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Bad Schwartau Lärmschutz reicht nicht – heute Protest
Lokales Bad Schwartau Lärmschutz reicht nicht – heute Protest
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18:10 07.07.2017
Bad Schwartau

Die Deutsche Bahn hat ihr lange erwartetes Schallschutzkonzept zur Hinterlandanbindung vorgelegt. Besonders betroffen ist die größte Stadt in Ostholstein – Bad Schwartau. 60 Prozent der Betroffenen auf der Strecke von Lübeck bis Fehmarn leben hier. Die DB erwartet für den Kurort rund 1100 Schutzfälle. Das teilt die Stadt Bad Schwartau mit.

Lärmschutzwände schützen jedoch nicht alle Betroffenen. Für rund zehn Prozent der Schutzfälle hält die Deutsche Bahn die gesetzlich geschuldeten Schutzmaßnahmen für unverhältnismäßig. Hier sollen ersatzweise nur passive Maßnahmen an Gebäuden der Betroffenen, zum Beispiel Schallschutzfenster, vorgesehen werden. Bürgermeister Uwe Brinkmann hält den geplanten Lärmschutz für ungenügend und unverträglich.

„Wir reden über das größte Infrastrukturprojekt Nordeuropas und keine neue Regionalbahnstrecke. In weiten Bereichen des Stadtgebietes wird es im Vergleich zu heute mehr als doppelt so laut“, sagt er.

„Selbst sechs Meter hohe Schallschutzwände entlang der gesamten Ortsdurchfahrt reichen offensichtlich nicht aus, diesen Lärmzuwachs im Stadtkern zu vermeiden. Neue Wege und eine Modellregion für Lärmschutz sind überfällig und müssen von Land und Bund mit Nachdruck verfolgt und nicht weiter verschlafen werden.“ Er fordert eine Trog- oder Tunnellösung für die größte Stadt Ostholsteins. Der 39-jährige promovierte Jurist und Verwaltungsleiter wundert sich bei einer Rekordzahl von 1100 Schutzfällen, warum für andere betroffene Gemeinden an der Trasse Aufwendungen bis zu 130000 Euro je Schutzfall von der Deutschen Bahn als verhältnismäßig angesehen werden, für Bad Schwartau jedoch eine Begrenzung auf nur 17000 Euro (Westseite) bzw. 27300 Euro (Ostseite) je Schutzfall vorsieht. „Wir fordern eine Gleichbehandlung – nicht mehr und nicht weniger“, so Brinkmann.

Zu den Auswirkungen der Hinterlandanbindung findet heute von 10 bis 13 Uhr auf dem Markt eine Protestaktion von verschiedenen Bürgerinitiativen statt. Es liegen Unterschriftenlisten aus. Für 13 Uhr ist eine Demonstration angemeldet: Treff ist vor dem Rathaus, es geht in Richtung Bahnschienen.

Die Stadt wird am 11. Juli eine Infoveranstaltung zum prognostizierten Bahnlärm durchführen und der Bevölkerung dabei auch eigene Gutachtenergebnisse vorstellen.

LN

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