Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Prozess: Ehefrau bereitete Trennung vor
Lokales Bad Schwartau Prozess: Ehefrau bereitete Trennung vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 25.07.2018
Bad Schwartau/Lübeck

Gepackt haben soll diese Tasche die Ehefrau (44) des Angeklagten Rüdiger Z. (50, Namen geändert), der bereits am ersten Verhandlungstag gestanden hat, seine Ehefrau nach einem Streit mit einem Kaffeebecher bewusstlos geschlagen und dann mit einem Küchenmesser mehrfach auf sie eingestochen zu haben. Der Angeklagte selbst hat in einer Erklärung zu Prozessbeginn seine Tat als „bestialisch“

beschrieben. Der damals sechsjährige Sohn war Augenzeuge des Verbrechens.

Die Aussagen einiger Zeugen im bisherigen Prozess deuten darauf hin, dass die Ehe von Rüdiger Z. und seiner Frau Ende 2017 in einer akuten Krise gewesen sein muss. Und der Inhalt der gelben Tasche, den eine Kriminalbeamtin analysiert und gestern als Zeugin erklärt hat, lasse für das Gericht den Schluss zu, dass die Ärztin Vorkehrungen für eine mögliche Trennung von dem studierten Anlagen- und Betriebstechniker getroffen habe, so der Vorsitzende Richter Christian Singelmann.

Umfassende Papiere über das vorhandene Vermögen, die Einkommensverhältnisse, Rentenpunkte, Bescheinigungen über den psychischen Zustand von Rüdiger Z., der in der Vergangenheit wegen Depressionen in Behandlung war, und handschriftliche Notizen über herablassende Äußerungen von Z. waren in der Tasche. Christian Singelmann verliest stichpunktartig einige Aufzeichnungen von Marita Z. über ihren Mann: „Keine gemeinsamen Aktivitäten, er hat keine sozialen Bindungen, Kontaktabbruch zu seinen 16 und 18 Jahre alten Kindern aus erster Ehe, kein gemeinsamer Urlaub, er macht mich vor unserem Sohn schlecht.“

Rüdiger Z. nimmt alles regungslos zur Kenntnis. Auch als die Schriftstücke zur Sprache kommen, die belegen, dass Marita Z. ihrem Mann ab Herbst 2017 nach und nach die Vollmachten für sämtliche ihrer Konten entzogen hatte. Marita Z. hatte rund ein Dutzend Konten bei verschiedenen Banken und auch Schließfächer. Das Gesamtvermögen wird auf rund 150000 Euro beziffert, darunter Gold im Wert von rund 60000 Euro und 60 Kilogramm Silber.

Rüdiger Z. wirkt einerseits nach außen hin kühl, emotionslos und seltsam nüchtern als Hauptperson bei dieser Bluttat. Blickkontakt zu anderen Personen im Gerichtssaal meidet er. Stattdessen verfolgt er hoch konzentriert die Beweisführung in den Aktenordnern auf seinem Tisch. Auf die Nachfragen von Richter Singelmann antwortet er sofort, präzise und knapp. Unter anderem räumt Z. ein, dass der handgeschriebene Zettel, den er am 17. Dezember nach der Tat für seine Mutter geschrieben hat, von ihm ist. Und Z. bestätigt auch, dass seine Mutter die Notizen auf diesem Zettel – Hinweise und Namen zu Marita Z.s Vermögenskonten – wegen der besseren Lesbarkeit noch einmal selbst aufgeschrieben habe.

Die zweite Zeugin, ebenfalls Kripobeamtin, schildert die Ergebnisse der Analyse von Z.s Internetaktivitäten in den Wochen vor der Tat. Demnach habe sich dieser Immobilien-Angebote angesehen und recherchiert zum Thema „Getrennt leben im gemeinsamen Haus“.

Wenige Wochen vor der Tat am dritten Advent 2017 habe Rüdiger Z. an seine Mutter 12000 Euro in zwei Tranchen überwiesen – die zweite sechs Tage vor der Tat.

Rechtsanwältin Brigitta Brunner, die den inzwischen siebenjährigen Sohn, der aktuell bei Z.s Mutter in Hamburg lebt, als Nebenkläger vertritt, fordert, dass das gesamte vorhandene Vermögen für den Sohn gesichert wird. Keiner widerspricht. So steht es jetzt im Protokoll.

Der Prozess wird am Freitag um 8 Uhr im Landgericht in der Schwartauer Landstraße 9-11 fortgesetzt.

Von Doreen Dankert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wenn es kommt, dann kommt es geballt: Diese Erfahrung mussten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schwartau/ Rensefeld auch am Dienstag machen.

25.07.2018

Sommerzeit ist auch die Zeit der Wespen. Dennoch appelliert die Eckhorster Imkerin Anke Last an die Bürger, nicht in Panik zu verfallen, „denn normalerweise flüchten die vor Menschen“. Zudem weist Anke Last darauf hin, dass Imker grundsätzlich keine Wespennester entfernen.

25.07.2018

Zu einem versuchten Raub ist es am späten Montagabend in der Bad Schwartauer Ringstraße gekommen. Ein Unbekannter Mann forderte von einer 34-Jährigen Schmuck und Geld. Dabei verletzte er sie mit einem spitzen Gegenstand. Die Polizei sucht nach Zeugen.

25.07.2018