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Keine Medaillen, aber Gelassenheit

Stockelsdorf Keine Medaillen, aber Gelassenheit

Ja, es war echt, das Schwert, das kürzlich zum Einsatz kam beim Lehrgang der Aikido-Abteilung des ATSV. Und es war nicht nur echt, dieses Samuraischwert, sondern auch noch verdammt scharf. Der große Meister demonstrierte damit die hohe Schule der Kampfkunst.

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Sich vom Meister etwas abgucken – darum ging es beim Lehrgang zum 30-jährigen Jubiläum der Aikido-Sparte in Stockelsdorf. Der Meister Martin Krüger (li. 6. Dan) zeigt, wie der Angriff mit dem Samuraischwert von Aikido-Trainer Hans-Martin Rasch erfolgreich abgewehrt werden kann.

Quelle: Fotos: Doreen Dankert

Stockelsdorf. Etwas lernen – darum ging es zunächst vor allem bei diesem Lehrgang, der mit rund 30 Aikido-Kämpfern in der Sporthalle der Gerhart-Hauptmann-Schule stattfand. Mit dabei waren Sportler aus befreundeten Vereinen in Groß Grönau, Krummesse, Rostock und Kiel – und natürlich dem gastgebenden ATSV Stockelsdorf. Der Lehrgang unter Leitung von Martin Krüger, eines Meisters, der den 6. Dan trägt, war an diesem Tag aber nur das „Vorspiel“ vor einer geselligen Feier, die dann im Gemeindehaus in der Lohstraße folgte. Der Grund: Die Aikido-Abteilung des ATSV Stockelsdorf feiert ein rundes Jubiläum: 30 Jahre.

LN-Bild

Ja, es war echt, das Schwert, das kürzlich zum Einsatz kam beim Lehrgang der Aikido-Abteilung des ATSV. Und es war nicht nur echt, dieses Samuraischwert, sondern auch noch verdammt scharf. Der große Meister demonstrierte damit die hohe Schule der Kampfkunst.

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Zu Zeiten der Gründung fanden sich 22 Anhänger dieser japanischen Kampfkunst in Stockelsdorf zusammen. Heute sind es rund 55 vom Kindes- bis zum Seniorenalter. Gegründet hat die Stockelsdorfer Aikido-Sparte Klaus Krüger, der inzwischen schon über 80 Jahre alt ist. Während seiner aktiven Aikido-Zeit schaffte es Krüger bis zum Meistergrad des 8. Dan. Und sein Sohn, der in seine Fußstapfen tritt, hat bereits den 6. Dan. Sein Sohn, das ist Martin Krüger, der Aikido-Meister, der den Lehrgang zum Aikido-Jubiläum in Stockelsdorf leitet.

Wenn man sich in der Halle, die komplett mit Matten ausgelegt ist, so umschaut, dann erkennt man schnell, dass Aikido eine männerdominierte Sportart zu sein scheint. „Ja, das ist so“, erklärt Astrid Meier, die 2010 die Spartenleitung von Klaus Krüger übernommen hat. „Das Verhältnis Männer zu Frauen liegt bei 90 zu 10“, ergänzt Astrid Meier, „aber ich kann überhaupt nicht verstehen, warum das so ist, denn das ist eine sehr schöne Sportart – auch für Frauen.“ Vielleicht denken viele – nicht nur Frauen – , dass es eine harte Sportart sei und das Fallen jedes Mal Schmerzen bereitet? Astrid Meier lacht. „Nein, das Fallen tut überhaupt nicht weh. Das richtige Fallen wird gleich am Anfang trainiert. Und wenn man weiß, wie man richtig fällt, tut das überhaupt nicht weh.“

Aikido – entstanden aus einer Mischung verschiedener Judo-Techniken – könne für Frauen im Idealfall dazu dienen, „nebenbei“ Fähigkeiten zur Selbstverteidigung zu erwerben.

Das, was Aikido von anderen Kampfkünsten unterscheidet, ist, dass es kein Wettkampfsport ist. Die Aikido-Philosophie verbietet das. Die sportliche Weiterentwicklung geschieht in Seminaren oder Lehrgängen. Und wer eine andere, höherwertige, Gürtelfarbe anstrebt, meldet sich zu einer Prüfung an.

„Dass man in dieser Sportart keine Medaillen oder Pokale gewinnen kann“, so hat es der Aikido-Gründer Klaus Krüger einmal erklärt, „ hat einen tieferen Sinn. Ein Sieg über andere kann zu Hochmut führen, und eine Niederlage zu Frustration – genau deshalb ist Aikido frei vom Wettkampfdruck.“ Denn das normale Leben biete schon reichlich Erfahrungen an Siegen und Niederlagen.

Und noch etwas zeichnet die Aikido-Sportler aus. Sichtbar wird das für jene, die die Handlungen der Aikido-Sportler wahrnehmen können: Sie wirken kraftvoll und zugleich ruhig, entspannt und gelassen.

Und vor allem respektvoll sich selbst und anderen gegenüber. An der Verneigung zur Begrüßung, zum Abschied, vor und nach jedem Kampf wird das deutlich. „Das ist eine Geste des Respekt vor dem Anderen“, erklärt Astrid Meier. „Und es ist Verneigung und keine Verbeugung. Wir beugen uns vor niemandem.“

Insofern scheint Aikido für noch etwas gut zu sein: für’s Selbstbewusstsein.

Von Doreen Dankert

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