Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Jetzt starten wir beruflich durch
Lokales Bad Schwartau Jetzt starten wir beruflich durch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:15 03.08.2015
Ausbildung zur Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice: Agit Yildiz (li., 20) und Heiko Jungen (24) sind dabei.
Bad Schwartau

„Azubi“ steht in weißen Lettern auf seinem blauen T-Shirt: Timo Müller hat heute als Auszubildender seinen ersten Tag in dem Fachgeschäft „Drahtesel Fahrräder“ am Markt in Bad Schwartau. Doch so ganz neu ist er dort gar nicht mehr: „Ich habe schon um Ostern rum hier ein Praktikum gemacht“, berichtet der 16-Jährige. „Und als ich meinen Ausbildungsvertrag hatte, habe ich bis zum ersten August nebenberuflich im Geschäft gearbeitet.“

So weiß er nun schon im Großen und Ganzen, wie der Hase läuft. Er plant, bei „Drahtesel Fahrräder“ in zwei Jahren den Verkäufer zu machen, danach noch ein Jahr zum Einzelhandelskaufmann anzuhängen.

Doch in einem Fahrradgeschäft zählt natürlich nicht nur das Verkaufen, sondern auch ein wenig das Technische: Die Drahtesel reparieren muss der Bad Schwartauer im Zweifelsfall auch können. Das gefällt ihm jedenfalls besser als an Autos zu tüfteln: „Ich hatte schon eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker angefangen“, sagt Timo Müller. „Aber da habe ich schon in der Probezeit gemerkt, dass das nicht so mein Ding ist.“

Zwar war auch für den 20-jährigen Lennart Hey gestern der erste Ausbildungstag beim Bestattungsunternehmen Dabringhaus in Stockelsdorf, doch der allererste Tag in diesem Unternehmen war es ebenfalls nicht für den jungen Mann. Bereits im Juni hat Lennart Hey hier ein zweiwöchiges Praktikum absolviert, „damit er sieht, ob er zu uns passt, und damit wir sehen, ob wir zu ihm passen“, sagt Stefan Dabringhaus, Inhaber des Bestattungsunternehmens. In dieser Branche ist nämlich nicht nur eine hohe Arbeitsbereitschaft und Organisationstalent gefragt, sondern auch ein besonders hohes Einfühlungsvermögen. Während des Praktikums hat sich sehr schnell herausgestellt, dass es passt. Und so ist Hey der Ausbildung wegen aus der Nähe von Bremen nach Stockelsdorf gezogen. Hier erhält er genau genommen zwei Ausbildungen — einmal die zum Bestatter, aber Schwerpunkt wird die Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement sein. Drei Jahre wird das dauern. „Ziel ist es“, so Dabringhaus, „dass Herr Hey schnellstmöglich alle Arbeitsabläufe so gut kennenlernt, dass wir ihn bald voll mit einsetzen können.“ Auf dem Programmplan des ersten Tages stand gestern für Lennart Hey unter anderem eine so genannte Hausüberführung. Ein Verstorbener wurde aus Lübeck in die Räume von Dabringhaus nach Stockelsdorf überführt. „Ich weiß ganz genau, was in diesem Beruf auf mich zukommt“, so Hey, der dabei ruhig, gelassen und freundlich bleibt.

Ganz oben auf der To-do-Liste für Rainer Pehlgrim, Betriebsleiter im Stockelsdorfer Elektrohaus Beth, stand gestern, die drei neuen Auszubildenden in puncto Sicherheit zu unterweisen. Allein das hat zweieinhalb Stunden gedauert. „Jeder Mitarbeiter, der hier anfängt, kriegt zuerst eine solche Unterweisung“, so Pehlgrim. Das gilt auch für Lara Holst, 16 Jahre alt und angehende Kauffrau für Büromanagement. Die beiden anderen Azubis, Heiko Jungen (24) und Agit Yildiz (20) werden zu Fachkräften für Möbel- , Küchen- und Umzugsservice ausgebildet. Auch diese Ausbildung dauert drei Jahre.

Neben fundierten Kenntnissen auf dem Gebiet der Elektrotechnik müssen die beiden jungen Männer auch ganz ordentlich mit anpacken können. Waschmaschinen oder Herde von A nach B wuchten — und dann eben auch fachmännisch anschließen.

Das sind aber noch lange nicht alle Auszubildenden, die in diesem Jahr neu bei Elektro Beth anfangen. Am 1. September kommen noch zwei weitere dazu: angehende Elektroniker. Eigentlich wollte diese Firma fünf Elektroniker-Azubis in diesem Jahr einstellen, „aber wir haben leider noch drei offene Stellen“, so Pehlgrim, der Bewerber sogar noch bis zum 1. Oktober dieses Jahres nehmen würde.

Aber warum sind diese drei Stellen noch unbesetzt? Es habe viel zu wenige Bewerber gegeben, so Pehlgrim. Von diesen seien „einige ungeeignet gewesen“. Und von den Geeigneten haben sich dann manche letztlich für einen anderen Ausbildungsplatz entschieden.

Noch viele Stellen frei
700 Lehrstellen sind laut Handwerkskammer Schleswig-Holstein zum Ausbildungsstart noch „Leerstellen“: Für sie wird noch ein passender Azubi gesucht. Mit der Lehrstellenbörse der Handwerkskammern Lübeck und Flensburg soll jungen Schulabgängern die Suche nach dem passenden Arbeitsplatz erleichtert werden. Lehrstellen aus über 130 Berufen von A wie Augenoptiker bis Z wie Zweiradmechatroniker sind hier im Angebot. Mehr Infos im Internet unter: http://bit.ly/1M0Mp5q

Doreen Dankert und Lena Schüch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Asklepios: Reihe „Medizin im Dialog“ wird fortgesetzt.

03.08.2015

Seit mehr als 30 Jahren ist der Rassegeflügelzuchtverein Bad Schwartau Gastgeber der Kleintier- und Pflanzenbörse.

03.08.2015

Zwei Frauen (22 und 68 Jahre alt) wurden am Sonntag leicht verletzt.

03.08.2015