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Bad Schwartau Literarischer Osterspaziergang
Lokales Bad Schwartau Literarischer Osterspaziergang
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19:12 29.03.2016
Andreas von Steegen und die Besucher trotzten dem Wetter. Quelle: gal

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche.....“ — Unter diesem Motto aus Goethes „Osterspaziergang“ hat Andreas von Steegen am Ostermontag einmal mehr trotz des widrigen Wetters seinen interessanten literarischen Osterspaziergang durch den Bad Schwartauer Naturpfad unternommen.

Von Steegen rezitierte zunächst einfühlsam, nuanciert und akzentuiert den Osterspaziergang aus „Faust 1“ und dann mit phantastischer Mimik und Gestik und viel Pathos die philosophisch inspirierten reimlosen freien Rhythmen „Prometheus“ und „Ganymed“ von Johann Wolfgang von Goethe, in denen der titanische Wille des Olympiers in diesen Jahren Gestalt gewonnen hatte. Hermann Hesses ausdrucks- und gehaltvolles Gedicht „Frühling“ enthält in seinen zarten, feingesponnenen Gebilden reizvolle lyrische Impressionen und treffsichere Reime — vom Vortragskünstler eindrucksvoll zu Gehör gebracht. Die beeindruckende Musikalität in Rainer Maria Rilkes berühmten phänomenologisch orientierten Gedichten „Das Karussell“ und „Der Panther“, von Andreas von Steegen wunderbar gestaltet, zählte zu den Höhepunkten dieser Veranstaltung.

Sehr gut gefallen hatte das kulturelle Ereignis dem Bürgermeisterkandidaten Steffen Dannenberg (WBS). Er sei sehr an Kultur interessiert und werde sich dafür einsetzen, sagte er. Sehr angetan zeigte sich auch Astrid Lampe aus Lübeck.

In Gottfried Benns Gedicht „Reisen“ vermittelte von Steegen kenntnisreich die tief- und hintergründige Einsicht des Dichters, dass der Nihilismus durch das künstlerische Gebilde gebannt und überwunden werden solle. Die Fragwürdigkeit eines ziellosen Daseins, das Leiden an einem Leben, in dem alle Dinge rätselhaft und vergänglich sind, wurden in den „Terzinen über Vergänglichkeit“ von Hugo von Hofmannsthal virtuos und brillant zum Ausdruck gebracht. Auch das entlarvende, spöttische und psychologisch reizvolle Poem Bertolt Brechts „Von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens“

gehört zu von Steegens breitem Repertoire.

Mit einer schauspielerischen und gedanklichen Meisterleistung rezitierte er auch beherzt und engagiert die drolligen, ulkigen und humorvollen Gedichte Eugen Roths und Heinz Erhardts, die die Tücken des Alltags kunstvoll offenbarten und beim Publikum oft Lachsalven hervorriefen. Von Steegen steuerte auch sein eigenes originelles und phantasievolles Gedicht „O wäre ich der Erhardt, Heinz“ mit einem Feuerwerk an Ideen bei. Der Schauspieler ergänzte die Präsentation mit erhellenden Kommentaren.

Von gal

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