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Bad Schwartau Kirchturm-Klettern und Kürbis-Kalkül
Lokales Bad Schwartau Kirchturm-Klettern und Kürbis-Kalkül
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21:18 02.09.2013
Ab in luftige Höhen: Olivia (11) klettert mutig die 20 Meter lange Strickleiter am Kirchturm empor. Quelle: Fotos: Wegner

Sie feiern, spielen und tanzen — und das selbst bei strömendem Regen. Wenn die Curauer Kirchengemeinde ihr Sommerfest feiert, dann kommt der ganze Ort. „Und das schlechte Wetter gehört ja schon fast dazu“, nimmt es Pastor Hans-Joachim Merker mit Humor, dass traditionell zum Sommerfest auch die Regenwolken kommen.

Trotz widriger Bedingungen warten im Kirchgarten an jeder Ecke Attraktionen für die hunderte kleinen und großen Besucher. „Am coolsten ist das Bogenschießen“, findet der neunjährige Steffen, während er zufrieden eine frisch gebackene Waffel in der Hand hält. Auch der elfjährige Nick lässt sich von Jörn Zacharias zeigen, wie man mit Pfeil und Bogen umgeht. „Ein Naturtalent“, urteilt Zacharias, der gemeinsam mit Hendrik Lierke das Schießen organisiert, als der Elfjährige im Nu mit fast jedem Pfeil die Scheibe trifft. „Auf jeden Fall total gut, ich habe das erst einmal vorher mit einer Armbrust gemacht“, ist auch Nick begeistert.

Für die elfjährige Olivia geht es derweil hoch hinaus: Wer keine Höhenangst hat, kann wie die Lübeckerin an einer Strickleiter am Kirchturm bis zu 20 Meter in die Höhe klettern. „Da wird einem ganz schön mulmig, wenn man runter schaut“, gibt Olivia zu.

Etwas besonderes hat sich auch Hans Schomacker ausgedacht: Die Besucher können gegen den Landwirt im „Kalaha“ antreten. „Das ist ein uraltes Spiel, das heute fast nur noch in Afrika gespielt wird“, erzählt der Gemüsegärtner und fügt scherzhaft hinzu: „Vermutlich hat es sogar Jesus schon gespielt.“ Jeder Spieler hat sechs mit Kugeln gefüllte Kisten. Statt Kugeln gibt es bei Schomacker einfach Kürbisse — die sehen fröhlicher aus und sind zudem aus eigenem Anbau. Jeder muss versuchen, durch taktisch kluges Spiel seine Kisten leer zu bekommen und möglichst viele Kürbisse in seinem „Kalaha“

zu sammeln. Sabine Böttcher tritt gegen Schomacker an und schlägt sich für den Anfang nicht einmal schlecht. Doch gegen den Landwirt hat kaum einer eine Chance. „Sie haben ja auch mehr Erfahrung als ich“, scherzt Sabine Böttcher und versucht es dennoch weiter.

Realistische Gewinnchancen haben die Besucher dagegen am Nagelbrett. In Anlehnung an Martin Luther, der einst seine Thesen an die Kirchentür nagelte, können die Besucher hier ihre Namen an einem Nagel in ein großes Brett schlagen. „Wer am Ende die richtige Stelle erwischt, hat Glück“, erklärt Merker, „zu gewinnen gibt es unter anderem Kinokarten.“

Auch in der Kirche ist einiges los: Der Vorraum hat sich in ein Fotostudio verwandelt. Vor einer roten Leinwand werden Bilder von den Besuchern gemacht, anschließend kann ein gewünschter Hintergrund vom Holstentor bis zum Eifelturm ausgesucht werden. Im Altarraum zeigen derweil die „Sereetzer Spatzen“ ein Musical über Freundschaft. Mit tollen Kostümen und jeder Menge Freude zeigen die Jungen und Mädchen, dass auch Giraffen und Zebras trotz ihrer Unterschiede befreundet sein können.

Anschließend führen „De vergnögten Danzlüüd“ aus Sarau Volkstänze auf und sorgen damit für jede Menge gute Stimmung. Im Kirchgarten schwingen die Besucher dann auch gleich selbst das Tanzbein. Zwei DJs sorgen bis spät in die Nacht für die passende Musik. Zwischendurch spielt die Band „Knallkoem“ aus Dissau. „Gefeiert wird bis nach Mitternacht“, weiß Merker schon aus Erfahrung. Und so ist es auch dieses Mal. Erst gegen ein Uhr geht das gelungene Sommerfest zu Ende.

„Das schlechte Wetter gehört dazu.“
Pastor Hans-Joachim Merker nimmt den

Regen mit Humor

Maike Wegner

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