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Bad Schwartau Mutig: Schwartauer Gymnasium ausgezeichnet
Lokales Bad Schwartau Mutig: Schwartauer Gymnasium ausgezeichnet
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17:23 11.09.2018
GaM-Schulleiterin Amira Yassine und Schülervertreter Lukas Fahrenbruch nehmen die Zertifizierung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" von Regional-Koordinator Axel Michaelis (rechts) entgegen. Quelle: Sebastian Prey
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Bad Schwartau

Das Bad Schwartauer Gymnasium am Mühlenberg (GaM) trägt seit Dienstag den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. An der Zertifizierungsfeier haben auch die beiden Paten der Aktion, Pastor Arne Kutsche und Bürgermeister Uwe Brinkmann, teilgenommen. Das GaM ist erst die dritte Schule im Kreis Ostholstein, die diesen Titel trägt.

Die Zertifizierungsfeier wurde im großen Rahmen auf dem Sportplatz gefeiert. Die gesamte Schule versammelte sich, um an der Feierstunde teilzunehmen. Die Lehrer- und Schülerband Hammond & friends spielte auf. Bei „Rollin’ in the Deep“ klatschten die knapp 1000 Schüler, Lehrer und auch Eltern im Rhythmus mit. Zum Abschluss formierte sich die gesamte Schülerschaft zu einer Regenbogenflagge. Schulleiterin Amira Yassine: „Braun soll in unseren Farben des Regenbogens nicht vorkommen.“

Das GaM darf als dritte Schule im Kreis Ostholstein den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ tragen. Die Zertifizierung wurde am Dienstag groß gefeiert.

Drei Jahre Vorbereitung

Schülervertreter Lukas Fahrenbruch (16) machte gleich zu Beginn der einstündigen Feier auf die Bedeutung dieses Tages aufmerksam. „Auf diesen Tag haben wir drei Jahre lang hingearbeitet. Es war ein langer Weg. Die Aktion kam nicht aus der Lehrerschaft, sondern wurde von den Schülern gemacht“, erklärte Lukas. Um den Titel zu bekommen, habe man unter anderem Unterschriften von Schülern und Lehrern sammeln müssen. Nur wenn 70 Prozent sich mit den Zielen der Aktion voll und ganz identifizieren und diese unterstützen wollen, bekommt eine Schule das Zertifikat verliehen. Diese Hürde habe das GaM mit 80 Prozent ganz locker genommen. „Wir haben an dieser Schule kein Problem mit Rassismus. Darüber können wir uns freuen“, erklärte Lukas. Die Zertifizierung sei aber ein wichtiges Zeichen über die Schule und Stadtgrenzen hinaus. „Wir müssen anfangen, für eine Gesellschaft zu kämpfen, in der es selbstverständlich ist, dass alle gleich sind“, sagte Lukas.

Chemnitz und Köthen als Mahnung

Ähnlich werteten auch die Paten der Aktion die Zertifizierung. „Mir wäre es grundsätzlich lieber gewesen, nicht Pate zu sein und in einer Welt zu leben, in der ein solches Projekt gar nicht nötig wäre. Doch ein couragiertes Auftreten jedweder Art ist heute mehr als geboten“, betonte Pastor Arne Kutsche, der dann auch an die aktuellen Vorfälle in Chemnitz und Köthen erinnerte. Bürgermeister Uwe Brinkmann warb für mehr Toleranz. „Rasse, Hautfarbe, soziale Herkunft, Geschlecht oder sexuelle Orientierung dürfen nicht zu Ausgrenzung und Diskriminierung führen“, sagte Brinkmann, der sich für die Initiative der Schüler bedankte.

Schule ohne Vorurteile

Dass das Gymnasium am Mühlenberg eine soziale und weltoffene Schule ist, darauf ging GaM-Schulleiterin Amira Yassine in ihrer Rede ein. Sie erinnerte an den großen Einsatz für einen albanischen Schüler Aldo. „Schüler, Lehrer und Eltern am GaM haben dafür gekämpft, dass Aldo bleiben darf. Er durfte am Ende den Weg am GaM nicht weitergehen, weil er einen falschen Pass hatte“, sagte Yassine. Die Zertifizierungs-Plakette „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zeige nun auch gleich von außen, was in dieser Schule steckt. „Wir haben keine Berührungsängste. Hier werden Schüler der unterschiedlichsten Religionen beschult. Ohne Vorurteile und voller Neugier fahren Schülergruppen nach Frankreich, Dänemark, Polen und auch nach Israel.“

Von der großen Feier, die die Schule anlässlich der Verleihung organisiert hatte, zeigte sich auch der Regional-Koordinator von der Aktion Courage e.V., Axel Michaelis, beeindruckt. „Das war ein toller Rahmen“, sagte Michaelis. Durch das neue Schild am Gebäude des GaM wisse nun jeder, dass Rassismus, Diskriminierung, Abziehen oder Mobbing an diesem Ort keine Chance haben. „Diese Botschaft sollte über die Schule hinaus in die ganze Stadt Bad Schwartau und darüber hinaus getragen werden.“

Sebastian Prey

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