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Bad Schwartau Neuer Bronze-Knabe von Peterich aufgetaucht
Lokales Bad Schwartau Neuer Bronze-Knabe von Peterich aufgetaucht
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07:49 31.07.2017
Die 23 Zentimeter hohe Figur zeigt einen Knaben mit Flügeln. Der Bürgerverein hat eine dreistellige Summe dafür bezahlt.

Die Stadt Bad Schwartau ist um ein Kunstwerk reicher: Dem Gemeinnützigen Bürgerverein ist es gelungen ein Werk des Bad Schwartauer Künstlers Paul Peterich vom europäischen Kunstmarkt zu erwerben. Ein Großteil seiner Werke ist verschollen, umso schöner ist die Nachricht für die Stadt. Es handelt sich um eine kleine Bronze-Figur, die in den Niederlanden über Ebay zum Kauf angeboten worden war.

Thomas Frank und Gerlinde Matz vom Bürgerverein überreichen die Bronze-Figur an Bürgermeister Uwe Brinkmann (r.). Quelle: Fotos: Irene Burow

„Professor Rolf Grimm aus Hemmingen beobachtet den Kunstmarkt sehr genau, weil er sich für die Werke eines anderen Künstlers interessiert“, erklärt Thomas Frank, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Und so machte der Cousin des Mitglieds Klaus Weingärtner aus Stockelsdorf den Bürgerverein über das interessante Angebot aufmerksam. Die 23 Zentimeter hohe Figur zeigt einen Knaben mit Flügeln. „Selbstverständlich wollten wir auch diese Chance nutzen, durch den Erwerb den Bestand unseres Museums von Werken Peterichs zu vergrößern“, so Klaus Nentwig, Vorsitzender des Bürgervereins.

„Solche Werke zu finden gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Mein Dank geht an die Mitglieder des Bürgervereins, die so umsichtig sind, diesen Fundus stetig zu erweitern“, sagte Bürgermeister Uwe Brinkmann.

Möglicherweise handelt es sich bei dem Werk um eine Vorarbeit des Künstlers für die lebensgroße, aus Marmor geschaffene Skulptur eines träumenden Knaben, die sich in der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel in Berlin befindet. „Dort war sie bis 2015 sehr lange an prominenter Stelle im Treppenhaus aufgestellt“, sagt Thomas Frank. „Jetzt ist sie eingelagert.“

Im Buch des früheren langjährigen Vorstandsmitgliedes Georg Harders mit dem Titel: „Professor Paul Peterich, Leben und Werk“ heißt es dazu, dass es sich um ein „Kunstwerk ersten Ranges“ handele – so nannte es die zeitgenössische Kunstkritik. „Noch viel reiner, durchgebildeter erscheint diese lebensgroße Marmorgestalt. Die Hände über dem reichen Lockenhaar gekreuzt, mit halbgeschlossenen Augen träumend, ein Symbol aller Kindheit. In diesem Kunstwerk stehen wir einer vollendeten Leistung gegenüber, die einen Gipfelpunkt im Werk eines Künstlers wohl zu kennzeichnen vermag. Hoffen wir, dass es nur das Mal für den Wegpunkt einer Bahn bedeutet, die bergauf führt.“

Der Verein hat die neue Bronze-Plastik der Stadt als Leihgabe für das Museum überreicht. „Wenn das Museum in Zukunft im schönen Amtsgericht einzieht, vielleicht gelingt es uns dann, die große Marmorskulptur auszuleihen“, sagt Thomas Frank. Im Museum befinden sich bereits diverse andere Kunstwerke von Paul Peterich: Laut Frank ist das neue Objekt die zwölfte Leihgabe.

Zuletzt wurde 2015 eine gut 100 Jahre alte Vorarbeit zum „Jüngling mit der Siegerbinde“ in den USA erworben. Im Foyer des Berliner Sportmuseums steht eine zwei Meter hohe Skulptur dieses Namens, die Paul Peterich um 1911 für die für 1916 in Berlin geplanten Olympischen Spiele schuf. Sie wurde nie aufgestellt.

Paul Peterich – ein Sohn Bad Schwartaus

Paul Peterich (1864-1937) lernte das Drechseln – sein Gesellenstück steht im Museum. Ab 1884 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Hamburg und die Kunstakademie in Berlin. Sein erstes großes Werk war die Gestaltung des Carl-Maria-von-Weber-Denkmals in Eutin. Als Bildhauer schuf Peterich eine Reihe an Plastiken oder Büsten aus Metall oder Stein. Einige seiner metallenen Werke wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzenen, bei anderen ist der Verbleib unklar. Bad Schwartau schenkte Peterich 1912 die Brunnenplastik „Im Spiel der Wellen“ - eine Rekonstruktion schmückt den Marktplatz.

Irene Burow

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