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Bad Schwartau Nach 43 Jahren legt Wolf-Rüdiger Traß die Uniform ab
Lokales Bad Schwartau Nach 43 Jahren legt Wolf-Rüdiger Traß die Uniform ab
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22:16 25.08.2016
Wolf-Rüdiger Traß geht nach 43 Jahren in Pension. Quelle: Thormälen
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Bad Schwartau/Bad Oldesloe

„Ich würde alles noch einmal machen – und zwar ganz genauso“, sagt der Bad Schwartauer Wolf-Rüdiger Traß rückblickend zufrieden. Und der Erste Polizeihauptkommissar schaut sehr weit zurück, war er doch vor 43 Jahren als junger Anwärter eingestiegen und beendet heute als Revierleiter in Bad Oldesloe seine Karriere. Ganz egal, wo er im Dienst war, für den Polizisten galt der Grundsatz: „Ich wollte immer für den Bürger da sein.“

Das allerdings ist dem Beamten wirklich nicht immer ganz leicht gefallen – vor allem in der Zeit um 1977, als Demonstranten gegen den geplanten Bau des Kernkraftwerkes in Brokdorf protestierten.

„Auch wir Polizisten waren ja gegen die Atomkraft. Doch wir mussten unseren Auftrag erfüllen und die Baustelle schützen – selbst wenn wir den Demonstranten eigentlich Recht gaben“, so Wolf-Rüdiger Traß (60).

Er wurde am 12.Oktober 1955 in Ratzeburg im Kreis Herzogtum Lauenburg geboren und begann im Herbst 1973 nach dem Besuch des Fachgymnasiums seine Ausbildung in Eutin im Kreis Ostholstein. Anschließend war er als Ausbilder und Gruppenführer bei der Bereitschaftspolizeiabteilung im Einsatz. Von 1980 bis 1983 drückte der Beamte dann wieder die Schulbank auf der Verwaltungsfachhochschule in Altenholz bei Kiel, um sich für die Laufbahn des gehobenen Dienstes zu qualifizieren. Anschließend ging es für ihn als Chef auf die Wachen, er leitete Dienststellen in Timmendorfer Strand und Bad Schwartau im Kreis Ostholstein und wechselte 2011 nach Bad Oldesloe. Seine Nachfolge tritt nun Michael Demski an, der zum 1. Oktober von Mölln nach Bad Oldesloe wechselt.

Wolf-Rüdiger Traß war nach eigenen Worten glücklicherweise nie gezwungen, auf auf einen Mensch zu schießen: „Ich habe Warnschüsse bei der Verfolgung von mutmaßlichen Einbrechern abgegeben. Die sind dann stehengeblieben.“ In Ostholstein und Stormarn hat er alle Strukturreformen mitgemacht – als Leiter von Stationen, Zentralstationen und Revieren. Aber nicht nur Bezeichnungen haben sich geändert – auch Inhalte. „Der Polizist war früher eine Respektperson. Das ist heute nicht mehr der Fall. Man muss sich den Respekt der Bürger verdienen und erarbeiten“, so der 60-Jährige. Damit werde der „Mensch in der Uniform“ mehr gefordert, weiß der sechsfache Vater und Großvater um die Veränderungen in seinem Beruf. Dennoch: Seine drei Söhne sind auch Polizisten geworden.

„Ich freue mich auf meinen neuen Lebensabschnitt“, so der künftige Pensionär, der mit Ehefrau Iris zunächst zu einer Motorradtour durch Deutschland startet. Für die in Bad Schwartau lebenden Eheleute sind Tanzen und Tauchen weitere gemeinsame Hobbys.

 Michael Thormählen

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