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Bad Schwartau Plädoyer für Erhalt beider Gymnasien
Lokales Bad Schwartau Plädoyer für Erhalt beider Gymnasien
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23:02 05.02.2016
Mehrere Millionen Euro müssen in das Gymnasium am Mühlenberg (links) investiert werden, um das Gebäude auf einen modernen Stand zu bringen. Bei den naturwissenschaftlichen Fachräumen am Leibniz-Gymnasium (rechts) besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Im Winter sitzen Schüler hier manchmal mit Jacke wegen der Kälte. Quelle: Fotos: Kim Meyer (2)/archiv
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Bad Schwartau

Nachdem die Schulelternbeiräte vom Leibniz-Gymnasium und Gymnasium am Mühlenberg sich mit einem Offenen Brief (die LN berichteten) mit ihren Sorgen um die Schließung eines der Gymnasien an den Bürgermeister und alle politischen Fraktionen gewandt haben, gab es dazu — nicht wie erhofft — im Bildungsausschuss nur eine ganz knappe Diskussion.

„Wir können das Thema nicht weiter schieben“, betonte Hans-Peter Pahlke (SPD), und brachte eine Sondersitzung mit der Verwaltung und allen Beteiligten noch in diesem Monat ins Gespräch. Festgemacht wurde das nicht. Zur Enttäuschung der anwesenden Elternbeiratsvorsitzenden gab es auch sonst keine Infos. Dennoch gibt es erste Reaktionen seitens der Politik.

Position der CDU Bad Schwartau zur Zukunft der Gymnasien:

Bad Schwartau verfügt aktuell über zwei Gymnasien, das Leibniz-Gymnasium und das Gymnasium am Mühlenberg. Beide Schulen haben sich in den letzten Jahren ein klares Profil erarbeitet und dabei stets ihre Eigenständigkeit und Daseinsberechtigung unter Beweis gestellt.

Die gymnasiale Schullandschaft in Bad Schwartau ist in der heutigen Form ein positiv prägendes Merkmal unserer Stadt und trägt nach unserer Auffassung erheblich zur Attraktivität Bad Schwartaus als Schul- und Wohnstandort bei. Für junge Familien ist dies durchaus ein Grund, Bad Schwartau als Heimat zu wählen.

Die großen Anmeldezahlen für die beiden Gymnasien belegen den Willen der Eltern, ihre Kinder den Gymnasien anzuvertrauen. Der aktuelle Schulbedarfsplan zeigt deutlich, dass auch zukünftig beide Gymnasien mindestens dreizügig ausgelastet sein werden.

Aus diesem Grund ist für die CDU Bad Schwartau der Erhalt beider Gymnasien in der heutigen Form klare politische Zielsetzung und integraler Bestandteil des politischen Zukunftsprogramms der Partei für unsere Stadt. Die CDU Bad Schwartau wird sich auch weiterhin für den Erhalt beider Gymnasien, als eigenständige Schulen, in unserer Stadt einsetzen.

Position von Steffen Dannenberg, Bürgermeisterkandidat der WBS:

Zur vorgetragenen Sorge der Elternvertreter der Gymnasien möchte ich als Bürgermeisterkandidat wie folgt Stellung nehmen. Die nachvollziehbare Sorge der Eltern zum Bestand der beiden Gymnasien in Bad Schwartau erfordert eine Darstellung der Hintergründe.

Bad Schwartau ist seit über 40 Jahren Standort zweier Gymnasien. Hierin liegt ein großer Standortvorteil für unsere Stadt. Diese Schulen haben zudem auch eine große, über unsere Stadt hinausgehende Bedeutung, weil mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler dieser beiden Schulen nicht in Bad Schwartau wohnen. Es ist daher die selbstverständliche Aufgabe eines Bürgermeisters sich für die Erhaltung beider Gymnasien einzusetzen.

Darin liegt aber auch ein Problem. Eine CDU-geführte Politik der Stadt Bad Schwartau hatte im Jahr 2009 mit der CDU-geführten Kreisverwaltung vereinbart, die Trägerschaft für diese Schulen als einzige Kommune zu übernehmen. Wohlwissend, dass wir ein Angebot für unsere Nachbargemeinden vorhalten. Dies geht solange gut, solange es kein Geld kostet. Doch schon vor der Übernahme war bekannt, dass die Schulen einen erheblichen Sanierungsstau aufweisen. Jetzt sind die politischen Gremien der Stadt aufgefordert, sich darüber Gedanken zu machen, wie die gewaltigen Sanierungskosten von unserer Stadt getragen werden können. Dabei geht es um eine Diskussion, die nicht allein unsere Stadt betrifft.

Und es geht um sehr viel Geld, denn es werden Sanierungskosten im zweistelligen Millionenbereich erwartet, die nach den derzeitigen Finanzierungsvereinbarungen mit den Gemeinden, welche die Schüler entsenden, nicht refinanziert werden.

Das bedeutet im Klartext: Unsere Stadt muss Gebäude allein finanzieren, die Einwohner aus anderen Gemeinden mitnutzen. Der Bürgermeister sollte sofort Gespräche mit den Nachbargemeinden führen, um dieses Problem anzusprechen und nach Lösungen zu suchen. Aber es wird schwer, die Nachbargemeinden nun, da es ans Geld geht, für eine Mitarbeit zu gewinnen, die vor Jahren versäumt wurde. Eine wichtige Aufgabe, die erforderlich ist, um das gute Schulangebot der Region zu erhalten, die wohl erst ein neuer Bürgermeister wird leisten können.

Position von Michael Neese (parteilos), Einzelbewerber um das Bürgermeisteramt:

Ich stimme den Aussagen der beiden Schulelternbeiratsvorsitzenden Heike Seeger vom GaM und Jacob Nicolai vom Leibniz-Gymnasium zu.

Beide Gymnasien haben ihre Daseinsberechtigung. Um den attraktiven gymnasialen Standort Bad Schwartau langfristig auch ökonomisch zu sichern, ist die Verwaltung und die Politik gefordert, ein praktikables Konzept zu erarbeiten und umzusetzen! Sanierungen in Millionenhöhe warten — nach jahrelanger Flickschusterei der Parteien — auf ihre Umsetzung.

Meines Erachtens muss ein Zweckverband „Gymnasien“ seitens der Stadt/Politik gegründet werden. Mitglieder sind Kommunen, deren Schüler eines der beiden Gymnasien besuchen. Diese Kommunen sind prozentual zu ihren Schülerzahlen an den entstehenden Kosten zu beteiligen.

Es geht hierbei auch um die Beteiligung von Instandhaltungskosten und Sanierungen. Die Instandhaltungskosten können nicht allein vom Schwartauer Steuerzahler beglichen werden!

LN

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