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21:23 08.01.2018
Federführend hat der erfahrene Kinder- und Jugendberater Dirk Hakelberg das Konzept für die Offenen Ganztagsschulen an den drei Grundschulen in Stockelsdorf erarbeitet – mit Unterstützung der Hortleiterin Stephanie Bohnet. Quelle: Foto: Doreen Dankert

Zunächst gibt es eine Light-Version der OGS mit Container-Anbauten, um den zusätzlichen Raumbedarf zu gewährleisten. Ziel sind feste Anbauten an jeder der drei Grundschulen.

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Beschreibung

Doch an dem inhaltlichen Konzept der OGS wird schon seit ein paar Jahren gefeilt – allen voran von Dirk Hakelberg. Den offiziellen Beschluss seitens der Politik, dass Dirk Hakelberg ein Konzept erarbeiten soll mit dem Ziel, Offene Ganztagsschulen zu errichten, wurde bereits 2016 gefasst.

Doch wie geht man heran an ein Konzept, das vorsieht, dass an den drei Grundschulen insgesamt rund 600 Kinder nach dem Unterricht betreut werden? Aktuell sind es ungefähr 250 Kinder, die durch den Verein Betreute Grundschulzeiten sowie den Hort in der Villa Jebsen nach der Schule betreut werden.

Mit dieser Zahl ist die Schmerzgrenze der Kapazität schon lange erreicht. „Aber der Bedarf an Betreuung ist enorm“, stellte Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann mehrfach in öffentlichen Gremien fest. Und um diesem immensen Betreuungsbedarf als familienfreundliche Gemeinde endlich Rechnung zu tragen, wurde das Projekt der Offenen Ganztagsschulen zum Ende des Jahres 2017 per Beschluss auf den Weg gebracht.

Um das Konzept zu erstellen, hat Dirk Hakelberg sich Stephanie Bohnet mit ins Boot geholt. Sie ist Leiterin des Hortes in der Villa Jebsen und wird ab dem kommenden Schuljahr die Gesamtleitung der drei Offenen Ganztagsschulen innehaben. Weiterhin wird es künftig eine pädagogische und eine organisatorische Leitung an jeder Offenen Ganztagsschule geben, sagt Hakelberg, „denn einer allein würde das gar nicht schaffen können“.

Sowieso ist der größte, wichtigste und – langfristig betrachtet – auch teuerste Punkt das Personal. Aktuell gibt es pro Grundschule sechs Mitarbeiter, die sich außerhalb des Unterrichts schichtweise um die Kinder kümmern. Wenn das Konzept der Offenen Ganztagsschule greift, dann wird der Betreuungsschlüssel bei 20 zu 2 liegen. Also für 20 zu betreuende Kinder müssen dann zwei Kräfte vorhanden sein. Bei einer 100-prozentigen Auslastung würde das eine Personalstärke von 20 Kräften pro Schule ausmachen.

Dirk Hakelberg geht davon aus, dass sich der Bedarf bei etwa 80 Prozent einpendeln wird. Das würde dann einen benötigten Personalstamm von etwa 15 Kräften pro Schule ausmachen. Das bedeutet, der Personalstand steigt dann auf das Dreifache, um die Betreuung der Kinder nach der Schule bis 17 Uhr zu gewährleisten.

Doch damit nicht genug. „Die Betreuung an Offenen Ganztagsschulen bedeutet eine Betreuung mit Bildungsauftrag für den Nachmittag“, erklärt Dirk Hakelberg. Und das bedeutet nicht nur eine Kooperation und Verzahnung mit der Schule, sondern auch pädagogisch geschultes Personal für die Betreuung nach dem Unterricht. Das war bislang nicht erforderlich. Einige der aktuellen Betreuer, die auch künftig weitermachen wollen, würden bereits Schulungen und Lehrgänge besuchen beziehungsweise bereits dafür angemeldet sein, so Hakelberg.

Ansonsten sei man schon fleißig auf der Suche nach weiterem Personal, sagt Hakelberg: „Vorrangig wird natürlich pädagogisch qualifiziertes Personal eingestellt, denn wir haben einen Bildungsauftrag.

Es geht hier in der Offenen Ganztagsschule um den Kunden – und der Kunde ist das Kind, und hier geht es auch um die Vermittlung von Normen und Werten.“

Insofern wird die Betreuung der Grundschulkinder in Stockelsdorf bald eine neue Qualität haben. „Das ist die beste Investition in die Zukunft“, sagt Hakelberg, „die Rendite kommt viele Jahre später.“

Dass diese Investition in eine qualifizierte Betreuung „dringend nötig ist, habe ich schon vor 20 Jahren angemahnt“, sagt Hakelberg. Jetzt ist Stockelsdorf offenbar reif dafür.

1,6 Millionen Euro investiert die Gemeinde Stockelsdorf pro Grundschule, um die baulichen Voraussetzungen für die Offenen Ganztagsschulen zu schaffen. Damit das Konzept schnellstmöglich umgesetzt werden kann, wird zunächst Raum mit Containermodulen geschaffen. Die Baumaßnahmen an allen drei Grundschulen werden zeitlich parallel erfolgen, damit der Starttermin

1. August 2018 überall gewährleistet werden kann.

 Doreen Dankert

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