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Bad Schwartau Meister-Pizza: Nicola Diana verteidigt Titel
Lokales Bad Schwartau Meister-Pizza: Nicola Diana verteidigt Titel
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09:58 19.10.2015
Wasser, Mehl, Grieß, Hefe, Salz und Öl: Das sind die Zutaten für den perfekten Teig.
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Bad Schwartau

Seine Augen leuchten, die Hände wirbeln den Pizzateig durch die Luft und nicht einmal fünf Minuten später duftet es verführerisch aus dem Ofen. Nicola Diana ist ein wahrer Meister auf seinem Gebiet. Genau genommen sogar Deutscher Meister. Zum zweiten Mal konnte der 29-Jährige nun den Titel des besten Pizzabäckers holen.

„Als ich dort ankam, haben einige schon gesagt ,Oh nein, Nicola ist wieder dabei‘“, erzählt der Inhaber des Restaurants „Il Ristorante Diana“ lachend. Und seine Konkurrenten sollten Recht behalten:

Am Ende überzeugt Diana nach seinem Vorjahreserfolg erneut die Juroren und verteidigt in Bochum seinen Titel mit der Pizza „Parmigiana“. Sein Geheimnis: die Leidenschaft fürs Pizzabacken. „Und eine gute Pizza braucht vor allem Zeit“, verrät er. Der Teig sollte deshalb spätestens am Vorabend angesetzt werden, damit die Hefe langsam aufgehen kann. Außerdem braucht der perfekte Teig nur ganz wenig Hefe. „Dann entfalten sich die Aromen besser, und die Pizza ist leicht verdaulich.“

Mit seiner Gewinner-Kreation war Diana schon bei der Weltmeisterschaft und belegte dort unter 354 Teilnehmern als bester Deutscher den 54. Platz. „Die Kreation war ein Tipp von meinem Vater“, sagt Diana dankbar. Sein Vater, den der 29-Jährige liebevoll als seinen „Glücksbringer“ bezeichnet, begleitete ihn wie im Vorjahr wieder zur Deutschen Meisterschaft.

Seinen Pizzateig für den großen Wettbewerb hatte Diana schon Stunden vorher angesetzt. Morgens um 6 Uhr ging es in Bad Schwartau los. Der Teig fuhr in einer Kühltasche mit nach Bochum. 15 Teilnehmer haben sich dort gemessen, nur zwei von ihnen waren Deutsche. Das Pizzabacken scheint den Italienern im Blut zu liegen. Als neunter war Diana an die Reihe. Er hatte die Möglichkeit, eine Probepizza zu backen, doch die brauchte er gar nicht. Der Ofen war ihm vertraut, er legte direkt los. Vier Juroren schauten ihm bei jedem seiner Handgriffe zu, außerdem hatte ein Ofenrichter den Backvorgang im Blick. „Es war schon ein mulmiges Gefühl“, erinnert sich Diana, „aber ich war ruhiger als beim ersten Mal.“ Gekonnt buk er seine Pizza „Parmigiana“. In Anlehnung an ein typisches Gericht aus der sizilianischen Küche ist die Pizza mit frittierten Auberginenscheiben, Parmesan, Tomaten und Mozzarella belegt. Die Fachjury bewertete nicht nur das Endprodukt, sondern achtete auch auf Hygiene am Arbeitsplatz und die Erklärungen des Pizzabäckers. Am frühen Abend fiel dann die Entscheidung, Diana hatte es wieder einmal geschafft. Der Preis: ein Gutschein vom Großmarkt und ein Pokal. „Den Gutschein haben wir gleich eingelöst, weil wir ja nicht oft da unten sind“, erzählt er, „um 22 Uhr waren wir dann wieder in Bad Schwartau.

Der große silberfarbene Pokal steht nun im „Il Ristorante Diana“ auf dem Tresen. Doch die Nachricht hat sich schon vorher herumgesprochen wie ein Lauffeuer: „Es waren schon ganz viele Kunden hier und haben gratuliert“, freut sich der 29-Jährige.

Bald hat er übrigens noch einen großen Auftritt: Diana war zusammen mit einem Freund zu Gast in der RTL—Show „5 gegen Jauch“, am 6. November wird die Sendung ausgestrahlt. Was der Pizzabäcker dort genau macht, darf er noch nicht verraten, aber es hat natürlich mit seinem Lieblingsessen zu tun. Auf die Frage, welche Prominenten in der Show zu Gast waren, überlegt Diana kurz. Dann sagt er:

„Ehrlich gesagt, ich kannte niemanden davon.“ Kein Wunder: Während andere Menschen fernsehen, steht Diana an seinem Pizzaofen. So ist es wohl, wenn die Leidenschaft zum Beruf wird.

Die perfekte Pizza
Zutaten für ein Blech Pizzateig
450 g Weizenmehl (Typ 405)
50 g Hartweizengrieß

5 g Trockenhefe
275 ml lauwarmes Wasser
1 TL feines Meersalz
1 EL Olivenöl


Zubereitung: Mehl, Grieß und Hefe mischen, lauwarmes Wasser hinzugeben und gut verkneten. Salz und Olivenöl dazugeben und weiter kneten. Die Masse für eine halbe Stunde ruhen lassen. Den Teig auf einem Backblech ausrollen und mit einer Gabel mehrmals einstechen. Abdecken und drei Stunden gehen lassen. Backofen auf 250 Grad vorheizen. Teig sechs bis acht Minuten vorbacken.
Das Tomatensugo und den Belag auf dem Teig verteilen. Dann weitere sechs bis acht Minuten backen.



Zutaten für das Tomatensugo
1 kleine Zwiebel
2-4 Knoblauchzehen
2-3 EL Olivenöl
1 große Dose Tomaten
1-2 EL Tomatenmark
100 ml Rotwein
1 Zweig Rosmarin
3 Stängel Petersilie
1 Chilischote
1 TL Oregano (getrocknet)
Salz, Pfeffer


Zubereitung: Zwiebel und Knoblauch schälen, würfeln und in heißem Öl dünsten. Tomaten und Tomatenmark hinzufügen und mit Rotwein auffüllen. Rosmarin, Petersilienzweige, Chili und Oregano unterrühren. Salzen und pfeffern. Sauce eine Stunde auf kleiner Flamme einköcheln und immer wieder mit einem Schuss Rotwein ablöschen. Es sollte zum Schluss eine weiche, streichfähige Paste sein.

Maike Wegner

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