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Bad Schwartau Neue Skaterbahn — keiner will sie bauen
Lokales Bad Schwartau Neue Skaterbahn — keiner will sie bauen
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21:18 29.08.2013
„Der Bau muss jetzt zügig losgehen. Es ist sehr unglücklich, wenn das Ganze so lange dauert.“ Birte Engels-Rettig, Stadtjugendpflege

Ist das Projekt Skater- und Dirtbikebahn zum Scheitern verurteilt? Der Entwurf ist fertig, das Geld ist da — doch keiner will bauen. Eigentlich sollte die neue Anlage im Bürgerpark noch in diesem Jahr eröffnet werden. Stattdessen sucht die Stadt nach wie vor nach einem Bauunternehmen — und kassiert Absage um Absage. Das Interesse an dem Auftrag sei nicht sehr groß, berichtete Carolin Welchert von der Bauverwaltung jetzt im Ausschuss für Bildung und Jugend von den bisherigen Erfahrungen. Hinzu komme, dass nur wenige Fachfirmen überhaupt in Frage kämen, und die seien häufig Jahre im Voraus komplett ausgebucht.

Auf einem insgesamt 5000 Quadratmeter großen Areal plant die Stadt die neue Anlage. 100 000 Euro stehen für das Projekt zur Verfügung; die Aktivregion Lübecker Bucht hat eine Förderung von 50 Prozent zugesagt. Die jetzige Skaterbahn soll im Zuge der Parkplatzerweiterung am P1- Center weichen (LN berichteten).

Seit dem Frühjahr laufen die konkreten Planungen für die Skater- und Dirtbikebahn; Jugendliche wurden mit einbezogen, konnten in zwei Workshops Wünsche äußern. Der dritte Termin sollte auf der Baustelle sein, um mit Experten letzte Details zu besprechen und zu klären, inwiefern die Vorstellungen der jungen Menschen zu realisieren sind. In naher Zukunft ist damit nun jedoch nicht zu rechnen.

Die Ausschussmitglieder reagierten bestürzt auf die Nachricht von der derzeitigen Lage. „Wenn wir Jugendliche an der Planung beteiligen, sollten diese auch immer noch jugendlich sein, wenn das Projekt fertig wird“, sagte zum Beispiel der Vorsitzende Carsten Dyck (CDU). Man müsse jetzt schnell eine Lösung finden: „Die neuen Parkplätze sollen ja irgendwann auch genutzt werden — und es kann nicht sein, dass die alte Anlage verschwindet, bevor wir eine neue haben.“ Auch Hans-Peter Pahlke (SPD) forderte einen konkreten Zeitplan und warnte vor einer erheblichen Verzögerung.

Laut Carolin Welchert gestaltet sich die Suche nach einer Baufirma allerdings sehr schwierig. Für die Skateranlage dürfe ausschließlich Beton verbaut werden, erläutert sie, nur so könnten später bei der Nutzung die Lärmschutzbestimmungen eingehalten werden. Die Auswahl an Firmen, die sich auf diesem Gebiet spezialisiert hätten, sei nicht groß — und die Anbieter seien entsprechend ausgelastet.

„Ein Kieler Unternehmen, das wir gerne gehabt hätten, ist die nächsten anderthalb Jahre dicht mit Aufträgen“, so die Grünplanerin.

Zudem sei das Projekt in Bad Schwartau für die Spezialfirmen nicht besonders attraktiv. Es geht um eine Fläche von rund 750 Metern — „sonst bauen sie zwei- bis dreimal so groß“, erzählt Welchert.

Auch gehöre sonst in der Regel der Part der Jugendbeteiligung mit zum Auftrag; „die Workshops durchzuführen, ist für die Firmen offenbar sogar lukrativer als der eigentliche Bau“, so die Verwaltungsmitarbeiterin, „aber diesen Teil hatten wir hier ja nun schon“.

Stadtjugendpflegerin Birte Engels-Rettig bezeichnet die Situation als „sehr unglücklich“. „Wir müssen gucken, dass es jetzt ganz zügig losgeht“, betont sie, „wir haben die Kinder und Jugendlichen mit ins Boot geholt — dann müssen sie hinterher auch sehen, dass tatsächlich etwas passiert.“

Die Stadt sei „weiter dran“, versicherte Carolin Welchert. Allerdings „macht es wenig Sinn, die Unternehmen zu einer Kostenschätzung zu zwingen, wenn sie von vornherein klarstellen, kein Interesse an dem Auftrag zu haben“. Alternativ müsse man überlegen, ob man zunächst einige wenige Geräte aufstelle und das Angebot in den kommenden Jahren erweitere.

Jennifer Binder

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