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Bad Schwartau Keine „Inseln“ ohne Autos: Poller bleiben weg
Lokales Bad Schwartau Keine „Inseln“ ohne Autos: Poller bleiben weg
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19:14 22.06.2016
Die Anwohner haben ihre Kritik noch einmal vor dem Gremium am Dienstagabend vorgetragen. Quelle: ibu

Die Anwohner-Proteste gehen ins Leere: Der Bauausschuss der Gemeinde Stockelsdorf hat der Poller-Regelung in den Wohngebieten eine Absage erteilt. Somit werden aller Voraussicht nach im Gertrud-Groth-Ring, im Le-Portel-Ring und zwischen der Teichstraße und Hermannstraße nicht erneut Poller aufgestellt. Die Pfeiler waren versuchsweise für ein Jahr entfernt worden. Verkehrsmessungen haben ergeben, dass das Aufkommen an Fahrzeugen nicht signifikant gestiegen ist.

Im Ausschuss machten die Anwohner ihrem Ärger dennoch noch einmal Luft. Sie fragten sich „was tut die Gemeinde denn zum Wohle der Bürger, das Risiko zu entkräften?“, da die Aggressivität gestiegen sei. Auch wurde noch einmal betont, dass es durch das Neubaugebiet zu Mehrverkehr komme und auf gerader Strecke die Bereitschaft aufs Gaspedal zu treten wesentlich größer sei. Bei den Messungen sei zudem nur die Anzahl an Fahrzeugen genannt worden, nicht aber die maximal erreichten Geschwindigkeiten, lautete weitere Kritik. Oder ob die jetzige Regelung der im B-Plan festgelegten entspreche:

Dass die Hermannstraße als verkehrsberuhigter Bereich geführt wird. „Ja das ist berücksichtigt“, machte es Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann kurz. „Das ist ein Problem in der gesamten Gemeinde.

In allen Dorfschaften geht es darum. Das ist ein gesellschaftspolitisches Problem.“ Die Anwohner im Gertrud-Groth-Ring würden mit ihrem verkehrsberuhigten Bereich bereits den größten Schutz genießen, den man vergeben könne. „Mehr kann man als Gemeinde nicht machen“, so Rahlf-Behrmann.

Zum Vergleich sagte sie, gebe es im Hohlweg im Schnitt 200 Autos pro Stunde, in den Hauptverkehrsadern zwischen 2000 bis 3000 Fahrzeuge pro Stunde. Bei rund vier Fahrzeugen (siehe Infokasten) „bitte ich um Verständnis, dass wir in Stockelsdorf keine Insel haben können. Ich bin dafür, dass die Poller nicht wieder aufgestellt werden“. Wolfgang Hantel (Grüne) betonte, dass die Messungen vom Kreis vorgenommen wurden. „Bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen handelt es sich in der Regel um Anwohner. Es wäre also angebracht, an die Bewohner zu appellieren.“ Er halte den Aufwand der Bürger für übertrieben. „Das hat auch mit Klimaschutz zu tun“, ergänzte Holger Matthusen (CDU). „Die Umwege kosten Zeit und Benzin, wenn sie das mal hochrechnen.“ Ralf Labeit (SPD) kann es zwar verstehen, dass die Anwohner „ihr Refugium wieder herstellen möchten. Aber ich gehe da selbst jeden Tag längs und habe nur selten das Glück , einen Autofahrer zu treffen“.

Einzig Stephan Passemann (FDP) und Gerald Tretow (Grüne) plädierten für die Poller. „Bei der Zählung einen Durchschnittswert zu nehmen, finde ich nicht zielführend. In der Rush-Hour sei das etwas ganz anderes“, so Tretow. „Wohnen hat Vorrang vor Straßenverkehr“, sagte Passemann. Am Ende half es nichts, der Ausschuss stimmte über die Poller einzeln ab, aufgestellt wird demnach dennoch keiner.

Ergebnisse

Die Messungen: Le-Portel-Ring: 2,7 Fahrzeuge pro Stunde (Geschwindigkeit: 17 bis 33 Kilometer pro Stunde). Gertrud-Groth-Ring: 4,2 Fahrzeuge pro Stunde (23 bis 40 km/h).

Teichstraße/Hermannstraße: 4,9 Fahrzeuge pro Stunde (26 bis 49 km/h). Die zulässige Grenze in verkehrsberuhigten Bereichen von 1000 Fahrzeugen in 24 Stunden wird nach diesen Messungen, die im September durchgeführt wurden, bei Weitem nicht erreicht.

Irene Burow

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