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Bad Schwartau Markttwiete kostet noch einmal 400 000 Euro mehr
Lokales Bad Schwartau Markttwiete kostet noch einmal 400 000 Euro mehr
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20:48 13.06.2017
Bauamtsleiter Thomas Sablowski inspiziert das neue Herzstück der City-Umgestaltung – das Fontänenfeld am Europaplatz. Quelle: Fotos: S. Prey

Sportler kennen das: Wenn in einem Spiel einmal der Wurm drin ist, dann wird man ihn nur schwerlich bis gar nicht wieder los. Bad Schwartaus Kommunalpolitiker dürften dieses Phänomen mittlerweile auch gut kennen. Denn mit der Umgestaltung der Markttwiete verhält es sich ähnlich. Es gibt Probleme über Probleme und dazu schnellen die Kosten immer weiter in die Höhe. Im Oktober des vorigen Jahres bewilligten die Politiker bereits einen Nachschlag von einer Million Euro. Jetzt gab der Finanzausschuss der Stadt Bad Schwartau grünes Licht für weitere 400 000 Euro. Damit liegen die Umbaukosten der Markttwiete bei mittlerweile knapp fünf Millionen Euro. Ursprünglich wurde mit 2,5 Millionen Euro kalkuliert.

Zudem droht ein neuer Streit um Bäume an der Auguststraße.

Weitere Faktoren

Um die Barrierefreiheit zu verbessern, entstehen zusätzliche Kosten von zirka 87500 Euro. 50 000 Euro werden noch nachgeschossen, um das E-Mobilität-Angebot zu optimieren.

„Das Thema Kosten in der Markttwiete bereitet uns allen Bauchschmerzen. Der Bürger kann es auch nicht mehr ertragen, wie teuer die Markttwiete nun geworden ist. Ist das denn jetzt auch wirklich die letzte Nach-Bewilligung?“, fragte Elisabeth Kremer (SPD) in Richtung des Bauamtsleiters Thomas Sablowski, der sich da aber nicht festlegen wollte.

Kein Wunder, denn die nächsten Probleme sind schon da. An der Auguststraße stehen acht Bäume, die den Umbau wohl nicht wie geplant überstehen werden. Grund: Das Wurzelwerk ist jetzt schon von Versorgungsleitungen durchsetzt. Wie schon bei den Platanen in der Markttwiete gibt es auch bei den acht schwedischen Mehlbeeren keinen Wurzelschutz. Entsprechend dürften auch diese Bäume langfristig kaum zu halten sein. Ersatzpflanzungen mit entsprechenden Vorrichtungen dürften rund 80000 Euro kosten. Das entspricht etwa der Summe, die der Finanzausschuss gerade noch aus dem finanziellen Nachschlag für die Markttwiete herausgenommen hat. Die Kosten für die Einweihungsfeier (15 000 Euro) und die Ersatzpflanzung für weitere 15 Bäume im Stadtgebiet (60 000 Euro) werden nun an anderer Stelle verbucht und gehen nicht auf das „Konto“ Umgestaltung der Markttwiete.

„Man kann es drehen, wie man will. Die Kosten für die Markttwiete sind kaum noch vermittelbar“, sagt Jörg-Reiner Zacharias (WBS), der im Nachhinein die Kompromiss-Lösung bei der Markttwieten-Gestaltung als Fehler bezeichnet. „Ich würde heute anders abstimmen“, sagt der WBS-Fraktionschef, der nun aber auf gar keinen Fall bei der Ausstattung sparen will. „Die Markttwiete muss am Ende auch etwas hermachen“, erklärt Zacharias.

Ellen Brümmer (CDU) bezeichnet die Entwicklung vorsichtig als „nicht erfreulich“. Der größte Teil der Kosten von rund 300000 Euro für den Nachschlag sei der Baumthematik geschuldet. „Das war so nicht vorhersehbar“, sagt Brümmer. Durch das Problem mit den Bäumen mussten große Flächen des Pflasters neu aufgenommen, neue Pflanzgruben hergerichtet und Feldahorne als Ersatz gepflanzt werden.

Es gibt aber auch Erfreuliches: Nach Streitereien mit dem Betonwerk wird in dieser Woche mit dem Einbau der Rampe am Kaufhaus Matzen begonnen. Sablowski: „Das Werk hat nachgebessert und einen Preis-Nachlass gibt es auch.“

Sebastian Prey

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