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Bad Schwartau Letzte Elefantenrunde vor der Wahl am Sonntag
Lokales Bad Schwartau Letzte Elefantenrunde vor der Wahl am Sonntag
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17:54 21.04.2016
Das Forum des Gymnasiums war voll besetzt. Rund 400 Zuhörer kamen zur Diskussionsrunde. Quelle: Fotos: Irene Burow
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Bad Schwartau

„In der großen Politik würde man jetzt wohl Elefantenrunde sagen“, witzelte Schewe. Denn es war der letzte große Schlagabtausch zwischen Gerd Radisch (parteilos), Ellen Brümmer (CDU), Michael Neese (parteilos), Steffen Dannenberg (WBS) und dem parteilosen Bewerber der SPD, Dr. Uwe Brinkmann. Am Sonntag wird gewählt.

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Große Beteiligung im Gymnasium am Mühlenberg: 400 Schüler, Eltern, Lehrer und Gäste kamen zum Talk — Große Diskussion um Schulstandorte blieb aus.

„Bringen Sie sich ein! Gehen Sie bitte alle wählen. Das ist Demokratie.“ Christian Schewe, Moderator

Doch wer eine große Debatte zur Schulsituation und -sanierung erwartet hatte, wartete fast vergebens — nur die letzten zehn Minuten drehten sich die Antworten um die Frage des Schülers Lukas Farnbruch aus der achten Klasse: „Wie stellen Sie sich die künftige Bildungspolitik in Bad Schwartau vor?“ Geht es nach Ellen Brümmer, will sie das Thema sofort nach der Wahl angehen: „Von den 1600 Schülern beider Gymnasien kommen viele aus dem Umland. Es wird ein Finanzierungsmodell mit den Umlandgemeinden erarbeitet und die Modernisierung auf den Weg gebracht.“ Die Pläne lägen bereits vor.

„Wir müssen dafür sorgen, dass die Fachräume auf den Stand gebracht werden, der benötigt wird.“ Michael Neese konterte: „Die Gespräche mit den Umlandgemeinden sind abgeschlossen und negativ beschieden worden. Der Weg wird schwierig. Wir müssen das aus jährlichen Mitteln und Darlehen wuppen.“ Aber: „Es gibt die Möglichkeit, dass das GaM in drei Jahren komplett saniert ist.“ Das letzte Wort sei noch nicht gesprochen, betonte Steffen Dannenberg. „Das ist alles noch am laufen. Wir müssen das Umland einbeziehen, obwohl die Gemeinden sehr zurückhaltend reagiert haben.“ Die Gymnasien seien ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt. „Es wird schwierig, aber lösbar.“

Es hätte schneller gehandelt werden müssen, kritisierte Uwe Brinkmann. „Das ist ein gutes Beispiel für die Versäumnisse, die es gibt. Sofort loszulegen ist wichtig. Es hätte aber schon passieren müssen, als die Schulen vor fast zehn Jahren in kommunale Trägerschaft übergegangen sind.“ Jetzt mit so großer Zeitverzögerung auf die Umlandgemeinden zuzugehen, „da würde ich mich auch zurückhalten“, so Brinkmann. Gerd Radisch zeigte sich überrascht von bereits vorliegenden Plänen. „Wenn ich das höre, bin ich erfreut. Seit 2009 wissen wir, dass es einen erheblichen Sanierungsstau gibt. Keine der Bad Schwartauer Schulen weiß genau, was wann mit welchen Mitteln und mit welchem Aufwand gemacht wird. Der nächste Bürgermeister ist dringend aufgefordert zu gucken, wo wir Gelder herbekommen. Die Rücklagen der Stadt haben sich halbiert.“ Mit Blick auf die Standortdebatte der Schwartauer Werke betonte er: „Wenn wir Unternehmen nicht in der Stadt halten können, können wir auch mögliche Darlehen nicht bedienen.“

Nach dem Applaus des Publikums zu urteilen, konnten bei der Podiumsdiskussion vor allem Brinkmann und Neese punkten. Letzterer machte sich gekonnt das Hickhack zwischen CDU und SPD zunutze, die sich gern gegenseitig Versäumnisse in der Vergangenheit vorwarfen.

Besonders für die politisch interessierten Schüler des GaM — für die Oberstufe war es eine Pflichtveranstaltung — war der Abend „eine fantastische Gelegenheit, Politik unmittelbar zu erleben“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Amira Yassine. „Die große Beteiligung gibt uns Recht, dass es eine gute Idee war, die Veranstaltung an der Schule durchzuführen“, freute sich auch die Organisatorin Susanne Hoffmann. Denn das Thema sei zuvor ausführlich im Wipo-Unterricht behandelt worden, so die Wirtschafts- und Politiklehrerin. Die Schüler hatten viele Fragen vorbereitet, die NDR-Moderator Christian Schewe in die Runde warf. Dieser war es auch, der das Publikum zum Schluss noch einmal ausdrücklich aufforderte am Sonntag, 24. April, zur Wahl zu gehen. „Bringen Sie sich ein! Gehen Sie bitte alle wählen. Das ist Demokratie“, beendete Schewe die Veranstaltung.

Von Irene Burow

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