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Bad Schwartau Politik fordert klare Ansage im Streit um Platanen ein
Lokales Bad Schwartau Politik fordert klare Ansage im Streit um Platanen ein
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19:16 08.07.2016
Zukunft ungewiss: Die Politik möchte die Platanen – wie einst beschlossen – erhalten. Aber können die Bäume auch gerettet werden? Quelle: Fotos: Sebastian Prey

Der Platanen-Streit brodelt weiter. Im Ausschuss für öffentliche Sicherheit, Verkehr und Umweltschutz wurde nach einer Ortsbegehung erneut über die Bäume in der Markttwiete diskutiert. Die Verwaltung wurde von den Politikern dabei teilweise harsch attackiert. „Ich glaube nicht, dass es sich hier um eine Reihe an Zufällen handelt. Wir werden die Sache bis ins Details aufklären“, kündigte Uwe Beckmann (SPD) an. Er zweifelt zudem die Baumgutachterliche Stellungnahme an, die empfiehlt, alle Platanen in der Markttwiete zu entfernen. Schließlich habe die Firma laut Beckmann nicht mit der besten Messmethode gearbeitet, die auch die Biegefreundlichkeit der Bäume berücksichtigt. Auch die Vorsitzende Dr. Ellen Reil (Grüne) sieht noch Klärungsbedarf: „Im Gutachten gibt es Unstimmigkeiten. Es gibt Bäume, die den Belastungstest bestanden haben und trotzdem lautet die Empfehlung, dass man die Bäume nicht erhalten werden können.“

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Diskussion beim Ortstermin: Inga Stammer, Norbert Leihe (beide CDU) mit Lüder Garms (Grüne), Gert Kayser (Umweltbeirat) und Ellen Reil (Grüne, v.l.).

Außerdem sei es nicht in Ordnung, die Untersuchungsergebnisse von fünf auf alle 13 Bäume zu übertragen. „Man kann nicht einfach so pauschal urteilen.“

Carolin Welchert aus der Bauverwaltung hielt dagegen. „Das beauftragte Büro ist sehr anerkannt. Es gibt keinen Anlass, die Ergebnisse anzuzweifeln.“ Laut Baumgutachterlicher Stellungnahme sind die Bäume nicht zu retten. Grund: Die Standsicherheit aller Bäume sei nicht gegeben. Bei zwei Platanen war sogar Gefahr im Verzug. Beide wurden bereits gekappt. Es gebe zwar Bäume, die noch standsicher seien, aber auch hier sei das Wurzelwerk so stark beschädigt, dass es über kurz oder lang einen Pilzbefall geben werde. „Pilze an Bäumen sind nicht zu heilen“, erklärte Welchert. Das Bauamtsleiter Thomas Sablowski bei der jüngsten Sitzung nicht anwesend war, stimmte die Ausschussmitglieder auch nicht gerade positiv. „Mir ist es total unverständlich, wenn zu so einem wichtigen Termin der Bauamtsleiter nicht erscheint“, sagte Gudrun Berger (Grüne). Zumal Bauamtsleiter Sablowski jüngst erklärte, dass wohl alle Bäume weichen müssten. Entsprechend empfiehlt die Verwaltung jetzt auch, die im B-Plan standortmäßig festgesetzten Platanen in der Markttwiete wieder herauszunehmen. Darüber soll der Bauausschuss am Montag, 11. Juli, ab 18 Uhr nicht wie ursprünglich geplant im Rathaus, sondern im Raum 46 im Leibniz-Gymnasium entscheiden.

„Auf dieser Grundlage werden wir der B-Planänderung nicht zustimmen“, bekräftigte Beckmann jetzt schon. Auch die Zustimmung der anderen Parteien ist ungewiss. „Wir erwarten, dass die Verwaltung uns zur Sitzung am Montag eine Strategie vorstellt, wie es mit den Bäumen weitergeht“, sagte Andreas Marks. Auch Peter Seedorf (CDU) und Heinz-Dieter Steigert (SPD) bekräftigten, dass die Verwaltung ihr weiteres Vorgehen einmal klar erläutert. Steigert: „So geht es nicht weiter. Wir drehen uns sonst weiter nur im Kreis.“

Anwalt eingeschaltet

Die Standsicherheit der noch verblieben Platanen in der Markttwiete ist laut Gutachten nicht mehr gegeben. Ob der frischen Verletzungen am Wurzelwerk der Bäume, steht die Baufirma, die den City-Umbau macht, im Verdacht, für die Schäden verantwortlich zu sein. Die Baufirma erklärte allerdings jüngst bei der Baubesprechung, dass sie ordnungsgemäß gearbeitet habe. Die Stadt lässt derzeit über einen Lübecker Anwalt prüfen, ob sie Schadensersatzansprüche geltend machen kann.

Sebastian Prey

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