Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Photovoltaik-Anlagen spalten Ausschuss
Lokales Bad Schwartau Photovoltaik-Anlagen spalten Ausschuss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 24.10.2012
Ostholstein

Eigentlich versprach der Punkt zwei auf der Tagesordnung des Ausschusses für Bauwesen und Stadtplanung wenig Spannendes: „Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit für Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Liegenschaften – Sachstandsbericht Städtische Betriebe“ stand dort. Doch dann entwickelte sich eine mehr als einstündige Diskussion, bei der nicht einmal Parteifreunde die selbe Position vertraten.

Doch von Beginn an: Heinz-Günter Schäfer, Leiter der Städtischen Betriebe, hatte sich für seinen Bericht Verstärkung von der Firma Elektro Schatte geholt. Deren Mitarbeiter hatten Kostennutzungspläne für fünf Bad Schwartauer Gebäude errechnet: Gymnasium am Mühlenberg (GaM), Rudolf-Harbig-Halle, Ludwig-Jahn-Halle, Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule und Grundschule Bad Schwartau. Die Idee: Auf den Dächern dieser Gebäude werden Photovoltaik-Anlagen errichtet, um den Strombedarf zu decken. Produzieren die Anlagen mehr Strom als benötigt, wird dieser gewinnbringend ins öffentliche Netz eingespeist, wird zu wenig produziert, muss zugekauft werden. Auf der Schwimmhalle in der Ludwig-Jahn-Straße und auf dem Wasserwerk 1 gibt es bereits städtische Photovoltaik-Anlagen.

„Wie sind denn da die Erfahrungen“, wollte dann auch Lothar Petermann (SPD) wissen. „Entsprechen die den Prognosen? Kann man das nachprüfen?“ Konkrete Zahlen hatte niemand zur Hand, doch Schatte-Mitarbeiter Ole Oloff sagte: „Diese Zahlen sind meist konservativ gerechnet. Das Ergebnis wird besser aussehen.“ Am Beispiel GaM sehen diese konservativen Zahlen so aus: Wenn die Stadt jetzt rund 95 000 Euro in eine Photovoltaik-Anlage investiert, beträgt ihr Kontostand in 20 Jahren 171 000 Euro – eine jährliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals von drei Prozent.

„Eine Rendite von drei Prozent, das brauchen wir gar nicht weiterzuverfolgen“, sagte sofort York Schün (CDU). Für ihn sei die Photovoltaik-Anlage damit gestorben. Auch für Peter Seedorf (CDU) waren die drei Prozent „der Knackpunkt“. Sein Parteifreund Carsten Dyck sah das ganz anders: „Als Stadt haben wir auch eine Vorbildfunktion. Wenn wir unsere Energiebilanz verbessern und gleichzeitig drei Prozent Rendite bekommen können, ist das eine tolle Sache.“ Ähnlich sah es Ausschussvorsitzender Andreas Marks (WBS): „Wirtschaftlichkeit ist wichtig, aber es geht auch um umweltverträgliche Energiegewinnung.“ Richard Winkeler (SPD) betonte: „Es geht um mehr als Wirtschaftlichkeit, also sage ich: Mutig voran und jeden Sommer ein Projekt verwirklichen.“

Neun Ausschussmitglieder, zehn Meinungen. Letztlich konnten sich die Politiker nicht mal auf das weitere Vorgehen einigen. „Die Verwaltung muss erarbeiten, welche Objekte auch von der Statik her geeignet sind und uns die vorstellen“, sagte Ellen Brümmer (CDU). „Auch das kostet Geld“, sagte Schün und schlug erneut vor, die Pläne komplett fallen zu lassen. Andere hielten es für die beste Lösung, die bisherigen Anlagen optimieren zu lassen, oder den Finanzausschuss aufzufordern, Geld in den Haushalt einzustellen, um weitere Gutachten durchzuführen.

Letztlich einigten sich die Ausschussmitglieder immerhin darauf, das Thema Photovoltaik-Anlagen in den Fraktionen erneut zu besprechen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine weitere Anlage im März kommenden Jahres fertig ist, wie es die Experten der Firma Schatte vorgeschlagen haben, um die Sonneneinstrahlung optimal nutzen zu können, geht damit gegen Null.

Mit Photovoltaik-Anlagen auf ihren Dächern tun sich die hiesigen Vereine weniger schwer. Unlängst haben der Schwartauer Tennisverein und die Schützengilde ihre Vereinshäuser mit entsprechender Technik bestücken lassen. „Ich verstehe nicht, warum sich die Politik mit den städtischen Gebäuden so schwer tut“, sagt der Vorsitzende der Schützengilde Jürgen Kayser. Die Photovoltaik-Anlage auf dem knapp 1000 Quadratmeter großen Dach der Gilde hat gute 20 000 Euro in die Vereinskasse gespült. „Damit konnten wir unseren Umbau bezahlen, ohne zur Bank zu gehen“, erklärt Kayser.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bad Schwartau – Im Movie-Star-Foyer lebt in einer Ausstellung Bad Schwartaus Kinogeschichte wieder auf. Der Filmverleih „Deutsche Heimatfilme“ hatte sogar seinen Sitz in der Bahnhofstraße.

23.10.2012

Vermutlich in der Nacht von Sonntag, 21. Oktober auf Montag, 22. Oktober 2012 kam es in Stockelsdorf zu Diebstählen zweier hochwertiger Autos.

08.01.2013

Stockelsdorf – Am 27. Oktober findet in der Beratungsstelle in Stockelsdorf ein Tag der offenen Tür statt. Besucher können einen Blick hinter die Kulissen des Vereins werfen.

21.10.2012