Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Mission Brunnen-Glanz
Lokales Bad Schwartau Mission Brunnen-Glanz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:12 20.11.2017
Fürs Foto hat Lars Studt seine Sicherheitsausrüstung abgelegt; mit dem Niederdruckstrahlverfahren reinigt er den Brunnen. Paul Peterich hatte seiner Heimatstadt im Jahr 1912 das Kunstwerk „Im Spiel der Wellen“ geschenkt, im Krieg wurde es zerstört. Auf Initiative des Bürgervereins hat der Künstler Josef Wieczorek es in den 1990er Jahren nach historischen Fotos rekonstruiert. Quelle: Foto: Ilka Mertz
Bad Schwartau

Ohrenstöpsel unter Ohrenschützern, Brille und Mundschutz – Lars Studts Gesicht ist nur vage erkennbar, als er sich auf dem Markt ans Werk macht. Eine kleine Pistole in der einen, ein langes Kabel in der anderen Hand arbeitet er sich Zentimeter für Zentimeter vor. Sein Ziel: Das Gestein des Brunnens von den Ablagerungen befreien, die sich dort in den vergangenen Jahren angesammelt haben. Sein Mittel: australischer Granatsand. „Der ist völlig ungiftig, nicht metallisch und daher sehr schonend – für Stein und Umwelt“, erklärt Lars Studt. Beim Niederdruckstrahlverfahren, mit dem der Experte aus Meddewade arbeitet, trifft der Sandstrahl mit einem Druck von maximal fünf bar auf den Stein. Nur so kann sichergestellt werden, dass der sehr weiche Muschelsandkalkstein, aus dem der Brunnen gefertigt wurde, keinen Schaden nimmt, die Ornamente aber trotzdem in (fast) neuer Perfektion zur Geltung kommen.

So richtig schmuck sah Bad Schwartaus Schmuckstück auf dem Marktplatz schon lange nicht mehr aus. Nun bekommt der Peterich-Brunnen „Im Spiel der Wellen“ endlich eine dringend benötigte Grundreinigung. Und die ist ziemlich aufwendig.

Während Lars Studt den Brunnenaufbau so sanft bearbeitet, ist Künstler Josef Wieczorek an anderer Stelle mit etwas gröberem Gerät dabei, den Brunnenrand zu säubern. „Ich entferne nur die oberste Dreckschicht mit dem Kärcher, sonst würde die Arbeit Wochen dauern“, erklärt er. So hat Lars Studt nur zwei Tage eingeplant – wenn es nicht regnet.

Voraussichtlich im Frühjahr will sich Josef Wieczorek dann der Bronzeskulptur, die auf dem Brunnen thront, annehmen. Vor 20 Jahren haben ihm dafür „ein junger Polizist und seine bildschöne Ehefrau“

Modell gestanden. Mittlerweile ist die Skulptur von Kalk- und anderen Mineralienablagerungen überzogen. Der Versuch einer beauftragten Firma, sie mit einer Stahlbürste zu säubern, scheiterte. „Das hat starke mechanische Schäden hinterlassen“, erklärt der Künstler. Er will die Ablagerungen chemisch entfernen, dabei wird allerdings auch die natürliche Patina verschwinden. „Die beschädigte Oberfläche muss ich neu ziselieren“, sagt Wieczorek, der dann zusammen mit einem befreundeten Gießer eine Bronze-Patina legen wird. „Dann wird die Skulptur ungefähr so aussehen wie die ,Lesende’ vor der Bücherei“, erläutert der Künstler.

Doch damit ist die Arbeit noch lange nicht getan. Saurer Regen, unreines Wasser und andere Umwelteinflüsse haben dem Kunstwerk, das den Marktplatz seit fast 20 Jahren ziert, arg zugesetzt. Es haben sich Risse gebildet, bei Frost kann es zu Absplitterungen kommen. „Jemand muss den Brunnen regelmäßig kontrollieren, damit wir sofort handeln können“, so Wieczorek. Außerdem müsse der Brunnen häufiger sauber gemacht werden – nicht nur alle 20 Jahre. „Was wir im Moment machen ist nämlich keine Reinigung mehr, sondern eine Restaurierung.“

Von Ilka Mertz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sie kommen näher. Nachdem eine Rotte Wildschweine in der vergangenen Woche den Minigolfplatz im Kurpark verwüstet hatte (die LN berichteten), tauchten nun zwei Schwarzkittel ...

20.11.2017

Seit zweieinhalb Jahren gibt es in Bad Schwartau den Reparaturtreff im Gemeindezentrum der Rensefelder Kirchengemeinde. 30 Mitarbeiter versuchen ehrenamtlich, mitgebrachte Dinge zu reparieren: vier Mal im Jahr und mit stetig wachsenden Besucherzahlen.

20.11.2017
Bad Schwartau Bad Schwartau/Stockelsdorf - Ein Tag der Trauer und der Hoffnung

Mit stimmungsvollen Veranstaltungen wurde am Sonntag der Volkstrauertag in Bad Schwartau und Stockelsdorf begangen. „Es ist ein Tag der gemischten Gefühle – voller Trauer und Hoffnung auf Freundschaft und Frieden“, erklärte Bad Schwartaus Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos).

20.11.2017