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Bad Schwartau Kriminalität: Diebstahl aus Autos und Betrug weit vorn
Lokales Bad Schwartau Kriminalität: Diebstahl aus Autos und Betrug weit vorn
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21:42 19.06.2016
Wenn Sönke Meyer aus Lübeck in Bad Schwartau einkaufen geht, schließt er das Auto immer ab und lässt keine Wertsachen liegen. Nicht alle Bürger achten gut genug darauf. Quelle: Irene Burow

Unglaublich, aber wahr: Die Kriminalpolizei hat im vergangenen Jahr im Großraum Bad Schwartau viele Diebstähle aus unverschlossenen Autos registriert. „Das ist wirklich auffällig gewesen“, sagt die Leiterin der Kriminalpolizeistelle Bad Schwartau, Kirsten Beuck. Rund 150 Fälle waren das in Bad Schwartau und Stockelsdorf. „Wir dachten erst, es sei eine Ausnahme. Aber offenbar tun sich junge Menschen regelmäßig zusammen und sind so abgebrüht, die Straßen abzugehen und an den Fahrzeugen zu gucken, ob sie abgeschlossen sind.“ Oftmals werden die Navigationsgeräte entwendet, und „man kann sich nur wundern, wie viel Bargeld die Menschen im Auto haben. Manchmal mehrere hundert Euro“, so Beuck.

Zuständig für Zehntausende

82000 Menschen leben im Zuständigkeitsbereich der Bad Schwartauer Schutzpolizei: in Bad Schwartau und Stockelsdorf, Ahrensbök, Scharbeutz, Timmendorfer Strand und Ratekau. Die Kriminalpolizei beackert ebenso einen relativ großen Bereich, neben Bad Schwartau und Stockelsdorf auch Ratekau, Pansdorf und Timmendorfer Strand.

Stark verbreitet ist zudem das Thema Betrug. So sei es kaum zu glauben, wie leichtgläubig die Menschen seien, erklärt sie, „und wie schnell der Kopf ausgeschaltet wird, wenn es ums Geld sparen geht“.

Das ziehe sich durch alle Altersgruppen. Besonders am Telefon würden die Menschen bereitwillig Auskunft geben. „Das passiert relativ häufig und ist schwer aufzuklären“, sagt Kirsten Beuck. „Gott sei Dank sind die meisten aber so pfiffig und gehen nicht zur Bank. Es gibt aber auch Menschen, die ziemlich hohe Bargeldbeträge zu Hause haben.“ Aus diesem Grund sei es heutzutage nicht mehr sinnvoll, im Telefonbuch zu stehen.

Darüber hinaus hält sich die Kriminalität aber in Grenzen. „Wir leben hier sicher“, sagt die Kripo-Beamtin. In Ostholstein seien die Straftaten laut Statistik zurückgegangen – um 566 Fälle oder vier Prozent. „Das klingt nicht viel, aber jede Straftat, die nicht begangen wurde, ist gut.“ Es gebe sehr wenige Gewaltdelikte in Bad Schwartau. Die Vergewaltigung am Bahnhof konnte zumindest zeitnah aufgeklärt und der junge Mann verurteilt werden. Die Wohnungseinbruchdiebstähle seien insgesamt rückläufig, doch auch hier seien die Menschen noch zu gutgläubig. „Sie lassen zum Beispiel die Terrassentür offen, wenn sie hinten im Garten sind.“

Neben vielen kleinen Unfällen, „Bagatellkarambolagen“, bescheinigt Andreas Block, Leiter des Polizeireviers in Bad Schwartau, eine steigende Cyber-Kriminalität. „Es ist wirklich viel geworden. Daran ist zu arbeiten, Tür und Tor sind dafür geöffnet.“ Vor allem handele es sich dabei, ebenso wie bei Telefonbetrug, um unauffällige kriminelle Aktivitäten. „Wenn solche Vorfälle erst Tage später angezeigt werden, wird es nicht einfacher“, mahnt er. Es sei leicht auffällig, dass ältere Menschen betroffen sind. Aber es werde bereits entgegengewirkt: „Der Sicherheitsberater für Senioren leistet hervorragende Arbeit“, sagt Andreas Block. Ganz allgemein sei die Arbeit in der Stadt vorzeigbar.

Die beiden Beamten hatten kürzlich im Hauptausschuss über die Auffälligkeiten ihrer Arbeit berichtet. Sie weisen darauf hin, wirklich jede Auffälligkeit bei der Polizei anzuzeigen, niemand müsse Hemmungen haben, die 110 zu wählen. Denn mit gesammelten Hinweisen werde die Arbeit erleichtert und es können Schwerpunkte in der Stadt gesetzt werden. „Es lohnt sich, Hinweise zur Aufklärung immer und immer zu wiederholen“, so Kirsten Beuck. Eine steigende Kriminalität im Zuge der Flüchtlinge können beide übrigens nicht bestätigen.

 Irene Burow

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