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Bad Schwartau Nachwuchs fordert etablierte Kräfte
Lokales Bad Schwartau Nachwuchs fordert etablierte Kräfte
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18:14 28.12.2017

Zweimal hat Vladimir Epishin schon das Preisgeld-Turnier in der Solbadstadt gewonnen. Doch der Großmeister, der für den SV Lingen an den Start geht, tut sich diesmal schwer. „Ich war ganz dicht dran“, sagt Alwin Elias Schwerdt. Der 15-Jährige vom hiesigen Schachverein hatte den Großmeister am Rande einer Niederlage. „Das motiviert natürlich, wenn man sieht, dass man da mithalten kann“, sagt der Schüler.

Epishin und auch der andere Großmeister Leonid Voloshin (SG Kaiserslautern) werden ihrer Favoritenrolle bislang gerecht, aber sie tun sich schwer. „Ich habe fast den Eindruck, dass Vladimir Epishin etwas gesundheitlich angeschlagen ist“, sagt Thomas Schmid, Vorsitzender des Bad Schwartauer Schachvereins von 1930.

Doch das dürfte nicht der einzige Grund sein, denn der Nachwuchs ist nicht nur quantitativ stark vertreten. Die 55 Kinder und Jugendlichen auf der Startliste beeindrucken auch spielerisch. So wie die neunjährige Katerina Bräutigam (SV VHS Rendsburg), die mit 1,5 Punkten nach drei Runden auf einem Mittelfeldplatz liegt. „Das ist schon enorm. Es macht Freude, die jungen Menschen zu sehen und zu fördern“, sagt Albert Gruber. Der 85-Jährige vom Lübecker SV ist der älteste Teilnehmer. Auch er liegt aktuell im Mittelfeld. Genau wie Lucy Jasmin Birner (15), die eine von nur 13 Teilnehmerinnen ist. „Es gibt auch nur reine Frauenturniere, aber da kennt man sich untereinander schon ziemlich genau. So ein offenes Turnier mit Männern ist schon spannender“, sagt die Sprecherin der Schach-Jugend Schleswig-Holstein.

Mit zwei Punkten aus drei Runden hat der zwölfjährige Lokalmatador Max Herold überrascht. „Max merkt, dass man durch langsames Spiel sehr erfolgreich sein kann“, lobt Jugendtrainer Olaf Nevermann. In jeder Partie hat jeder Spieler zweieinhalb Stunden Bedenkzeit, wobei die ersten 40 Züge in zwei Stunden getätigt werden müssen.

Zufrieden ist auch Johannes Baier, der nun schon zum vierten Mal in Bad Schwartau dabei ist. Der FIDE-Schiedsrichter aus Aachen lobt: „Die Organisation läuft absolut störungsfrei.“ Als Schiedsrichter sei er aber auch in erster Linie für die Paarungsermittlung verantwortlich. „Das wird beim Schach aber nicht ausgelost, sondern erfolgt nach einem festen Algorithmus“, erklärt Baier. „Das ist am Ende für alle ganz genau nachvollziehbar. Durch diese Art der Ermittlung treffen die Aktiven immer auf ungefähr gleichstarke Kontrahenten.“

Heute geht’s weiter

Bereits heute morgen wird ab 9 Uhr an 64 Brettern die fünfte Runde bei den Schach-Open gespielt. Runde sechs beginnt am Nachmittag ab 15 Uhr. Die siebte und letzte Runde wird am morgigen Sonnabend um 9 Uhr gestartet. Die Siegerehrung ist für 16 Uhr geplant. Gespielt wird um ein Preisgeld von insgesamt 2250 Euro. Der Sieger wird mit 750 Euro entlohnt. Für den siebten Platz gibt es noch 100 Euro.

Zuschauer sind beim Turnier willkommen. Der Eintritt ist frei.

Sebastian Prey

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