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Bad Schwartau Keine Fördermittel: Gymnasien in der Warteschleife
Lokales Bad Schwartau Keine Fördermittel: Gymnasien in der Warteschleife
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21:15 29.03.2016
Die Grundschule Cleverbrück im Cleverhofer Weg muss dringend um vier Räume erweitert werden.
Bad Schwartau

Die Osterferien werden die Schulleiter der beiden städtischen Gymnasien in Bad Schwartau aktuell nicht so recht genießen. Grund: Der Zustand „ihrer“

Für die Sanierung der Fachräume am Leibniz fließt kein Geld aus dem Sonderprogramm des Bundesbauministeriums — Ausschuss stoppt Auftrag zur Dachsanierung am GaM.

Schulgebäude ist teilweise desaströs, aber die notwendigen finanziellen Mittel werden immer noch nicht bereitgestellt. Entsprechend haben jetzt Hans-Joachim Werner, Schulleiter des Leibniz-Gymnasiums, sowie Amira Yassine, stellvertretende Schulleiterin am Gymnasium am Mühlenberg (GaM), im Ausschuss für Bildung und Jugend dafür geworben, endlich Geld in die Hand zu nehmen.

„Wir kämpfen für die naturwissenschaftlichen Räume schon seit fünf Jahren. Der Zustand wird immer unhaltbarer. Seit einem Jahr liegen die Pläne vor. Wann geht es denn nun endlich los?“ wollte Werner wissen. Eine Antwort bekam der Schulleiter nicht. „Wir sind nicht dafür zuständig. Das liegt in den Händen des Bauausschusses“, erklärte der Ausschuss-Vorsitzende Carsten Dyck (CDU). Der Bauausschuss hatte jüngst auf ein Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung gesetzt. Daraus wollte man rund 1,6 Millionen Euro abgreifen, sodass die Stadt für die Sanierung der naturwissenschaftlichen Räume nur noch 1,9 Millionen Euro hätte übernehmen müssen. Doch der Antrag ging ins Leere. „Das Förderprogramm war 15-fach überzeichnet. 1000 Projekte mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro haben Förderungen beantragt. Zur Verfügung standen aber nur 140 Millionen Euro“, erklärte Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU) und betonte, dass der negative Bescheid nicht an der Verwaltung gelegen habe. „Wir haben auch keine Fristen versäumt. Der Andrang war einfach zu groß.“

Noch nicht um Millionen ging es bei der Diskussion um das GaM, das über kurz oder lang komplett neu saniert oder neu gebaut werden muss. Das marode Schulgebäude in der Ludwig-Jahn-Straße wird seit Jahren nur geflickt. Und das mit mäßigen Erfolg — es regnet an vielen Stellen durch. Entsprechend hat die Verwaltung eine komplette Dachsanierung für rund 80000 Euro vorgeschlagen. Schuberth:

„Egal, welche Konsequenzen aus dem Schulentwicklungsplan gezogen werden. Das Gebäude ist städtisch und muss instandgehalten werden. Die 80000 Euro sind gut angelegtes Geld.“ Genauso argumentierte auch die CDU-Fraktion um Ellen Brümmer: „Es geht nicht um eine grundsätzliche Entscheidung, sondern darum, dass Gebäude zu erhalten.“ SPD, WBS und Grüne sehen zwar auch Handlungsbedarf, scheuen sich aber so viel Geld auszugeben. Da half auch der eindringliche Appell von Amira Yassine nichts. „Wir haben für den Sommer wieder Anmeldezahlen für vier neue Klassen. Welches Zeichen wird da gesetzt, wenn es weiterhin durch das Dach regnet?“ fragte die amtierende Schulleiterin. Mit einer Stimme Mehrheit wurde der Antrag jedoch in den Bauausschuss verwiesen. Das Gremium soll im Mai nun darüber befinden, ob das Dach nicht doch noch einmal geflickt oder komplett saniert werden muss. „Wenn wir jetzt das Dach teuer sanieren und am Ende zu dem Schluss kommen, dass das GaM abgerissen werden muss, landen wir im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes. Da habe ich keine Lust drauf“, sagte Jörg-Reiner Zacharias (WBS).

Trotz dieser negativen Entscheidungen verlor Odert Schwarz von der Grundschule Cleverbrück nicht den Mut, um für zusätzliche Räume zu werben. „Wir haben jetzt schon zu wenig Räume und die Schülerzahlen werden weiter wachsen. Aktuell haben wir 251 Kinder, in zwei Jahren werden es wohl um die 300 sein“, sagte Schwarz. Der Grüne Konrad Rahe, der selbst am Leibniz-Gymnasium unterrichtet, sprang Schwarz mit einem flammenden Plädoyer zur Seite. „Wir reden und diskutieren immer nur über die Gymnasien. Der Sanierungsstau an der Grundschule ist gewaltig. Da hat sich praktisch in den letzten 50 Jahren nichts verändert“, so Rahe. Entsprechend gab der Ausschuss einstimmig grünes Licht, ein Büro zu beauftragen, um Pläne für eine Gebäudeerweiterung zu erstellen.

Von Sebastian Prey

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