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Bad Schwartau Letzte Ausstellung? Ärger über Museums-Aus wächst
Lokales Bad Schwartau Letzte Ausstellung? Ärger über Museums-Aus wächst
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22:30 27.02.2018
Quelle: Foto: Dankert
Bad Schwartau

Die Verantwortlichen des Gemeinnützigen Bürgervereins und des Fördervereins hatten der Verwaltung in dieser Sache mangelnde Kommunikation und einen Beschluss „im stillen Kämmerlein“

„Die Kritik soll auch richtig adressiert werden.“Hans Tylinski, SPD

Ausstellung

Bis 27. März sind die Werke von Alexandre Ignatkov im Museum zu sehen dienstags, mittwochs, donnerstags von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr.

vorgeworfen (die LN berichteten). In einer Pressemitteilung bezeugt die SPD Bad Schwartau nun „großes Verständnis für den geäußerten Unmut des Fördervereins Museum und des Bürgervereins“. Allerdings solle die Kritik auch richtig adressiert werden, heißt es in dem Schreiben des Fraktionsvorsitzenden Hans Tylinski weiter. Er führt aus: „Die Schließung des Museums ist Folge des sogenannten Haushaltsstrukturbeschlusses von CDU, WBS und Grünen in der Haushaltssitzung der Stadtverordnetenversammlung im Dezember.“ Dieser Beschluss blockiere die notwendige Stellenausschreibung, so dass diese nicht mehr zeitnah erfolgen könne. „Damit wird eine Schädigung unseres Gemeinwesens zweifelsohne eintreten“, so Tylinski weiter.

Die SPD hingegen habe bereits in der Haushaltssitzung darauf hingewiesen, dass dieser Beschluss unausgereift und nicht zielführend sei. Hans Tylinski nimmt die Verwaltung in Schutz und erläutert, dass diese zuvor „mit großer Sorgfalt unter Beteiligung der politischen Gremien ein Anforderungsprofil für die künftige Besetzung der frei werdenden Stelle des Museumsleiters ausgearbeitet“ habe, um künftig insbesondere auch anspruchsvolles Kulturmanagement zu ermöglichen. Alle Parteien hätten dieser Entwicklung zunächst zugestimmt.

Durch den Haushaltsstrukturbeschluss von CDU, WBS und Grünen werde diese Stellenausschreibung und weitere Stellenbesetzungen nun blockiert.

Abstrakte Kunst zum Abschluss

Gestern Abend fand nun die voraussichtlich letzte Vernissage im Museum an der Anton-Baumann-Straße statt. Der aus Russland stammende und schon seit vielen Jahren in Bad Schwartau lebende Künstler Alexandre Ignatkov zeigt im Museum zum krönenden Abschluss noch einmal „die hohe Schule in der Kunst – das ist das Abstrakte“. Bis einschließlich 27. März sind 21 Werke von Ignatkov im Ausstellungsraum zu sehen (die LN berichteten). Aber dass dieses Museum schließt, „das finde ich nicht normal“, erklärt der Künstler, der in der hiesigen Kunstszene schon lange eine großen Namen hat.

Noch deutlicher in ihren Worten wird Ellen Brümmer, die als Kunstliebhaberin schon öfter Reden bei Vernissagen von Ignatkov gehalten hat. „Für mich ist die Schließung des Museums nicht nachvollziehbar“, erklärt Brümmer, „und diese Schließung hat auch nichts mit der Neubesetzung der Stelle des Museumsleiters zu tun.“ Für die CDU gebe es keine Alternative, Theater und Konzerte im Museum stattfinden zu lassen. Ellen Brümmer vermutet, dass mit der Schließung des Museum „ohne Not“ versucht werde, den bevorstehenden Wahlkampf zu beeinflussen. „Und bestraft werden mit der Museumsschließung die ganzen Ehrenamtler, die sich engagieren für das kulturelle Leben in Bad Schwartau“, betont sie.

Außerdem kündigt Ellen Brümmer an, dass das Thema Museum auf Initiative der CDU in einem Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung des nächsten Hauptausschusses am 7. März gesetzt werden solle.

Doreen Dankert und Ilka Mertz

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