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Bad Schwartau Neues Projekt der Feuerwehr: Spielerisch den Ernstfall üben
Lokales Bad Schwartau Neues Projekt der Feuerwehr: Spielerisch den Ernstfall üben
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20:23 28.06.2013
Von Sebastian Prey
Die Kinder aus der Kita an der Christuskirche testeten gestern mit Freude das neue Modellhaus-Brandschutz-Projekt. Quelle: Fotos: S. Prey
Bad Schwartau

Der Brandmelder piept, weißer Qualm steigt aus dem Dach auf. In dem kleinen Holzhaus bricht aber keine Panik aus. „Wir müssen die Tür zum anderen Zimmer zu machen, damit es da nicht auch gleich brennt“, ruft Marieke, während Tjorben, Charlotte und andere Kinder aus dem Kindergarten an der Christuskirche nacheinander aus dem Fenster klettern. Gerth Polzin und Karsten Reichert beobachten die Kinder genau. Die beiden Männer aus Sierksdorf sind Brandschutzerzieher. Gestern testen sie erstmals das neue Modellhaus-Projekt des Kreisfeuerwehrverbandes Ostholstein anlässlich des 40. Geburtstages von Küchen Schöppich in Bad Schwartau Langenfelde. „Klar sind wir gespannt, wie die Kinder mit dem Angebot umgehen und ob alles funktioniert“, so Reichert.

Die Mädchen und Jungen vom Kindergarten an der Christuskirche haben die Aufgaben und zuvor gemachten Erklärungen von Gerth Polzin schnell verinnerlicht. Tjorben läuft nach der Flucht aus dem Fenster direkt an die Telefonsäule und wählt die Notrufnummer 112. „Jetzt musst du sagen, wo es brennt. Straße, Hausnummer und Stadt natürlich“, verrät Luk. Am anderen Ende der Leitung sitzt die Leitstelle in persona von Karsten Reichert. Der 52-Jährige fragt konkreter nach: „Wo und was brennt genau. Sind noch Menschen in dem Haus?“ Unterdessen machen sich Tia und Lukas im Feuerwehrhaus startklar. Mit Miniatur-Einsatzfahrzeugen und Blaulicht rücken sie zum Brandhaus aus.

Jasmin Heißner und Sandra Behrens, die die Kita-Gruppe begleiten, sind begeistert. „Das kommt richtig authentisch rüber“, erklärt Heißner. Kollegin Sandra Behrens, die auch die Brandschutzbeauftragte im Kindergarten ist: „Brandschutzerziehung sah bisher immer so aus, dass man etwas erzählt. So ist das natürlich für die Kinder viel spannender und erlebbarer.“

Mit den Modellhäusern in Form eines Wohn-, eines Feuerwehrhauses und einer Telefonstation sind Übungsmöglichkeiten geschaffen worden, um Kleinkindern das richtige Verhalten im Ernstfall näherzubringen. „Durch das Nachspielen einer Notsituation können sich Kinder das richtige Verhalten viel besser einprägen“, so Polzin. So sollen Kinder lernen, einen richtigen Notruf abzusetzen.

Dazu, so Gerth Polzin, gehörten die Nennung des Namens und des Ortes, wo es brennt und was brennt sowie die Anzahl der Verletzten. Außerdem müssen sie wissen, dass man nicht in den Rauch laufen darf, wie ein brennendes Gebäude zu verlassen ist beziehungsweise wie um Hilfe gerufen wird und dass man wartet, bis die Einsatzkräfte eintreffen.

Aktion
Brandschutzerziehung mit Modellhäusern ist eine Idee der Feuerwehr Limburg-Linter in Hessen. Im Norden ist der Kreis Ostholstein mit diesem Projekt einzigartig. Die Modellhäuser können künftig auf einen eigens dafür gesponsorten Anhänger verladen werden und von den Brandschutzerziehern der Kommunen im Kreis Ostholstein für Übungszwecke ausgeliehen werden. Wer sich ein Bild von den Modellhäusern machen will, kann dies auch heute noch bis 17 Uhr beim Jubiläumsfest von Schöppich (Langenfelde 2-4). Ferdinand Schöppich ist einer von mehreren Sponsoren, die den Bau der Modellhäuschen finanziert haben. Erbaut wurden die Modellhäuschen bei der „Aktivierungshilfe“, einer Maßnahme des Forums für berufliche Bildung und Qualifizierung der Kreishandwerkerschaft Ostholstein/Plön. Sie hatten in dreimonatiger Bauzeit die Häuser erstellt.

Sebastian Prey

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