Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau „Politik muss auch ein bisschen sexy sein“
Lokales Bad Schwartau „Politik muss auch ein bisschen sexy sein“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:18 15.11.2016

Daniel Günther ist heiß auf Wahlkampf. Sechs Monate vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat der CDU-Landtagsfraktionschef und designierte Spitzenkandidat schon einmal kräftig ausgeteilt: „Wir haben ein denkbar schlecht besetztes Kabinett in Schleswig-Holstein“, kritisierte er am Montagabend bei der Jahreshauptversammlung der Bad Schwartauer CDU. „Der einzige mit Esprit ist Umweltminister Habeck. Inhaltlich ist er streitbar, aber er hat wenigstens Gestaltungswillen.“ Innenminister Stefan Studt (SPD) bezeichnete er als „Elefanten im Porzellanladen“ aufgrund der Osterurlaubsdebatte für Polizisten. Kristin Alheit (SPD) und die Keimkrise, Anke Spoorendonk (SSW) und die Geiselnahme in der JVA Lübeck – „Solche Minister dürfen nicht weiter politische Verantwortung übernehmen“, so Günther.

Er soll auf einem Parteitag am 19. November Ingbert Liebing als Landesvorsitzenden ablösen, der Ende Oktober überraschend verkündet hatte, sich nicht wieder zur Wahl zu stellen und auch auf die Spitzenkandidatur zu verzichten. „Man braucht kein Wahlkampfstratege zu sein, um zu wissen, dass ein halbes Jahr vorher der Spitzenkandidat nicht wechseln sollte“, so Günther. „Die CDU lebt davon, dass die Menschen Vertrauen in Personen haben.“ Es habe in der jüngsten Vergangenheit zu viele Führungswechsel gegeben. Nur 26 Prozent erreiche die Partei derzeit laut Meinungsumfrage; „das ist der Wert, von dem wir uns aufrichten müssen“. Über 30 Prozent gab er als Zielvorgabe aus. Er sei überzeugt davon, dass das Land wieder von der CDU angeführt werden wird. Es sei aber auch überzeugt, dass sich in der Partei einiges ändern müsse. Es fehle an Diskussionskultur. „Politik muss irgendwie auch ein bisschen sexy sein.“ Selbst wenn die Mehrheit sich gegen die eigene Meinung entscheide, mache Politik trotzdem Spaß. „Nach diesem Schütteln in der Partei, was sie auch braucht, gilt es jetzt, wieder Einigkeit zu zeigen“, so der Hoffnungsträger.

„Ich freue mich auf den Wahlkampf mit Daniel Günther“, sagte der Landtagsabgeordnete Hartmut Hamerich. „Für Bad Schwartau wird das vor allem wichtig für die verkehrliche Infrastruktur.“ Geprägt werde die Stadt in den kommenden Jahren nicht nur durch die Sanierung der A1 bis Sereetz inklusive neuer Lärmschutzwände. Beim Thema Hinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung gelte es, im Falle eines Ausbaus der Bahnbestandstrasse den höhengleichen Bahnübergang Kaltenhöfer Straße abzuschaffen, die Trasse nach unten zu verlegen und dafür zu sorgen, dass Bad Schwartau generell nicht an den Kosten des Mega-Projekts beteiligt werde.

Auch Ellen Brümmer, CDU-Fraktionschefin in Bad Schwartau, nutze die Gelegenheit: „Es wäre der Supergau für uns, wenn die Züge so fahren, wie jetzt geplant. Unsere Trasse ist als einzige im Land abgelehnt worden. Von 78 Kilometern sollen nur 55 neu gebaut werden, der Rest betrifft dann uns.“ Lärm- und Erschütterungsschutz seien unklar, 200 Gebäude ständen nah an der Strecke; zudem Klinik, Gymnasium und Schwartauer Werke. „Man kann wirklich nicht davon reden, dass wir nicht betroffen sind. Ich bitte, das in ihre künftige Arbeit einfließen zu lassen“, sagte sie in Richtung des möglichen neuen Ministerpräsidenten Günther. Der betonte zumindest, bald wiederzukommen: „Das soll kein einmaliger Besuch in Bad Schwartau gewesen sein. Man braucht konstruktive Ratschläge. So klug ist man als Führungsperson auch nicht, man lebt geradezu von den Ideen, die einem von außen zugetragen werden.“

 Irene Burow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Freitag findet im Museum von Bad Schwartau das Jahreskonzert statt und das mit höchst talentierter Unterstützung: Landesmusikpreisgewinner und Jazz-Posaunisten Marcel Schaie tritt auf. Einlass ist um 18.30 Uhr, Beginn um 19 Uhr.

15.11.2016

Blues-Band spielte im gut besuchten Museum der Stadt.

15.11.2016

Die Gärtnerei Arndt lädt ein zur dreitägigen Adventsschau mit Kaffee, Kuchen und Unterhaltung.

15.11.2016
Anzeige