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Bad Schwartau Panzerknacker auf dem Golfplatz
Lokales Bad Schwartau Panzerknacker auf dem Golfplatz
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10:42 01.07.2017
Gut gelaunt trotz des Regenwetters gestern Mittag am Abschlag 1 auf dem Golfplatz in Curau: Hans-Georg Ganz (v.l.), Christian Schultz und Inken Sörensen. Die Rallye begann für alle Teilnehmer um 4.30 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück im Golfclub Timmendorfer Strand. Quelle: Fotos: Doreen Dankert

Kein „normaler“ Mensch kommt da auf die Idee, Golf zu spielen. Eigentlich.

Sankt Pauli-Rallye führte gestern über 40 Golfer in den Golfclub Curau und acht weitere Clubs.

Da überrascht es doch umso mehr, wenn schon morgens um halb acht auf dem Parkplatz vom Golfclub Curau ein paar Autos stehen. Auffällige Autos, uralt und bullig oder auch total schräge Modelle wie ein irrer langer Ami-Schlitten mit Rotlicht auf dem Dach. Wenn eine von den auffälligen Karossen wieder abfährt, rollt schon der nächste Hingucker in Richtung Abschlag.

Christian Schultz steuert mit seinem uralten Ford F 100 Panel Truck, von dem es nur noch zwei in ganz Deutschland gibt, in Curau direkt Abschlag 1 an. Der Marshall (eine Art Ordnungshüter auf dem Golfplatz) drückt ob dieses ungewöhnlichen Manövers ein Auge zu. Ausnahmsweise, denn schließlich gehört Schultz zu den außergewöhnlichen Gäste, die sich in Curau den ganzen Tag über ein Stelldichein geben.

Christian Schultz ist einer von insgesamt 44 Teilnehmern, die an der Golf Club Sankt Pauli-Rallye teilnehmen. Der Golfclub Curau ist eine von insgesamt neun Stationen, die angefahren werden. Zur Tour gehören auch die Golfclubs Grömitz, Brodauer Mühle, Bad Bramstedt, Donner Kleve, Büsum Dithmarschen, Husumer Bucht und der Open Country bei St. Peter Ording. Los geht es gestern um 4.30 Uhr auf der Golfanlage Seeschlösschen in Timmendorfer Strand – zunächst mit Frühstück, eine Stunde später schlägt der erste der 18 Flights (je zwei bis maximal vier Spieler) ab. Zu spielen sind auf jeder Anlage zwei bis vier festgelegte Bahnen. Bis auf Start und Ziel können die Rallye-Golfer selbst entscheiden, welchen Golfclub sie als nächstes ansteuern.

Die Voraussetzungen, um bei dieser Rallye mitzumachen? Mitglied sein im Golf Club Sankt Pauli (GCSP). „Und man muss die Platzreife haben und man muss leicht ’beschädigt’ sein“, erklärt Christian Schultz locker und vermittelt den Eindruck, dass er sehr gut über sich selbst lachen kann. Hans-Georg Ganz, der ebenfalls mit von der Partie ist, nickt mit dem Kopf und lacht. „Schließlich ist das hier ein Spaß-Turnier.“ Der Dauerregen hat die sonst so harten Pauli-Golfer doch ein wenig in die Knie gezwungen. Alle tragen verständlicherweise Regenkleidung. „Das ist schade, denn die Golfer tragen auch Kostüme darunter – Handwerker, Piraten und Panzerknacker sind dabei.“

Allein das zeigt: Der Name Sankt Pauli verpflichtet – auch auf dem Golfplatz. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, zu zeigen, dass Golf nicht spießig sein muss, sondern sehr viel Spaß machen kann“, sagt Andreas Clausen vom GCSP-Rallye-Orga-Team. Und deswegen gibt es bei dieser Rallye auch einen extra Bonus für originelles Outfit und schräge Automobile.

Hans-Georg Ganz muss sich in Curau noch eine Weile in geduldigem Lockerbleiben üben – seine Mitspieler haben sich offenbar verfahren und Curau verfehlt. Egal – spät am Abend gibt’s gutes Essen und rockige Live-Musik. Im Open Country Golfclub bei St.Peter Ording. Alles für die Golfer mit dem Totenkopf-Logo von Sankt Pauli.

Der etwas andere Golfclub

Der Golf Club Sankt Pauli (GCSP) wurde vor rund zehn Jahren in Hamburg gegründet. Aktuell zählt er 2300 Mitglieder aus ganz Deutschland und auch aus Österreich und der Schweiz. Der GCSP hat keine eigene Golfanlage, sondern veranstaltet Turniere auf seinen rund 100 Partneranlagen – darunter der Golfclub Curau. Heimat des Clubs ist das East Hotel Hamburg in der Simon-von-Utrecht-Straße.

Mitglieder des Clubs werden zu Events wie der Rallye eingeladen. www.golfclub-stpauli.de

 Doreen Dankert

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