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Bad Schwartau Mit einem Klick zum geliehenen Buch
Lokales Bad Schwartau Mit einem Klick zum geliehenen Buch
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21:12 23.10.2013
Viola Behnke freut sich, in der Bad Schwartauer Stadtbücherei die „Onleihe“ anbieten zu können. Quelle: Kessing
Bad Schwartau

Computer an, ab ins Internet, ein paar Klicks — und schon ist das Buch da. So einfach kann ein „Büchereibesuch“ jetzt in Bad Schwartau und Stockelsdorf sein. Die Bibliotheken haben sich der „Onleihe zwischen den Meeren“ angeschlossen — einem Internetportal, das den Zugriff auf digitale Medien ermöglicht.

„Bei uns haben viele Nutzer schon nach einem Online-Angebot gefragt, bevor wir uns angeschlossen haben“, sagt Viola Behnke, stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei Bad Schwartau. Dass man nun dabei sei, sei eine logische Entwicklung gewesen. Bereits 2011 — zum Start des Internetportals — habe man überlegt, mitzuziehen, damals sei das aber noch zu kostenintensiv gewesen.

Mittlerweile sind insgesamt 52 Büchereien dabei, darunter auch mehrere aus Ostholstein. Die Kreisbibliothek in Eutin ging gleich bei der Einführung mit, seit dem vergangenen Jahr ist Oldenburg dabei, im Sommer folgte Neustadt. Und jetzt können auch Bad Schwartauer und Stockelsdorfer per „Onleihe“ auf Bücher, Magazine, Zeitungen, Videos und Audios zugreifen.

In beiden Kommunen wird das neue Angebot bereits fleißig genutzt. In Stockelsdorf wurden seit dem Sommer 652 Medien über das Internet ausgeliehen, in der Solbadstadt sind es seit dem Start im Juni 2178. „Wow“, kommentiert Viola Behnke die Zahl, „und das, obwohl wir erst so kurz dabei sind.“

Wie einfach die „Onleihe“ funktioniert, das zeigt Behnke am eigenen Computer: Ist die Seite der „Onleihe“ geöffnet, klickt der Nutzer einfach auf die Bücherei, bei der er Mitglied ist. Dann werden Name und Passwort abgefragt und schon kann es losgehen. Über Themenbereiche, Medienarten oder Titeleingabe findet jeder schnell, was er möchte. Symbole erklären zudem, ob die Medien für PC, MP3-Player oder E-Reader geeignet sind. Und das alles ohne Extrakosten.

Ein Angebot, das auch bei den übrigen Büchereimitgliedern in Ostholstein ankommt. 806 Ausleihen sind seit den Sommermonaten in Neustadt registriert. 6429 waren es seit Beginn des Jahres in Eutin und 2450 in Oldenburg, wobei die Nutzung der „Onleihe“ kontinuierlich gestiegen ist. Waren es in Eutin 2011 gerade 566 Online-Ausleihen bei 70 Nutzern, waren es im vergangen Jahr 4279 Ausleihen bei 278 Nutzern. Ähnlich positiv haben sich die Zahlen in Oldenburg entwickelt.

Ersetzen wird die „Onleihe“ das bisherige Angebot der Büchereien aber wohl nicht. So sieht es zumindest Beate Sieweke von der Kreisbibliothek in Eutin: „Auch wenn die Nutzungszahlen für elektronische Medien ständig steigen, führt dies nicht zwangsläufig zu einer Verdrängung klassischer Medien wie dem Buch, sondern stellt eine sinnvolle Ergänzung dar.“

Aus 22 535 Titeln können die Nutzer der „Onleihe“ derzeit wählen. Und es sollen noch mehr werden: „Der Bestand wird laufend weiter ausgebaut“, sagt Mechthild Golczewski, stellvertretene Direktorin der Büchereizentrale Schleswig-Holstein. Am beliebtesten ist bei der „Onleihe“ übrigens die Kategorie Belletristik und Unterhaltungsmedien. Von den landesweit 232 275 Ausleihen seit 2011 entfielen darauf 122 006. Bei den Medienarten ist es das E-Book (95 030 Ausleihen).

Ausschuss gibt grünes Licht für technische Verbesserungen
4400 Euro hat jetzt der Ausschuss für Bildung und Jugend der Bad Schwartauer Stadtbücherei als zusätzliche Finanzmittel bewilligt. Mit dem Geld will die Bücherei ihre technische Ausstattung optimieren. So soll künftig den Kunden ein Rechner als Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden. „Das ist der Wunsch vieler Kunden. Der Bedarf ist da“, erklärte Elke Maas von der Stadtbücherei, die jetzt den Ausschussmitgliedern die Räumlichkeiten am Markt vorstellte. Ferner soll mit zusätzlichen Leserkatalogen im Erdgeschoss (Sachbücher) und im Untergeschoss (Kinderbücher) die Beratung optimiert werden. Der Ausschuss erfuhr auch, dass die Bad Schwartauer Einrichtung über Zugkraft verfüge. „Viele Gemeinden in der Umgebung können nicht mit einem vergleichbaren Angebot aufwarten. Die Kunden kommen aus Ratekau und auch aus Timmendorfer Strand “, so Maas. sep

Britta Kessing

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