Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Neuer Streitschlichter im Amt
Lokales Bad Schwartau Neuer Streitschlichter im Amt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:35 10.04.2017
Uwe Gründlich vom Ordnungsamt (r.) begrüßt den neuen Schiedsmann Bernd Lorenzen. Quelle: Fotos: Sebastian Prey

Die Suche war alles andere als einfach. Vor knapp einem Jahr hat Norbert Kauschus schon seinen Rückzug als Schiedsmann in der Stadt Bad Schwartau erklärt. Jetzt steht fest: Bernd Lorenzen (66) ist der neue Chef-Streitschlichter in der Solbadstadt. Zur Amtsübergabe mit Uwe Gründlich vom Ordnungsamt und Bürgermeister Uwe Brinkmann traf man sich jetzt im Rathaus.

Bernd Lorenzen übernimmt die Aufgabe von Norbert Kauschus.

Für Kauschus hatte Bürgermeister Brinkmann eine kleine Kiste mit Spezialitäten dabei. „Ein großes Dankeschön für Ihren Einsatz“, sagte Brinkmann. Kauschus hatte dieses Ehrenamt immerhin zehn Jahre lang ausgeführt. „Es hat mir immer Spaß gemacht. Ich höre nur aus Altersgründen auf“, so der 72-Jährige, der seinem Nachfolger auch weiter beratend zur Seite steht. „Ich übernehme ja auch einige Altfälle“, sagt Lorenzen, der sich schon einen ersten Überblick verschafft hat. Lorenzen, der erst vor sechs Jahren von Lübeck nach Bad Schwartau gezogen ist, weiß aber ziemlich genau, was auf ihn zukommt. „Mein Bruder ist schon seit einigen Jahren in Flensburg als Schiedsmann tätig“, berichtet Lorenzen, der als Berufsberater in Lübeck und Ostholstein tätig war. „Als ehemaliger Mitarbeiter im öffentlichen Dienst habe ich auch das Bedürfnis, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Da ist so ein Ehrenamt eine gute Sache“, berichtet Lorenzen, der wie Kauschus auch schon als Schöffe bei Gericht tätig war. Zudem besucht er nun einige Schulungen in Lübeck und Rendsburg, um sich auf die neuen Aufgaben vorzubereiten.

Rund 30 Fälle im Jahr hat Kauschus im Durchschnitt bearbeitet. Wenn alle Beteiligten die gesetzlich Vorgaben tatsächlich einhalten würden, wären es mit Sicherheit noch viel mehr. Laut Gesetz ist die Erhebung einer Zivilklage erst zulässig, wenn beispielsweise zunächst ein Schiedsmann oder eine Schiedsfrau erfolglos versucht hat, die Streitigkeit einvernehmlich beizulegen. Das gilt zumindest für alle vermögensrechtlichen Streitigkeiten über Ansprüche, deren Gegenstand an Geld oder Geldeswert 750 Euro nicht übersteigt. Das Gesetz dient dazu, die Gerichte zu entlasten.

Laut Kauschus müssen sich Lorenzen und seine Vertreterin Andrea Schöttler in erster Linie auf Nachbarschaftsstreitigkeiten, bei denen es um Grundstücksgrenzen oder Pflanzenbewuchs geht, einstellen.

Kauschus: „Zu große Bäume, zu breite Hecken, zu dichte Bepflanzung. Das sind die Dauerbrenner, die teilweise über Jahre die Stimmung unter Nachbarn vergiften. Da muss ein Dritter dabei sein, um zu einem Kompromiss zu kommen.“ Auf seine Erfolgsquote von 90 bis 95 Prozent ist Kauschus entsprechend stolz. „Es ist doch etwas Wunderbares, die Menschen wieder zusammenzubringen.“

Manchmal findet sich aber auch keine Lösung. Dann wird eine Erfolglosigkeitsbescheinigung ausgestellt, mit der geklagt werden kann. Das will der neue Streitschlichter Lorenzen künftig möglichst oft vermeiden: „Ich habe ganz einfach das Bedürfnis, Frieden zu stiften.“

Kontakt

Die beiden Schiedsleute Bernd Lorenzen (Telefon: 0451/5469695) und seine Stellvertreterin Andrea Schöttler (Telefon: 0176/ 47755825) sind für fünf Jahre bestellt. Der Antrag auf ein Schlichtungsverfahren kann schriftlich im Ordnungsamt eingereicht werden. Anfragen sind auch per E-Mail schiedsmann@online.de möglich. Die nicht-öffentliche Schiedsverhandlung findet auf „neutralem Boden“ im Rathaus statt. Es wird eine Gebühr fällig.

Sebastian Prey

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Unter dem Motto „Gemeinsam ins Theater fahren“ lädt der Seniorenbeirat Stockelsdorf Senioren aus der Gemeinde ins Volkstheater Geisler ein.

10.04.2017

Die Spendenaktion für den Orgel-Engel in St. Martin ist mit der Auftaktveranstaltung „Hallo Engel!“ offiziell angelaufen. Inzwischen befinden sich 2260 Euro auf dem Spendenkonto.

10.04.2017

Alte Auflage war schon zwei Jahre lang vergriffen.

10.04.2017
Anzeige