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Bad Schwartau Keine Panik: Stunden ohne Strom
Lokales Bad Schwartau Keine Panik: Stunden ohne Strom
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10:08 17.05.2018
In Bereitschaft: Mit rund 20 Kameraden wartet der stellvertretende Gemeindewehrführer Benny Wendt (l.) im Feuerwehrhaus Fünfhausen auf Hilfseinsätze. Quelle: Fotos: Dankert/mertz/prey
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Bad Schwartau /Stockelsdorf

Nachdem nach zwei Stunden des buchstäblichen Tappens im Dunkeln immer noch nicht absehbar war, wann wieder Strom fließen und damit auch Licht und die elektronische Kasse wieder funktionieren würde, hat der Bad Schwartauer Schuhhaus-Inhaber Stefan Klindwort seine Mitarbeiter nach Hause geschickt. „Bei dem Wetter freuen sich doch alle über einen freien Nachmittag“, sagte Klindwort gelassen. Andere Einzelhändler wurden des Wartens ebenfalls überdrüssig und schlossen vorzeitig ihre Geschäfte. Auch im Kaufhaus Matzen blieben die Türen geschlossen. Gelassenheit auch bei der Mannschaft der Sparkasse Holstein. „Nichts geht mehr“, sagte Sparkassen-Chef Olaf Nelle, der sich auch keine Sorgen um die Sicherheit gemacht hat. „Ohne Strom kommt keiner an Geld“, sagte Nelle.

Großflächiger Blackout am Mittwoch Mittag in Bad Schwartau, Stockelsdorf, Lübeck und in anderen Teilen des Landes. Bei Arbeiten am Umspannwerk Stockelsdorf an der L 184 gab es einen kräftigen Knall und das Stromnetz war tot – für rund drei Stunden. Einschränkungen gab es vor allem bei Einzelhändlern.

Die Feuerwehren in Bad Schwartau und Stockelsdorf wurden mit Beginn des Stromausfalls umgehend in Bereitschaft versetzt. Im Feuerwehrhaus Fünfhausen bereitete sich der stellvertretende Gemeindewehrführer Benny Wendt mit rund 20 Kameraden auf mögliche Notfalleinsätze vor. Auch die Feuerwehr Groß Parin kam nach einem ersten kleinen Hilfseinsatz dazu. „Wir haben den Reiterhof mit Wasser für die Pferde versorgt. Die Pumpe für den Brunnen war dort ausgefallen“, berichtete Brandmeister Thorsten Reichert. Die Feuerwehr Bad Schwartau/Rensefeld wurde während des Stromausfalls zu fünf Einsätzen gerufen. Unter anderem sollten Personen in einem Fahrstuhl in der Schmiedekoppel feststecken. „Die konnten sich aber selbst befreien", erklärte Wendt. Gemeindewehrführer Lars Wellmann war ständig in Kontakt mit dem Bad Schwartauer Rathaus, das über ein Notstromaggregat verfügt. Der Büroleitende Beamte Hans-Peter Toll: „Die Technik hat funktioniert. Der Dieselgeruch war aber nicht so angenehm.“ Gemeinsam mit Wellmann kontaktierte Ordnungsamtsleiter Bernd Kubsch die Kliniken und Alten- und Pflegeheime in der Stadt. „Die waren alle gut aufgestellt und meldeten keine Probleme“, sagt Kubsch, der aber viele aufgeregte Bürger beruhigen musste. „Da sieht man aber auch mal, wie sehr abhängig wir doch von dem Strom sind und wie unterschiedlich Menschen in solch einer ungewohnten Situation damit umgehen.“ Aushelfen konnte das mit Notstrom versorgte Bad Schwartauer Rathaus einer benachbarten Apotheke, die teure Medikamente zum Kühlen vorbeibrachte. Bernd Kubsch: „So hilft man sich halt in Bad Schwartau.“

Alle Wehren in der Großgemeinde Stockelsdorf waren im Einsatz oder auf Standby. Auch die Feuerwehr Horsdorf, die zurzeit nach dem Brand am 13. April immer noch nicht einsatzbereit ist. „Der Wehrführer von Horsdorf hat sich zu Hause hingesetzt und die Stellung gehalten“, erklärte Gemeindewehrführer Günter Volgmann. Jede der elf Wehren in Stockelsdorf sei mit mindestens zwei Personen im Gerätehaus vor Ort gewesen bis zur „Auflösung der Situation“, so Volgmann. Und dieser Zeitpunkt war erst lange nachdem der Strom wieder lief. „Im Zentralort Stockelsdorf gibt es noch relativ starke Stromschwankungen“, erklärte Volgmann, nachdem Licht und Funknetz wieder funktionierten. Die rund 20-köpfige Feuerwehr-Führungsmannschaft wurde im Haus der Wehr Mori stationiert. 90 Minuten nach dem Stromausfall wurde jeweils eine Feuerwehrmannschaft abkommandiert zum Senioren- und Therapiezentrum Eichenhof und dem Alten- und Pflegeheim in der Dorfstraße, „um kritische Punkte vor Ort mit Strom zu versorgen“, so Volgmann.

 sep/dd

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