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Bad Schwartau Nach Unfall: Wann kommt die Ampel?
Lokales Bad Schwartau Nach Unfall: Wann kommt die Ampel?
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20:42 07.08.2017
Dieses Verhalten an der Kreuzung Eutiner/Pariner Straße ist richtig: Radfahrer nutzen in Richtung Ratekau die Straße. Bei dem enormen Verkehr ist das aber gefährlich, und so nutzen die meisten den Radweg für beide Richtungen auf der anderen Seite. Quelle: Fotos: Irene Burow(3), Sep(2)

Diese Kreuzung ist gefährlich, das hat sich immer wieder gezeigt. Jetzt ist es wieder passiert: Ein Radfahrer schwebt nach einem Unfall mit einem Betonmischer in Lebensgefahr. Seit mehr als zehn Jahren wird über die Verkehrssituation an der Einmündung Pariner Straße/Eutiner Straße gestritten. Eine Ampel war dort schon einmal geplant, aber die Politik hat das Vorhaben 2007 kurz vorher gestoppt.

Fahrer eines Betonmischers übersieht Radfahrer – 81-Jähriger lebensgefährlich verletzt.

Jetzt laufen erneut Planungen für eine Ampelanlage. Der jüngste schwere Unfall ereignete sich bereits am Freitagnachmittag. Gegen 14.09 Uhr hatte ein 81-Jähriger aus Ostholstein mit seinem Elektrofahrrad den Radweg der Eutiner Straße in Bad Schwartau aus Richtung Ratekau kommend befahren. In Höhe der Einmündung zur Pariner Straße wurde der Ostholsteiner von dem Betonmischer eines 54-jährigen Lübeckers erfasst. Der Kraftfahrer wollte mit seinem schweren Gefährt von der Pariner Straße links in die Eutiner Straße (L 309) einbiegen. Der 81-Jährige wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Lübecker Krankenhaus eingeliefert.

Polizei-Sprecher Dirk Asmussen: „Laut derzeitigen Erkenntnissen hat der Fahrer des Betonmischers den Elektrorad-Fahrer übersehen“, sagt er, mit Bezug auf den toten Winkel. Die weiteren Ermittlungen dieses Verkehrsunfalls führt das Polizeirevier Bad Schwartau. Dass es an der Einmündung Pariner Straße/Eutiner Straße wieder einmal gekracht hat, kommt nicht überraschend. Bad Schwartaus Polizei-Revierleiter Andreas Block: „In dem Bereich ist immer sehr viel Verkehr. Durch den verschwenkten Radweg ist die Verkehrssituation nicht unbedingt übersichtlicher geworden.“ Fahrrad-Experte und Stadtvertreter Reimer Fuhrmann: „Ich fahre die Strecke täglich. Dort muss man sehr langsam und auch vorsichtig fahren. Die Kraftfahrer können einen erst spät sehen.“

Anwohner kennen die brenzlige Situation, beobachten den starken Verkehr. Die Baustelle auf der Autobahn macht die Situation nicht unbedingt besser – durch Bad Schwartau führt eine geeignete Ausweichstrecke. „Man braucht keinen großen Geist, um hier die Gefahr zu sehen“, sagt Anwohner Benjamin Jäkel. Ordnungsamtschef Bernd Kubsch weiß ebenfalls um die schwierige Situation. Er erinnert an einen einstimmigen Beschluss des Verkehrsausschusses im Jahr 2007, an dieser Stelle auf eine Ampel zu verzichten. Die Begründung damals: durch Schutzgitter sei die Lage dort so übersichtlich, dass es für eine Ampel keine Notwendigkeit gebe – zumal eine Ampel auch rund 75 000 Euro gekostet hätte. Inzwischen sei der Bereich laut Kubsch durch die Verlegung der Fußgänger- und Radfahrerfurt weiter hinein in den Bereich der Pariner Straße zudem etwas sicherer geworden. „Die Radfahrer sind gezwungen langsamer zu fahren und die Autofahrer fahren in der Regel vorsichtiger an die Einmündung“, berichtet Kubsch, der aber unlängst Signale vernommen hat, dass der Ausschuss sich jetzt doch für eine Ampel an der Stelle ausspricht. „Wir sind jetzt wieder im Prüfungsverfahren. Die Politik muss dann allerdings auch noch die Mittel in den Haushalt 2018 bereitstellen.“

Langer Kampf

Mehr als drei Jahre lang haben sich die Wählergemeinschaft Bad Schwartau (WBS), Bündnis 90/Die Grünen, die Vorwerker Diakonie und die Bad Schwartauer Stadtverwaltung auch für eine andere Ampelanlage im Verlauf der L 309 eingesetzt. Schließlich gab der zuständige Landesbetrieb Straßenbau in Lübeck sein Okay. Seit Februar steht die neue Anlage nun an der Ecke Sonnenweg/Riesebusch.

I. Burow und S. Prey

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