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Bad Schwartau Neue Container am Ahornweg: Flüchtlinge ziehen bald ein
Lokales Bad Schwartau Neue Container am Ahornweg: Flüchtlinge ziehen bald ein
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10:35 05.01.2016
Derzeit werden die Anschlüsse für die Ver- und Entsorgungsleitungen zu den Wohncontainern gelegt. Bereits in der nächsten Woche sollen die ersten von maximal 24 Migranten einziehen in die Container im Ahornweg. Quelle: Dankert

Das Thema Flüchtlinge war im vergangenen Jahr das beherrschende Thema in der Gemeinde — insbesondere im Hinblick auf die Unterbringung. 200 Flüchtlinge wurden allein aufgrund des Verteilungsschlüssels im vergangenen Jahr Stockelsdorf zugewiesen — „und die sind auch alle angekommen“, bestätigt Hauptamtsleiter Axel Kerbstadt. Um die angespannte Unterbringungssituation zu händeln, hatte die Politik im Herbst 2015 beschlossen, auf Wohncontainer als Zwischenlösung zu setzen. Vor Kurzem wurden erneut Container geliefert — zwölf an der Zahl.

Diese Container stehen im Ahornweg/Erlenweg und sind zur Zeit neben dem Standort am Brandenbrooker Weg der zweite Containerstandort für Flüchtlinge in Stockelsdorf. Eine Dauerlösung sollen die Container aber nicht sein, sondern lediglich eine relativ schnell verfügbare Unterkunft für einen befristeten Zeitraum. „Diese Container wurden vorerst für zwei Jahre angemietet“, erklärt Bauamtsleiter Dieter Rodewald. Die Aufstellung der Container im Ahornweg ist allerdings für die nächsten drei Jahre genehmigt worden, so Rodewald.

Die Wohnverhältnisse in dieser Unterkunft sind mit einer Grundfläche von 15 Quadratmetern eher bescheiden. Pro Container sollen zwei Personen untergebracht werden — also maximal 24 Flüchtlinge im Ahornweg. In der kommenden Woche sollen die ersten Flüchtlinge hier einziehen, so Axel Kerbstadt. Derzeit werden die Anschlüsse für die Ver- und Entsorgungsleitungen gelegt und die Container mit Möbeln ausgestattet. Die Kosten für Miete, Anschlüsse und Herrichtung des Grundstücks belaufen sich auf insgesamt 237000 Euro.

„Bisher ist es der Gemeinde gelungen“, so Dieter Rodewald, „über 80 Prozent der Flüchtlinge in den angemieteten Wohnungen dezentral unterzubringen. Aufgrund der weiterhin hohen Zuweisungszahlen ist das in diesem Umfang nicht mehr möglich.“ Deswegen sind weitere Containerstandorte schon beschlossene Sache: Die Containeranlage am Brandenbrooker Weg wird in Kürze aufgestockt, im Frühjahr wird eine zweigeschossige Anlage für 60 Flüchtlinge in der Rudolf-Diesel-Straße aufgestellt; parallel dazu soll dort ein Wohnblock für 100 Personen entstehen. Ein weiterer Containerstandort für bis zu 60 Bewohner soll am ATSV-Sportplatz Herrengarten sein. Außerdem werden weitere Flächen wie am ehemaligen Abaco oder in der Georg-Ohm-Straße an der Sporthalle geprüft im Hinblick auf eine mögliche Containeraufstellung.

Bereits in der kommenden Wochen, so Axel Kerbstadt, werden die nächsten Flüchtlinge in Stockelsdorf ankommen. „Noch geht das gerade so mit der Unterbringung“, erklärt Kerbstadt, „wir haben ein kleines bisschen Luft und kommen zur Zeit ohne Turnhallen aus.“ Offizielle Zuweisungszahlen für dieses Kalenderjahr gebe es noch nicht, „aber wir gehen davon aus“, so Kerbstadt, „dass die Zahl so sein wird wie im vergangenen Jahr, deswegen rechnen wir mit rund 200 neuen Flüchtlingen.“ Aus diesem Grunde setze die Gemeinde nicht nur auf Container als schnelle Lösung, sondern weiterhin auch auf die Anmietung privater Wohnräume.

Doreen Dankert

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