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Bad Schwartau Positive Bilanz nach Strick-Aktion
Lokales Bad Schwartau Positive Bilanz nach Strick-Aktion
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09:29 12.10.2018
Tanja Gorodiski, Gleichstellungsbeauftragte in Bad Schwartau, zeigt die Decken, die im Rahmen der einjährigen Strickaktion entstanden sind. Sie werden nun zugunsten der Frauenhäuser verkauft. Quelle: Ilka Mertz
Bad Schwartau

In Tanja Gorodiskis Büro im Untergeschoss des Bad Schwartauer Rathauses stapeln sich die Decken, einige sind nummeriert. Andere muss die Gleichstellungsbeauftragte noch registrieren, bevor sie in den Verkauf gehen können. „Das sind alles Aufgaben, die ich anfangs natürlich nicht auf dem Plan hatte“, sagt Tanja Gorodiski.

100 Frauen stricken für den guten Zweck

Anfangs, das war vor gut einem Jahr, als die erste Strick-Nacht gelaufen war und die weiteren dann unter das Motto „Stricken gegen Gewalt“ gestellt wurden. „Zur ersten Nacht kamen rund 40 Frauen“, erinnert sich Tanja Gorodiski. Als die nächste Nacht dann dem Thema Häusliche Gewalt gewidmet war, kamen auf einmal 60 Hobby-Handarbeiterinnen. „Ich hatte nicht erwartet, dass den Teilnehmerinnen das Thema so wichtig ist“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte. Doch das ist es. Rund 100 Frauen und auch einige Männer haben sich innerhalb der letzten zwölf Monate für das Projekt engagiert. Sie haben Quadrate gestrickt und gehäkelt. Hunderte Vierecke in allen Farben des Regenbogens, manche einfarbig, andere gestreift, gewellt oder meliert. Aus diesen Strickquadraten wurden Decken genäht, einige kleine, viele sehr große. 35 sind es mittlerweile, die in Tanja Gorodiskis Büro liegen, doch noch wurden nicht alle zurückgebracht.

Dankeschön für Strickerinnen

Mit einem gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen möchten sich die Gleichstellungsbeauftragte Tanja Gorodiski und Bürgermeister Uwe Brinkmann bei all den fleißigen Helferinnen bedanken, die die Strick-Aktion zu einem solch großen Erfolg gemacht haben. Das Dankeschön-Treffen soll stattfinden am Montag, 12. November. Im Rahmen des Nachmittags soll auch das mit dem Verkauf der Decken verdiente Geld an die Empfängerinnen überreicht werden.

Wer an dem Treffen teilnehmen möchte, wird gebeten sich bei Tanja Gorodiski unter Telefon 0451/20 00 21 50 oder bei Ann-Kathrin Wahl-Brüggemann von der „Sticklise“ unter Telefon 0451/ 20 87 73 anzumelden.

Decken-Verkauf beim Martinsmarkt

Beim Martinsmarkt in der Krummlandhalle am Sonnabend, 10. November, werden die Schmuckstücke verkauft, Mindestpreis 25 Euro. „Es darf aber gerne mehr gegeben werden“, sagt Tanja Gorodiski, schließlich bereichere sich niemand, sondern das Geld kommt dem Frauenhaus in Ostholstein zugute. „Wir spenden die komplette Summe zweckgebunden“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte. Das Geld solle dann nicht für Möbel ausgegeben werden, sondern für eine besondere Aktion für die Frauen und Kinder. Einen Selbstverteidiungskursus beispielsweise oder einen Erholungsausflug in die Therme – „eben für etwas, wofür sonst kein Geld da ist“, so Tanja Gorodiski.

Projekt wurde unerwartet riesengroß

Dass sich die Strick-Aktion zu so einem großen Projekt, das sie zusammen mit Ann-Kathrin Wahl-Brüggemann vom Geschäft „Sticklise“ betreut hat, entwickelt hat, habe sie echt umgehauen. Nicht nur die zahlreichen Decken, die genäht wurden, freuen Tanja Gorodiski, sondern auch der persönliche Nutzen, den viele Teilnehmerinnen aus dem Projekt ziehen konnten. „Es sind neue Kontakte, richtige Cliquen entstanden; teils wurden sie persönliche Gespräche geführt“, berichtet sie. Es sei schön gewesen zu erleben, was für eine Kraft entstanden ist. Allerdings sei sie auch froh, dass das Projekt nun bald beendet ist. „Es war es absolut wert, aber es hat doch mehr Zeit gekostet als ursprünglich geplant“, gibt sie zu.

Weitere Aktionen geplant

Strick-Nächte wird Tanja Gorodiski auch weiterhin organisieren, die Nachfragen seien zahlreich. Doch auf den großen Kontext wird sie zunächst verzichten. Zudem kümmert sie sich um weitere Projekte: Groß gefeiert wird der 30. Geburtstag der Gleichstellungsstelle in Bad Schwartau im kommenden Jahr. Und bis dahin stellt Tanja Gorodiski neben Workshops zu unterschiedlichen Themen wie Frau und Beruf oder Selbstbewusstes Auftreten auch wieder einen Selbstverteidigungskursus auf die Beine. Besonderheit dieses Mal: „Der Trainer wird einen unkaputtbaren Schirm vorstellen und zeigen, wie man sich mit dem verteidigen kann.“ Im kommenden Jahr soll dann ein Selbstverteidigungskursus in realer Umgebung statt in der geschützten Turnhalle stattfinden, zum Beispiel in einem Park. „Da gilt es aber viel zu berücksichtigen“, sagt Tanja Gorodiski, für die zuvor aber noch ein anderes Projekt ansteht: Sie bekommt ein neues Büro im Rathaus, das die Frauen, die sich von ihr beraten lassen, diskret erreichen und verlassen können. Im November soll sie umziehen.

Ilka Mertz

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