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Bad Schwartau Ludwig-Jahn-Straße: Kein Grund für Tempo 30
Lokales Bad Schwartau Ludwig-Jahn-Straße: Kein Grund für Tempo 30
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20:40 29.09.2017
In dieser Woche gab es eine Diskussionsrunde vor Ort. Quelle: Foto: Ibu
Bad Schwartau

Bei einem Vororttermin haben Vertreter aus der Politik und Verwaltung, von der Verkehrsplanung und der Polizei jetzt mit Anwohnern diskutiert. „Die Menschen haben keine Geduld mehr. Das kann ich nicht ändern. Man kann aber sehr wohl etwas zum Schutz der Menschen tun“, beschwert sich Anwohnerin Rita Meisterjahn. Sie und andere Bürger beklagen sich über „Raser“ und ein „Verkehrschaos“ zu Stoßzeiten, etwa wenn Eltern ihre Kinder zur Schule und in die Kitas bringen. „Es gibt hier die Schwimmhalle, das Gymnasium, Kindergärten, den Schützenverein und Sporthallen“, so Meisterjahn. „Es ist höchst gefährlich. Wenn Sie das nicht wahrnehmen, haben Sie ein Wahrnehmungsproblem.“ Die teilweise 30er-Zone würde nicht reichen.

Mehr Belastung

Laut Messungen des Verkehrsplanungsbüros Urbanus fahren 6000 Fahrzeuge pro Tag durch die Ludwig-Jahn-Straße. Damit ist die Belastung seit 1999 etwa um zehn Prozent gestiegen.

Doch um diese Zone auf die gesamte Straße auszuweiten, dafür sind die Zahlen nicht brisant genug. Zwar habe der Verkehr insgesamt zugenommen. Aber rasen tun die wenigsten Autofahrer. Die Polizei hat an zwei Tagen gemessen; im März waren von tausend Autos 60 zu schnell; im Juli von 1060 Fahrzeugen nur 17. „Das Überschreiten der Geschwindigkeit ist gering“, sagt Jörg Burmester von der Polizei. „85 Prozent der Autofahrer halten sich an die Geschwindigkeit“, sagt auch der Leiter des Ordnungsamtes, Bernd Kubsch. „Die Masse fährt unter 40 Stundenkilometer.“

Die Anwohner hätten aber lieber „Kiss and Ride“-Zonen, also Flächen, wo Eltern halten können, um ihre Kinder abzusetzen. Baulich wäre das zwar machbar. „Die Diskussion haben wir an allen Schulen“, sagt Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos). „Es ist aber von den Schulen ausdrücklich nicht erwünscht, weil das dem pädagogischen Konzept widerspricht.“ Heißt, die Eltern sollen ihre Kinder möglichst nicht mit dem Auto bringen. „Egal, wie wir es machen, wir können es nicht allen Seiten recht machen“, so Brinkmann. Auch deshalb fragt die Polizei: „Gibt tatsächlich ein objektives Problem oder nur subjektive Wahrnehmung?“ Die Zahlen entsprächen nicht der Realität, ist von mehreren Anwohnern zu hören.

Eine Einbahnstraßenregelung macht auch wenig Sinn. „Dann weichen alle auf die Rantzauallee und die Rensefelder Straße aus. Dann bekommen wir dort ein verkehrliches Problem“, sagt Verkehrsplaner Stefan Luft. Genauso Schwellen für Autofahrer: Die seien punktuell laut und erzeugen Erschütterungen; sie werden inzwischen eher wieder zurückgebaut, erklärt die Polizei.

Einer der größten Gefahrenpunkte scheint die Kreuzung vor der Schwimmhalle zu sein. Das Verkehrsplanungsbüro Urbanus will nun mehrere Varianten erarbeiten. Unter anderem soll geprüft werden, ob der Zebrastreifen vor der Schwimmhalle weiter in Richtung des Gymnasiums verlegt werden kann, um die Fußgängerströme noch besser zu lenken. Auch soll es Vorschläge für die Radfreundlichkeit geben; ob Fahrräder auf der Straße fahren dürfen, ob es Schutzstreifen auf beiden Seiten geben kann oder die Ludwig-Jahn-Straße gänzlich zur Radstraße wird.

Denn letztlich ist die Straße Teil des verabschiedeten Verkehrsentwicklungsplans der Stadt, und darin von höchster Priorität.

Irene Burow

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