie, „sowas geht hier nicht, da muss man richtig ausholen“ – und das tut sie dann auch mit vollem Körpereinsatz zu Demonstrationszwecken. Leidenschaft nennt man das, wenn jemand aufgeht in dem, was er tut. Und wer wirklich weiß, was das ist, wird sie entdecken können, diese Leidenschaft, wenn er oder sie die Bilder von Karin Klindwort betrachtet.

Leidenschaft beweist die Bad Schwartauerin, die eigentlich aus Eutin kommt, aber schon vor langer, langer Zeit ihrer großen Liebe nach Bad Schwartau folgte, bei den Bildern, die „langsamer“

entstehen. Dann läuft aber nicht Händel, sondern eine Oper oder andere klassische Musik.

Wie tief Island Karin Klindwort beeindruckt hat, lässt sich an ihren Schilderungen ablesen: „Die gehen da mit vielen Dingen ganz anders um als wir“, beschreibt Karin Klindwort, „Strom kostet da fast nichts und wenn man da unterwegs ist, werden einem die Füße ganz warm, weil durch den vulkanischen Untergrund die Wärme aus dem Boden kommt.“

„Island I“, „Island II“, „Weiß nicht“, die „Islandsaga“ und auch das „Wikinger-Frühstück“ sind in der Folge dieser Reise entstanden. Acrylfarbe, Ölfarbe und Pigmente nutzt Karin Klindwort. Und manchmal auch selbstgeformte Kupfernägel oder Beton für Objekte wie zum Beispiel „Amanda Betoni“, die in der Ausstellung in unmittelbarer Nähe des Bildes „Der gläserne Mensch“ zu finden ist. Dieses Bild, das einen skeptischen Blick auf das Thema Datenschutz wirft, hängt gleich neben dem „Verlorenen Paradies“ – einer farbenprächtigen Mahnung dafür, „wie die Menschen die Welt zerstören“. Und schließlich hat Karin Klindwort auch die 380kV-Leitung in einem ihrer Bilder verewigt mit dem Titel „Zerstörende Energiewende“.

Jedes Bild hat seine eigene Geschichte. Und Karin Klindwort, die sich die Techniken der Malerei im Übrigen in zahlreichen Lehrgängen – darunter 13 mal bei einem renommierten Künstler in Belgien – angeeignet hat, wird diese Geschichten gern erzählen. Denn während der Ausstellung, die bis zum 30. November geht, wird die Künstlerin jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr im Museum anwesend sein und Fragen der Besucher beantworten. Falls Besucher das eine oder andere Kunstwerk gern ihr Eigen nennen möchten – die Preise bewegen sich in etwa zwischen 150 und 1600 Euro.

Das Museum hat geöffnet dienstags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr

Von Doreen Dankert

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