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Bad Schwartau Neue Kameras sollen den Bahnhof überwachen
Lokales Bad Schwartau Neue Kameras sollen den Bahnhof überwachen
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20:31 26.04.2016
Mit der neuen Kameratechnik will die Stadt künftig beide Eingänge zum Bahnhofsgebäude überwachen. Quelle: Fotos: Sebastian Prey

Dieser Fall hat ganz Bad Schwartau erschüttert: Eine junge Frau wird auf der Toilette des Bahnhofs vergewaltigt. Die Polizei setzt bei der Suche nach dem Täter auf die Bilder einer Kameraüberwachung. Doch die Technik hat keine Bilder aufgezeichnet. Grund: Bei Elektroarbeiten an dem Bahnhofsgebäude wurde die Kameraüberwachung versehentlich ausgeschaltet. Das war aber nicht die einzige Panne.

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Im Februar wurde dort eine junge Frau vergewaltigt — Die Stadt Bad Schwartau plant jetzt neue Videoanlagen zu installieren, um für mehr Sicherheit zu sorgen.

Weder Stadtverwaltung noch die Deutsche Bahn, die ursprünglich für die Auswertung der Bilder verantwortlich war, hatten bemerkt, dass die Technik nicht funktioniert. Erst nach der Vergewaltigung im Februar wurde festgestellt, dass die Kameras nicht laufen. Zudem hat sich die Bahn schon länger aus der Überwachung der Bilder zurückgezogen, ohne die Stadt darüber schriftlich zu informieren.

Lediglich die Summe von knapp 4000 Euro, die die Stadt Bad Schwartau für die Aufschaltung der Bilder bei der Bahn für die Überwachung bezahlt hat, wurde zurücküberwiesen. „Es sind also einige Dinge zusammenkommen“, sagt Ordnungsamtschef Bernd Kubsch. Damit solche Ausfälle künftig ausgeschlossen werden können, schlägt die Verwaltung jetzt vor, neue hochwertige Kameras anzuschaffen und die Überwachung selbst in die Hand zu nehmen. Darüber soll der Ausschuss für Sicherheit, Verkehr und Umweltschutz am morgigen Donnerstag befinden.

Die Beschlussvorlage sieht vor, die alte Kameratechnik auszutauschen und durch HD-Kameras technisch aufzuwerten. Zudem soll neben der Bahnhofshalle künftig auch der direkte Eingangsbereich stadtseitig und bahnseitig überwacht werden. „Die Aufnahmen werden aufgezeichnet und maximal 72 Stunden gespeichert. Der Zugriff auf die Videoaufnahmen soll künftig direkt aus dem Rathaus (Ordnungsamt) erfolgen“, heißt es in der Vorlage.

Ordnungsamtschef Kubsch rechnet damit, dass sich die Technik kurzfristig installieren lässt. „Entsprechende Angebote wurden schon eingeholt“, berichtet Kubsch. Die Lieferung und Installation der Anlage wird rund 4000 Euro brutto kosten. Für den Fernzugriff auf die Aufnahmen fallen monatliche Kosten von rund 90 Euro an. Aus Sicht von Bernd Kubsch ist die Kameraüberwachung des gesamten Bahnhofbereichs sinnvoll. Nicht nur wegen des schlimmen Vorfalls im Februar. „Die neue Technik könnte auch helfen, den Vandalismus einzudämmen.“

Trotz fehlender Bilder am Bahnhof ist es der Polizei inzwischen auch gelungen, den mutmaßlichen Vergewaltiger festzunehmen. Dringend tatverdächtig ist ein 19-jähriger Iraker, der laut Staatsanwaltschaft seit November 2015 in einer Flüchtlingsunterkunft in Lübeck gelebt hat und mittlerweile in Untersuchungshaft sitzt.

Ausschuss beschäftigt sich auch mit Tempo 30-Zonen

18 Tagesordnungspunkte stehen auf dem Programm für die Sitzung des Ausschusses für öffentliche Sicherheit, Verkehr und Umweltschutz.

Getagt wird am morgigen Donnerstag, 28. April, unter dem Vorsitz von Dr. Ellen Reil (Bündnis90/Die Grünen) ab 18 Uhr im großen Sitzungssaal.

Neben der Kameraüberwachung am Bahnhof werden sich die Politiker vor allen Dingen mit Verkehrsthemen befassen. So wird unter anderem Stefan Luft von der Firma Urbanus, die auch für den Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Bad Schwartau verantwortlich zeichnet, über die Auswirkungen der Hinterlandanbindung auf das Stadtgebiet berichten. Ferner wird es einen Experten-Bericht zum „Barrierefreien Zob“ geben. Gesprochen wird zudem über die Errichtung beziehungsweise Erweiterung von Tempo-30-Zonen im Stadtgebiet. So beantragen die Grünen gemeinsam mit der WBS die Einführung von 30er Zonen im Bereich aller Schulen, Kindergärten und Seniorenheime.

Interessant dürften auch die Sachstandsberichte der Verwaltung zu den Themen „Verfüllungsmaßnahme der Deponie Groß Parin“ , Kurparkgestaltung, LHKW-Schaden und Abholzungsmaßnahmen im Riesebusch werden.

Von Sebastian Prey

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