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Bad Schwartau Mexiko – viel zu groß, um alles zu sehen
Lokales Bad Schwartau Mexiko – viel zu groß, um alles zu sehen
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19:12 01.09.2017
Patrick Bormann blickt auf die bergige Landschaft des Bundesstaates Hidalgo nördlich von Mexiko-Stadt. Quelle: Fotos: Bormann
Mérida/Stockelsdorf

Die Schule ist aus, und für die Kinder haben in Mexiko die Sommerferien begonnen. Somit endete auch mein Arbeitsjahr als Lehrer in der Comunidad Educativa Loyola. Da mein Visum aber ganz genau für zwölf Monate Aufenthalt in Mexiko datiert ist, war es mir erlaubt, die letzten drei Wochen zum Reisen zu nutzen.

Der Stockelsdorfer Patrick Bormann blickt zurück auf seine Zeit in Mittelamerika.

Mexiko ist ein riesiges Land. Es hat ungefähr die fünffache Größe von Deutschland und sowohl klimatisch als auch geografisch alles zu bieten. Dies reicht von tropischen Temperaturen wie in „meiner“

Stadt Mérida, bis hin zu Minusgraden auf den Gipfeln der Berge in 4000 Metern Höhe. Das war somit auch eine besondere Lektion für mich: Es ist nahezu unmöglich, das gesamte Land mit all seinen Geheimnissen und Besonderheiten kennenzulernen, wenn man nebenbei arbeitet. Daher kam mir der Reisemonat am Ende meines Freiwilligendienstes sehr gelegen.

Meine Reise begann im Westen Mexikos im Bundestaat Veracruz. Im sehr hoch gelegenen und eher kühleren Ort Xalapa besuchte ich, einem Geheimtipp folgend, eine wunderschöne, vielen Touristen noch unbekannte Wasserfallregion. Nach dieser Erholung wurde ich wieder mit höheren Temperaturen konfrontiert in der größeren Hafenstadt Veracruz, der Hauptstadt des gleichnamigen Staates. Auch diesmal reiste ich nicht allein. Mein Gastbruder, der in Mexikos Hauptstadt lebt, begleitete mich. Wir reisten zum Beispiel in den bergigen Bundesstaat Hidalgo. Diese weitläufigen Gebirgslandschaften faszinierten mich; schließlich habe ich den Großteil meines Lebens auf dem flachen Land verbracht, sei es im deutschen Schleswig-Holstein oder auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán.

Es war ein weiterer Vorteil, in Mérida zu leben: Es ist eine Studentenstadt, in der ich viele junge Leute aus anderen Teilen der Republik kennengelernt habe. Dies half mir bei meiner Reise, denn viele sind zu Beginn des Sommers in ihre Heimat zurückgekehrt und ich kannte also immer jemanden, bei dem ich Unterkunft beziehen konnte. Und ich kam an Orte, zu denen ich als normaler Tourist nicht unbedingt gekommen wäre. Auf diese Weise gelangte ich in die zweitgrößte Stadt Mexikos – Guadalajara im Bundestaat Jalisco –, die kulturell am interessantesten war. Sie hat viele Dinge hervorgebracht, die weltweit als typisch mexikanisch gelten – wie die Mariachi, die bekannten Trachten mit dem großen Sombrero, und natürlich den Tequila. Eine Stunde westlich von Guadalajara entfernt, liegt ein kleines Dorf mit dem Namen Tequila, das den Ursprung des weltweit bekannten alkoholischen Getränks darstellt. In der Stadt befinden sich die Destillerien und drumherum die Felder, auf denen Agaven angebaut werden, eine kaktusähnliche, sehr trockene Pflanze, die die Form eines Sterns hat. Aus ihr wird Tequila gewonnen. Bei einer Tour, die von einer der großen Tequilafirmen angeboten wird, konnten wir zuerst auf den Feldern unsere eigene Agave einpflanzen und später in der Destillerie die verschiedenen Stufen probieren, die der Tequila während der gesamten Destillation durchläuft.

Obwohl diese Reisen, die überwiegend im Landesinneren und in den Bergen stattfanden, überwältigend waren und mir Einblicke in die mexikanische Kultur ermöglicht haben, die ich mir vorher nicht hätte vorstellen können, hatte ich dennoch am Ende meines Reisemonats noch ein letztes Ziel. Aufgrund seiner Größe grenzt Mexiko an drei Meere. In Mérida hatte ich das Glück, sowohl den Golf von Mexiko als auch die Karibik gewissermaßen um die Ecke zu haben, die ich nachmittags oder am Wochenende besuchen konnte. An den Pazifik zu gelangen, gestaltete sich allerdings etwas schwieriger. Ich musste weit reisen, um sagen zu können, dass ich alle drei Meere besucht habe. Aber es hat sich gelohnt: Strömung und Wellen eines Ozeans besitzen eine andere Kraft. Ich konnte das Gewaltige des Wassers sehen und spüren.

Allein durch die Reisen habe ich in dem Jahr so viel erlebt und gesehen. Und dennoch fehlt noch so viel. Wenn ich irgendwann nach Mexiko zurückkehre, wird meine Reise genau an dem Punkt weitergehen, an dem sie jetzt aufgehört hat.

LN

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