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Bad Schwartau Klein Parin feiert 700-jähriges Bestehen
Lokales Bad Schwartau Klein Parin feiert 700-jähriges Bestehen
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20:51 09.10.2017
Bürgervorsteher Harald Werner überbrachte den Klein Parinern die Glückwünsche der Gemeinde Stockelsdorf, zu der das Dorf seit 1949 gehört. Quelle: Fotos: Ilka Mertz
Klein Parin

Das Wildschwein, von einem Sohn des Dorfes eigens für das Jubiläumfest erlegt, war noch nicht ganz durch. Aber bis zum Verzehr standen ja noch einige Reden und Grußwörter an, so dass der Grill noch eine Zeit lang seine Arbeit verrichten konnte.

700 Jahre Klein Parin – monatelang hatten sich die Bewohner des Dorfes auf dem Pariner Berg auf diese Feier vorbereitet. Festakt am Tage, abends dann eine Party im Feuerwehrhaus, das Programm stand lange fest. Und dann wurde es kurz vor Beginn des Festaktes doch ein wenig hektisch.

Dorfvorsteher Dirk Eigen begrüßte die mehr als 60 Gäste, darunter die Vorsteher der neun anderen Stockelsdorfer Dorfschaften, Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann und Bürgervorsteher Harald Werner. Gleich zu Beginn erinnerte Eigen an das verstorbene Dorfvorstandsmitglied Horst Rabenecker, „der heute bei uns ist, denn er hatte die Idee zu dem Jubiläumsfest“. Wenn es Klein Parin vermutlich auch deutlich länger gebe als seit 1317, „wollten wir die Zahl, die auf unserem Stein steht, nicht vergehen lassen, ohne was draus zu machen“. Im Jahr 1317 jedenfalls wurde der Ort jedenfalls das erste Mal urkundlich erwähnt. Sowohl Dirk Eigen als auch Harald Werner blicken bei diesem Fest zurück auf die zwar ruhige, aber doch wechselhafte Geschichte des Ortes, der einst etwa 50 mittlerweile 173 Einwohner hat, der mal der Lübecker Petrikirche geschenkt wurde und später zum Fürstentum Oldenburg zählte. Seit 1949 gehört die Dorfschaft zur Gemeinde Stockelsdorf.

Deshalb ließ Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann zwar Harald Werner den Vortritt beim Grußwort, es sich aber nicht nehmen, das Geschenk der Gemeinde persönlich zu überreichen: einen Präsentkorb für den Dorfvorstand und einen Eichenzweig – symbolisch für eine Eiche, die in diesem Winter in der Dorfmitte gepflanzt werden soll. Auch wenn da wohl erst entwässert werden müsse, wie eine ortskundige Anwohnerin lautstark anmerkte. Eine schnelle Bestätigung Harald Werners, der gelobt hatte: „Vieles, was Klein Parin lebenswert macht, wurde durch gemeinsame Anstrengungen der Klein Pariner selbst erreicht.“ Es gebe eine große Verbundenheit der Klein Pariner mit ihrer Dorfschaft.

Noch eine weitere Verbundenheit prägt das Leben der Klein Pariner. Dass das Dorf verwaltungstechnisch zur Gemeinde Rensefeld gehörte, ist schon seit Jahrzehnten Vergangenheit, „wir sind aber immer noch Richtung Bad Schwartau orientiert“, so Dirk Eigen. Und eine Konstante gibt es diesbezüglich auch: Klein Parin gehört noch immer zur Kirchengemeinde Rensefeld. „Und darüber sind wir auch sehr froh “, betonte Pastor Arne Kutsche. Es sei sehr befruchtend, mit den Menschen in den Dorfschaften zu tun zu haben und präge den ländlichen Charakter der Kirche Rensefeld. „Sie stehen in Freude und Leid zusammen, das möge so bleiben“, so der Appell des Pastors, bevor er dem Wunsch, das zu verzehrende Wildschwein zu segnen, zwar nicht nachkommen konnte, aber lächelnd bat: „Das Schwein möge gar sein.“ Und so war es denn auch: Der Pastor konnte das rustikale Büfett mit Wildschwein und Würstchen, Kartoffeln und Kraut eröffnen.

Bis in den Abend feierten die Klein Pariner und ihre Freunde, gingen nach Hause und kamen wieder, tranken braunes Bier und Korn, dass es ein Fest war. „Ich bin sehr zufrieden und positiv überrascht, dass das Interesse da ist und so viele Besucher gekommen sind, um mit uns zu feiern“, so das Fazit des Dorfvorstehers.

Von Ilka Mertz

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