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Bad Schwartau GaM-Lehrerin Mareike Becker ist Kugelstoßerin und Hammerwerferin
Lokales Bad Schwartau GaM-Lehrerin Mareike Becker ist Kugelstoßerin und Hammerwerferin
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12:25 15.09.2018
Mareike Becker ist eine erfolgreiche Kugelstoßerin und auch Hammerwerferin. Quelle: Uwe Mundt/Hfr
Bad Schwartau

Leichtathletik, Handball und Leistungsturnen. Diese Sportarten begleiten Mareike Becker schon seit sie sechs Jahre alt ist. Und zwar gleich auf hohem Niveau. „Den hohen Trainingsaufwand war ich also schon gewohnt“, so die 36-jährige Stockelsdorferin, die Sport, Englisch und Wirtschaft/Politik unterrichtet.

Der Spagat zwischen Schule und Training ist immer eine Herausforderung. Nicht nur weil das GaM eine offene Ganztagsschule ist. Mareike Becker engagiert sich auch über den Unterricht hinaus in der Schulentwicklung und auch so hat das Kollegium etwa mit Konferenzen viele Nachmittagstermine. „Seit zwei, drei Jahren zieht der Sport hier immer öfter den Kürzeren, aber als Ausgleich fahre ich in den Ferien ins Trainingslager“ erzählt die Lehrerin.

Dass Erfolge ausbleiben, heißt das nicht. Im Gegenteil. Mareike Becker eilt von Meisterschaft zu Meisterschaft. Zuletzt gab es bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren im Juli in Mönchengladbach zweimal Gold im Hammerwerfen und Kugelstoßen. Im März holte ihr Team des Leichtathletik-Clubs Lübeck (LAC) zu dritt fünf Medaillen bei den Senioren-Meisterschaften in Erfurt. Mareike Becker sicherte sich mit 41,88 Metern im Hammerwurf Gold. Jeder ihrer fünf Würfe hätte gewonnen. Im Kugelstoßen gab es für 11,91 Meter Silber.

Allen zeitlichen Schwierigkeiten zum Trotz, ist das Gymnasium am Mühlenberg für Sportler ein guter Arbeitsplatz. „Ich kann mit der Schulleitung immer absprechen, dass ich meine freien Tage um die Wettkämpfe herum legen kann.“

Mareike Becker, die selber die Sportfachschaft am GaM leitet, erzählt, dass viele Lehrer ihren eigenen sportlichen Schwerpunkt mitbringen und den Schülern damit auch ein breites Angebot bereitgestellt wird. Leider, wie sie sagt, sehe die Fachanforderung keine schwerpunktorientieren Sportkurse vor. „Aber alle von uns im Kollegium nutzen die Expertise der anderen, wenn die Sportart deren Steckenpferd ist. Ich kann zum Beispiel viel Erfahrung in die Leichtathletik mitbringen, bin auch C-Trainerin“, erzählt Mareike Becker.

Hammerwurf ist an Schulen im Sportunterricht verboten. „Aus gutem Grund“, findet Mareike Becker. Der schwere Wurfhammer wird im Kreis geschwungen und geworfen. Auch mit einem Schutzkäfig ist die Gefahr auf dem Schulsportplatz zu groß. „Alternativ machen wir aber Diskuswurf mit den Schülern. So können die Kinder und Jugendlichen sich mal ausprobieren in ganz verschiedenen Sportarten.“ Viele Schüler des Gymnasiums am Mühlenberg interessieren sich für Leistungssport, es gibt eine Kooperation mit dem VfL Bad Schwartau. Gerade die Handballerinnen sind hier erfolgreich. „Die Schule wirft den Sportlern keine Stöcke zwischen die Beine. Sie bekommen für Wettkämpfe frei, können Hausaufgaben und Prüfungen nachholen“, freut sich Mareike Becker.

Im Referendariat ist die Kielerin noch regelmäßig zu ihrem damaligen Sportverein, dem LBV Phönix gependelt, aber „wenn Sie mich jetzt fragen, wie ich das gemacht habe, kann ich das nicht sagen. Man muss auf jeden Fall Ehrgeiz haben.“ 2008 ist sie dann hergezogen und hat Mitte 2017 den Leichtathletik-Club Lübeck (LAC) mitgegründet, in dem sie aktuell auch trainiert. Ein Großteil der über 30 Mitglieder stammt wie Mareike Becker aus dem LBV Phönix. Leider haben sie von der Stadt noch keine Halle bekommen, was zu einer schwierigen Trainingszeitensituation führt. Hier wünschen sie sich noch mehr Unterstützung. „Einige meiner Sportkameraden sind wie ich hauptberuflich Lehrer, aber auch die anderen haben die gleichen Schwierigkeiten, Sport und Job unter einen Hut zu kriegen.“

Trotz allem Spaß, der Mareike Beckers Sport ihr bereitet, „ist der Arbeitsplatz doch etwas wichtiger“. Denn auch an der Schule zeigt sie Ehrgeiz. Nicht unbedingt Schulleitung muss es sein, aber ein paar Stufen die Karriereleiter hoch möchte sie noch steigen. Und vom Podest bei Wettkämpfen dürfte sie das ja gewohnt sein.

Julia Dittmann

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