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Bad Schwartau „Jeder Einsatz ist eine Herausforderung“
Lokales Bad Schwartau „Jeder Einsatz ist eine Herausforderung“
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18:25 09.06.2016
Andreas Keuchel aus Lübeck (r.) mit seinem Wäller „Mailo“ freut sich mit dem Team über den neuen Anhänger. Quelle: Fotos: Irene Burow

Die Rettungshundestaffel aus Stockelsdorf freut sich über einen neuen großen Anhänger für die Tiere: In sechs Boxen können die Tiere mitfahren. „Wir benötigen ihn besonders für Ausbildungsfahrten, Prüfungsveranstaltungen, Präsentationen und Öffentlichkeitsarbeit“, erklärt der Vorsitzende der Staffel, Axel Schaak. Er hat ein großes Staufach und ein Belüftungssystem.

Die Rettungshundestaffel aus Krumbeck hat jetzt einen neuen Anhänger für die Tiere.

„Zwei Personen zu suchen, ist relativ selten.“Axel Schaak, Vorsitzender der Staffel

Spendiert hat den Anhänger die Friedrich Bluhme und Else Jebsen-Stiftung. „Der hat 7000 Euro gekostet und wurde von einer Minenspürhunde-Einheit der Bundeswehr übernommen“, berichtet andreas Gurth von der Stiftung. Wenn es hart auf hart kommt, kann er auch für größere Einsatzlagen verwendet werden. Doch normalerweise fahren die Mitglieder mit ihren Tieren nicht gesammelt zum Ort des Geschehens, sondern dezentral mit ihren Privatfahrzeugen.

Die Staffel kommt immer dann zum Einsatz, wenn Menschen verloren gegangen sind: „Bei 30 Prozent handelt es sich um Senioren, und bei den restlichen 70 Prozent leider um Menschen mit suizidalen Absichten“, sagt Axel Schaak. Vor rund zehn Jahren sei das Verhältnis noch umgekehrt gewesen. In diesem Jahr hat es bisher zwölf Einsätze gegeben. Gerade am vergangenen Wochenende wurde es brisant:

Am Sonnabend ist in Lübeck eine nicht ortskundige 58-Jährige mit einem einjährigen Kind vermisst worden. Sie waren von einem Spaziergang nicht zurückgekehrt. Die Truppe rückte um 23 Uhr aus zum Hochschulstadtteil; ging mit acht Flächensuchhunden und einem Personenspürhund in den Einsatz. Gegen 1.30 Uhr erreichte die Polizei dann ein Hinweis eines aufmerksamen Taxifahrers und die Vermissten konnten durch die Polizei in Krummesse aufgegriffen werden. Sie waren zehn Kilometer weit gelaufen. „Dass zwei Personen gleichzeitig gesucht werden ist relativ selten“, weiß Schaak. Doch diesmal ist es gut ausgegangen. Üblich sind für die Stockelsdorfer zwischen 20 und 30 Einsätze pro Jahr. „Natürlich ist es besonders schön, wenn wir jemanden finden. Bei 30 Einsätzen ist das in zwei bis drei Fällen so. „Das ist eine recht hohe Quote“, erklärt er. Flächensuchhunde sind darauf spezialisiert, jede Person auf einem Terrain von 20000 bis 30000 Quadratmetern aufzuspüren. Für die gleiche Fläche würden ungefähr 50 bis 80 Personen benötigt werden, um das Gebiet flächendeckend in der gleichen Zeit abzusuchen. Personenspürhunde oder sogenannte Mantrailer suchen immer eine ganz bestimmte Person anhand eines Gegenstandes, an dem der Geruch der vermissten Person haftet. „Jeder Einsatz ist eine Herausforderung“, sagt Schaak. Einer der spektakulärsten ereignete sich wohl im Oktober 2013: Das Backsteingebäude, in dem die frühere Diskothek „Alte Scheune“ untergebracht war, stürzte in sich zusammen. Es hatte seit Jahren leer gestanden und doch war nicht klar, ob sich Menschen – zum Beispiel Obdachlose – in dem Gebäude befanden. Am Ende wurde jedoch niemand gefunden.

Der Verein Rettungshundestaffel Schleswig-Holstein Ost mit Sitz in Krumbeck ist Mitglied im Bundesverband Rettungshunde. Er ist 1999 gegründet worden und hat derzeit etwa 20 Mitglieder. Als eine von über 80 Staffeln im Bundesgebiet ist diese im Bereich Lübeck und Ostholstein im Einsatz. Zwei bis drei Jahre werden die Hunde ausgebildet und müssen mehrere Prüfungen ablegen. Die Mitglieder trainieren mit ihren Tieren zweimal in der Woche. Es ist sinnvoll bei der Hundestaffel anzufangen, wenn die Hunde noch möglichst jung sind. Praktisch jeder kann bei dem Verein mitmachen.

Irene Burow

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