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Bad Schwartau Ort der Zukunft: Diskussion im Herrenhaus
Lokales Bad Schwartau Ort der Zukunft: Diskussion im Herrenhaus
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19:15 26.02.2016
Helga Holthusen stellt die Ergebnisse zur Flüchtlingsintegration vor.

Wie wird sich Stockelsdorf in Zukunft verändern? Welche Herausforderungen stehen der Gemeinde in den nächsten Jahren bevor? Zu diesen Fragen hatte der SPD Ortsverein interessierte Bürger eingeladen, um eigene Ideen und Anregungen in den politischen Prozess einzubringen. Die Resonanz war mittelprächtig. Die Organisatoren wollen aber auch künftig weiter an Zukunftskonzepten für die Großgemeinde basteln.

Im großen Bürgersaal des Herrenhauses Stockelsdorf berieten die etwa 30 Teilnehmer an fünf Thementischen über die in Zukunft notwendigen Maßnahmen in den Bereichen „Wohnen/Leben im Alter“, „Integration von Flüchtlingen“, „Kinderbetreuung“, „bezahlbares Wohnen“ und „Jugend in Stockelsdorf“. „Nur weil jetzt im Moment alles soweit in Ordnung ist, bedeutet das nicht, dass das in 15 Jahren immer noch so ist“, erklärte Karl-Ludwig Tretau, der die Veranstaltung moderierte. „In Zukunft anfallende Probleme müssen jetzt schon angepackt werden.“

Für Tretau von der Arbeitsgruppe für Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung ist Bürgerbeteiligung ein besonderes Anliegen. „Meiner Meinung nach sollte die politische Themensetzung und Entscheidungsfindung nicht in den Parteien, sondern beim Bürger selbst beginnen“, erläuterte der Stockelsdorfer, der sich erst seit einem Jahr aktiv im Ortsverein der SPD engagiert.

Dementsprechend wurden die diskutierten Themengebiete so ausgewählt, dass sie jeden Stockelsdorfer ansprechen sollten. So würde die Frage, wie in der Gemeinde bezahlbares Wohnen bis ins Alter gewährleistet werden soll, zwangsläufig auf jeden Bürger zukommen. „Schon jetzt sind 40 Prozent der Stockelsdorfer mindestens 55 Jahre alt“, bemerkte der Vorsitzende des SPD Ortsvereins Ralf Labeit.

Für viele Senioren würde das eigene Haus zu groß werden. Darüber hinaus prognostiziert Labeit, dass die Renten und damit auch die Kaufkraft im Alter in Zukunft weiter sinken würden. „Damit ist der soziale Wohnungsbau eine der wichtigsten Aufgaben für die Gemeinde“, so Labeit.

Daneben war natürlich auch die Integration von Flüchtlingen ein viel diskutiertes Thema. „Nach dem bundesweiten Verteilungsschlüssel muss Stockelsdorf bis Ende des Jahres 339 Flüchtlinge aufnehmen“, informierte Jürgen Hielscher. Alle Beteiligten sprachen sich für eine möglichst dezentrale Unterbringung aus, wie sie auch jetzt schon in Stockelsdorf umgesetzt ist. Ein Großteil der Flüchtlinge in der Gemeinde ist in eigenen Wohnungen untergebracht. Außerdem wurde aber auch die Forderung nach verpflichtenden Sprach- bzw. Integrationskursen aufgestellt.

Nach etwa anderthalb Stunden intensiver Diskussionen wurden die zu den einzelnen Themengebieten erarbeiteten Ergebnisse vorgestellt und abschließend erörtert. Karl-Ludwig Tretau bedankte sich bei allen Teilnehmern für die tollen Ideen und Anregungen und für die Arbeit, die sie damit dem SPD Ortsverein hinterlassen hätten. „Wir wollen die Ergebnisse gerne aufarbeiten und zu konkreten Maßnahmen bündeln“, so Tretau. Auch die Stockelsdorfer sollen weiter auf dem Laufenden gehalten werden. Am Freitag, 18. März, soll eine Folgeveranstaltung stattfinden, die sich vor allem mit den von den Anwesenden als besonders wichtig erachteten Themen „Integration von Flüchtlingen“ und „Jugend in Stockelsdorf“ beschäftigen soll. Was die Jugendarbeit angeht, soll vor allem besser auf schon vorhandene Angebote hingewiesen und diese weiter ausgebaut werden.

Felix Banaski

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