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Bad Schwartau Japaner zu Gast bei Asklepios
Lokales Bad Schwartau Japaner zu Gast bei Asklepios
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20:53 13.10.2017
Geschäftsführer Stefan Meiser und Chefarzt Dr. Ingo Meßer mit der japanischen Delegation. Quelle: Fotos: Sebastian Prey
Bad Schwartau

Klinik-Geschäftsführer Stefan Meiser und Chefarzt Dr. Ingo Meßer sind mittlerweile schon erprobt mit Besucher-Delegationen aus Fernost. Bereits zum vierten Mal wird die Reha-Klinik am Kurpark von einer Mitarbeiter-Gruppe der Kamachi Group auf ihrer Europareise besucht. „Für die Mitarbeiter ist die Teilnahme an der Reise eine Auszeichnung, und für uns ist der Besuch der Gruppe auch eine Auszeichnung“, sagt Meiser. Bei der Eröffnungsrunde in der „Olive“ mit Kaffee und Lübecker Marzipan geben Meßer und Meiser eine Kurzübersicht zur Klinik und stellen die Abläufe vor. Besonders beim Thema Kosten und Geschwindigkeit sowie Eigenverantwortung der Patienten trennen Deutschland und Japan Welten. Dabei ist das Gesundheitswesen in Japan ähnlich strukturiert. Doch die japanische Mentalität schlägt voll aufs Gesundheitswesen durch. So liegt der durchschnittliche Aufenthalt in einer Reha-Klinik in Japan nach einer Hüft-OP bei satten drei Monaten. „Wir haben die Patienten gerade einmal drei Wochen bei uns“, berichtet Meßer den überraschten Gästen. Dass die Reha in Japan so lange dauert, ist der Einstellung geschuldet, dass Patienten erst wieder entlassen werden, wenn sie bei vollen Kräften sind – sprich niemandem in der häuslichen Umgebung zur Last fallen und auch wieder beruflich voll da sind.

Kopenhagen, Hamburg, München und Bad Schwartau. Das sind die Stationen einer zehnköpfigen Delegation aus Japan. Gestern stand der Informationsbesuch in der hiesigen Asklepios Klinik am Kurpark an. Eine Auszeichnung, denn die Einrichtung ist ein Reha-Vorzeigehaus.

Privater Anbieter

Die Kamachi Group besitzt und betreibt insgesamt 16 Kliniken. Das Unternehmen gehört zu den stärksten privaten Anbietern von Rehabilitationsleistungen in Japan. Neben sechs Akutkliniken in der Region Kyushu gehören zur Gruppe zehn Rehabilitationskliniken in der Region Tokio.

Riesig sind auch die Unterschiede bei den Abläufen in den Kliniken. Die Gäste aus Japan, die von Yasuko Mimuro aus Hamburg gedolmetscht wurden, staunen bei dem Gang über das Klinik-Gelände nicht schlecht. Dass sich Patienten vollkommen allein und mit Gehhilfen eigenständig zu den jeweiligen Anwendungen begeben, ist in Japan nicht üblich und undenkbar. Meßer: „Jeder Patient wird dort überall hin begleitet. Die werden geschützt wie in einem Kokon.“

Entsprechend hoch sind auch die Kosten. Für die monatliche Unterbringung in einer japanischen Reha-Klinik müssen rund 16 000 Euro aufgewendet werden, das entspricht einem Tagessatz von rund 530 Euro.

Meiser: „Bei uns kostet die Unterbringung und Behandlung am Tag etwa 120 Euro.“ Bei solchen Zahlen werden die japanischen Gäste besonders hellhörig, denn die einwöchige Reise mit kleinen Sightseeing-Einlagen in den Städten und einem Besuch auf der Zugspitze dient ja nicht dem reinen Vergnügen. Am Ende sollen die Japaner von den Deutschen lernen, Strukturen zu verbessern und vor allen Dingen Kosten zu senken.

Sebastian Prey

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