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Bad Schwartau Neue Tafeln ermöglichen Zeitreise im Herrenhaus
Lokales Bad Schwartau Neue Tafeln ermöglichen Zeitreise im Herrenhaus
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20:57 17.10.2017
Stockelsdorf

Es muss etwa zwei Jahre her sein, dass Patrick Lakins und Maria Starke, Pächter und Geschäftsführerin des Herrenhauses, die Idee hatten, einen bis dato leeren Stuck-Rahmen im ehemaligen Trauzimmer zu füllen. „Das war so eine Lücke über der Tür“, erinnern sie sich. Etwa gleichzeitig wurde der Gedanke laut, den Erbauer des Herrenhauses, Georg Nicolaus Lübbers, zu würdigen. „Es gibt hier kein Bild von ihm“, so Patrick Lakins.

Es gibt nicht mehr viele historische Gebäude in der Gemeinde Stockelsdorf: die Kirche, die Villa Jebsen, die Dörpskaat in Obernwohlde. Und natürlich das Herrenhaus. Und genau dort erläutern jetzt zwei neue Tafeln die Historie des Bauwerks und das Leben seines Erbauers.

Es gab, muss es nun richtig heißen, denn nun hängt im ehemaligen Trauzimmer eine Leinwand mit Bildern von Lübbers und seiner Frau Maria Catharina, dazu gibt es eine kleine Autobiografie. Jens Clauß, zweiter Vorsitzender des Gemeinnützigen Bürgervereins Stockelsdorf, hat sich mit dem Leben des Paares beschäftigt. „Lübbers ist schon mit 19 Jahren Soldat geworden und dann viel herumgekommen“, so Clauß. Im damaligen Ostindien habe er viel Geld verdient, zurück in Deutschland durch die Heirat mit der Tochter des Altonaer Bürgermeisters Johann Daniel Baur noch mehr. „Das Paar hat sich dann in Stockelsdorf niedergelassen und 1761 das Herrenhaus im damaligen Zentrum des Ortes im ländlichen Rokoko-Stil erbaut. „Für den bürgerlichen Lübbers war das Haus vielmehr eine Kapitalanlage als ein Repräsentationsobjekt“, erklärt Jens Clauß, der auch auf die zahlreichen weiteren unternehmerischen Tätigkeitsfelder Lübbers’ verweist: „Er war Bierbrauer, hatte Fabriken für Branntwein und Essig, sogar für Spielkarten. Und natürlich hat er mit der Produktion der Stockelsdorfer Fayencen“ begonnen.“

„Es ist toll, dass wir jetzt hier im Herrenhaus mehr über seine Geschichte erfahren können“, lobt. auch Manfred Beckmann von der Fördergemeinschaft des Herrenhauses. Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann, zugleich Vorsitzende der Stiftung Herrenhaus, der das Gebäude gehört, betont: „Wir haben ja nicht viel Historisches; das, was wir haben, müssen wir pflegen.“ Zu diesem Zweck wurden vor vielen Jahren Fördergemeinschaft und Stiftung ins Leben gerufen. „Damals war das Herrenhaus ziemlich verwohnt, da haben wir nicht mal zu träumen gewagt, was für ein lebendiges Haus wir heute hier haben“, so die Bürgermeisterin. Das Haus sei ein Juwel, eine wahre Bereicherung des kulturellen Lebens in der Gemeinde, so Beckmann.

In den kommenden Jahren stehen weitere Modernisierungsmaßnahmen am Gebäude an: So muss die Lüftungsanlage erneuert und eine neue Elektroanlage in der Küche installiert werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 550000 Euro. Baubeginn ist voraussichtlich im ersten Quartal 2019.

Von Ilka Mertz

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