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Bad Schwartau Politiker und Zuhörer auf Schlingerkurs bei Trassenwahl
Lokales Bad Schwartau Politiker und Zuhörer auf Schlingerkurs bei Trassenwahl
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20:22 17.09.2013
Das Publikum in der Krummlandhalle reagierte mit gemischten Gefühlen auf die Angaben der Politiker. Quelle: Fotos: Sebastian Prey, Flemming Witt

Bad Schwartau — Die Quadratur des Kreises war ein allseits beliebter Begriff als Umschreibung für die Suche nach einer Lösung für das Trassenproblem bei der Podiumsdiskussion mit den hiesigen Kandidaten für den Bundestag. Alle Politiker auf dem Podium in der Krummlandhalle waren sich vor rund 250 Zuhörern in einer Sache immerhin einig: Eine optimale Trasse bei der Hinterlandanbindung der Festen Fehmarnbelt-Querung gibt es nicht. Egal, welche Trasse auch kommt — Menschen in Ostholstein werden an Lebensqualität verlieren.

Entsprechend wurde auch die grundsätzlich ablehnende Haltung von Marlies Fritzen (Grüne), Karin Kohlmorgen (Die Linke), Sven Jörns (Piraten) und Bettina Hagedorn (SPD) von einem Großteil der Zuhörer begrüßt. Fritzen sprach von einem „ökologischen und ökonomischen Wahnsinn“. „Es geht nach wie vor aus meiner Sicht nicht um das Wie, sondern weiterhin um das Ob“, erklärte Hagedorn und gab damit auch ihrem CDU-Mitstreiter Ingo Gädechens eine erste Steilvorlage für einen offenen verbalen Schlagabtausch. „Die SPD hat doch den Staatsvertrag mit Dänemark ausgehandelt und zugestimmt. Auch für Ministerpräsident Albig steht das Projekt nicht in Frage“, konterte der Bundestagsabgeordnete, der ebenfalls eine Schar von Anhängern zum Klatschen mit nach Bad Schwartau brachte.

Laut Hagedorn sei der Staatsvertrag aber mittlerweile ohnehin obsolet. „Die Zeitschiene verzögert sich, die Zahl der Züge hat sich mittlerweile halbiert und die Kosten sind um das Dreifache explodiert“, so Hagedorn. Angesichts dieser Umstände gebe es sehr wohl die Möglichkeit, erneut mit Dänemark ins Gespräch zu kommen.

Vor der eigentlichen Diskussion mit dem Publikum wurde von allen beteiligten Politikern eine Einigkeit unter den Bürgern als besten Weg gewertet, noch etwas an dem Projekt zu ändern.

Gleichzeitig wurde von allen Parteien jedoch gerade diese Option als utopisch und kaum umsetzbar eingeschätzt.

Als das Publikum im Anschluss um Fragen gebeten wurde, wurden die angespannten Gemüter aller Beteiligten recht schnell deutlich. Direkte Fragen an die Politiker zum eigentlichen Thema des Abends „Trassendiskussion — Ja oder Nein?“ wurden trotz aller Bemühungen von Moderatorin Ulrike Pennings kaum gestellt. Es wurde viel mehr die Verschiebung beziehungsweise der vollkommene Abbruch des Projektes gefordert. Auch eine Neuberechnung der Kosten-Nutzen-Verhältnisse wurde angeregt. Eine der wenigen konkreten Fragen an die Politiker aller Parteien lautete „Wenn das Projekt nicht mehr abwendbar ist, welche Trasse würden Sie bevorzugen?“ Sowohl Gädechens als auch Christopher Vogt, verkehrspolitische Sprecher der FDP in Kiel, stimmten hier für die 2+1 Variante. Hagedorn, Fritzen und Kohlmorgen kommentierten, sich nach wie vor aus Trassendiskussionen herauszuhalten und weiterhin gegen das Projekt anzukämpfen. Sven Jörns von der Piratenpartei gab sogar an, sich im Vorfeld nicht erst explizit über die verschiedenen Alternativen informiert zu haben.

Der Unmut und die Frustration der Bewohner der Umgebung spiegelte sich insbesondere in Christiane Schumacher aus Dänischburg wider, deren Kritik sich gegen Moderatorin Ulrike Pennings und die von ihr mitbegründete Bürgerinitiative „Ja zur X-Trasse“ richtete. „Es kann und darf nicht sein, dass Bürger von Nachbargemeinden gegen andere betroffene Bürger sich so schamlos verhalten. So etwas ist absolut destruktiv und erzeugt Hass und Wut“, so Schumann. „Reicht nicht schon das zu erwartende immense Verkehrsaufkommen durch das Ikea-Einkaufscenter? Auch das haben sich die meisten Dänischburger nicht gewünscht.“

Auch Heinz Liedtke aus Ratekau spricht sich gegen die ganze Aktion aus. „Unsere einzige Hoffnung ist jetzt, dass das ganze wegen Finanzierungsproblemen abgebrochen wird.“

Flemming Witt

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