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Bad Schwartau Landrat bei den Stockelsdorfer Senioren
Lokales Bad Schwartau Landrat bei den Stockelsdorfer Senioren
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18:17 11.02.2016
Landrat Reinhard Sager war zum ersten Mal zu Gast bei den Stockelsdorfer Senioren im Rahmen des monatlichen Frühstücks. Der Chef der Kreisverwaltung berichtete von aktuellen und künftigen Herausforderungen, von denen Ostholstein steht. Quelle: Doreen Dankert

Es war ein besonderer Gast, der jetzt den Senioren in Stockelsdorf seine Aufwartung machte: Landrat Reinhard Sager (CDU) persönlich. Ostholsteins Verwaltungschef war der Einladung des Seniorenbeirats zum monatlichen Frühstück mit über hundert Gästen gefolgt. Begleitet wurde Sager von seinem Parteikollegen Harald Werner, Mitglied im Kreistag und außerdem Bürgervorsteher in der Gemeinde Stockelsdorf.

Zunächst einmal präsentierte Reinhard Sager ein paar Eckdaten von Ostholstein. Zum Beispiel, dass es 59 Kreistagsabgeordnete gibt und an allen Schulen im gesamten Kreisgebiet 6000 Schüler zur Schule gehen. Der Landrat gab den Frühstücksgästen zu verstehen, dass das, was per Gesetz geregelt und reguliert sei, aus seiner Sicht ausreiche. Und die Politiker wie er selbst seien da, um auf dieser Grundlage das Beste für die Gesellschaft zu bewirken. „Wir Politiker sind nicht für uns selbst da, sondern für die Menschen“, so Sager, „deswegen bin ich für einen vernünftigen Umgang der Repräsentanten untereinander.“ Miteinander reden und Lösungen finden — das sei die Devise des Landrats.

Der Landrat sprach in Stockelsdorf aber auch von den großen Herausforderungen, vor denen der Kreis steht. Zuerst nannte Sager da den Fehmarn-Belttunnel, der — wenn er denn gebaut wird — einer der längsten Tunnel in ganz Europa wird. „Und wir müssen im Moment davon ausgehen, dass er gebaut wird“, so Sager, der in diesem Zusammenhang auf das eigentliche Problem dieses Tunnels für Ostholstein hinwies: die Schienenhinterlandanbindung zwischen Lübeck und Puttgarden. „Und da gibt es viel Betroffenheiten zu verzeichnen“, so der Landrat. Das gelte auch für die neue rund 60 Kilometer lange Stromtrasse einmal quer durch Ostholstein. Zwar gibt es hier und da Windkaftanlagen im Kreis, „aber auf Fehmarn ist ein 1-A-Standort für Windenergie“, so Sager.

Egal, welches Thema Reinhard Sager ansprach, die Stockelsdorfer Senioren hörten sehr aufmerksam und mit Begeisterung zu. Auch bei dem immer wieder präsenten Thema der Flüchtlinge. Etwa 3000 an der Zahl leben derzeit in Ostholstein, so Sager, „und das ist eine enorme Kraftanstrengung der Gesellschaft. Und ich ziehe meinen Hut vor allen Ehrenamtlern und allen kommunalen Mitarbeitern, die oft bis an ihre Leistungsgrenze gehen.“ Der Landrat brachte ganz deutlich seine Wertschätzung gegenüber den ehrenamtlich tätigen Bürgern — und zwar nicht nur auf dem Gebiet der Flüchtlingsarbeit — zum Ausdruck. Dennoch: einige der Frühstücksgäste monierten, dass das Ehrenamt grundsätzlich zu wenig gewürdigt werde. Auf diese Kritik antwortete Harald Werner, selbst in vielen Ehrenämtern tätig, „dass die Bürger, die ein Ehrenamt bekleiden, dieses freiwillig und aus der Liebe zu anderen heraus tun.“ Und dass man in der Gemeinde Stockelsdorf sehr wohl das Ehrenamt zu schätzen wisse. Bei den Feuerwehren zum Beispiel versuche die Gemeinde alles, um den ehrenamtlichen Helfern im Rahmen ihrer Möglichkeiten die beste Technik und Ausrüstung zu stellen. „Das ist Wertschätzung“, so Werner, „davon haben die Ehrenamtler mehr als von Urkunden.“

Kritische Worte fand aber auch Landrat Sager — allerdings gingen diese an die Regierung in Berlin. „Die Zahl der ankommenden Flüchtlinge muss deutlich zurückgehen“, so Sager, „sonst überfordern wir alle und können den Menschen, die zu uns kommen, auch nicht gerecht werden.“ Diese Aussage vom Landrat fand Anklang bei den Stockelsdorfer Senioren.

Am 9. März findet das nächste Seniorenfrühstück im Gemeindehaus, Ahrensböker Straße 5, zum Thema „Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen in Stockelsdorf“ statt.

Doreen Dankert

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