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Bad Schwartau Nach Vandalismus: "Waldmäuse" starten Wiederaufbau
Lokales Bad Schwartau Nach Vandalismus: "Waldmäuse" starten Wiederaufbau
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19:21 07.08.2015
Erzieher Matthäus Frenzel sägt Hölzer mit Jannik (7, Mitte) und seinem Bruder Jakob (4).
Bad Schwartau

Es werden emsig Äste zusammengesucht, Nägel ins Holz geschlagen und gesägt: Rund 40 Kinder wuseln mit Erziehern und ein paar Eltern durch den Wald. „Heute schauen wir erst einmal, was wo gemacht werden muss und was für Materialien wir noch brauchen“, sagt Melanie Müller, Leiterin der integrativen Kindertagesstätte „Am Papenmoor“. „Dann haben sich das alle vor Ort einmal angesehen, damit wir uns nicht so verheddern.“ Der Wiederaufbau der Holzbauwerke, die Mitte Juli im Küsterholz von Unbekannten zerstört worden sind (die LN berichteten), kann nun so langsam beginnen — auch wenn noch sehr viele Familien im Urlaub sind. Aber seitdem Holzschiff, Essplatz und Balancier-Parcours nicht mehr benutzbar sind, war die Waldgruppe der Kita auch nicht mehr an ihrem Platz. „Da kann man sich ja momentan nicht mal mehr richtig hinsetzen“, so Müller. Das soll sich nun wieder ändern.

Rita Meuser, die zwar selbst kein Kind mehr in der Einrichtung hat, aber ein Nachbarskind wie den eigenen Enkelsohn betreut, hat sich gleich gemeldet, als sie von dem Vandalismus in der Zeitung gelesen hat. „Mein Mann und ich waren entsetzt, als wir das gesehen haben“, erzählt sie, „und da dachten wir, wenn wir das einrichten können, dann helfen wir auch.“ Erst einmal wolle sich die Freiwillige vor Ort anschauen, was es so zu tun gibt. „Mein Mann ist handwerklich sehr begabt, da bekommen wir bestimmt etwas hin“, so Meuser.

Im Wald sammeln sich die Kinder aus den insgesamt vier Gruppen um den Erzieher Matthäus Frenzel — der hat das Werkzeug dabei. Säge, Hammer und Feile; die Geschwister Jakob (4) und Jannik (7) probieren zusammen mit Frenzel gleich einmal die Säge aus. „Wir bekommen das hier schon wieder aufgebaut“, sagt er zuversichtlich zu den Kindern. Marlene hat schon genaue Vorstellungen: „Ich wünsche mir so sehr, dass das Schiff wieder aufgebaut wird“, sagt die Vierjährige.

Dazu braucht die Kita aber noch einiges an Natur-Material. „Wir haben hier im Wald natürlich schon fast alles abgegrast“, sagt Melanie Müller, „aber eine Familie wollte uns noch neue Weiden mitbringen.“ Ein während des letzten Sturms abgeknickter Baum kommt da gerade auch ganz recht: Matthäus Frenzel sägt dort ein paar Äste ab, die Kinder befreien sie von den Blättern. Auch Rita Meuser packt mit an: „Alles, was gemacht werden muss, machen wir mit“, sagt sie. „Wir sind immer noch ganz begeistert, wie viele Leute das hier berührt hat und wie viele gleich helfen wollen“, sagt Müller.

Derweil gibt es erste Hinweise auf mögliche Täter. Eine Frau hat sich bei der Kita gemeldet, die an dem betreffenden Wochenende eine Gruppe Kinder im Wald gesehen hat.

Lena Schüch

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