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Bad Schwartau Licht-Blicke: Gründer vernetzt Häuser und Plätze
Lokales Bad Schwartau Licht-Blicke: Gründer vernetzt Häuser und Plätze
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09:00 20.01.2019
Kevin Breuer hat einen Plan für die Zukunft: 2015 gründete er seine eigene Elektro-Firma. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Ratekau

 Erst die Firmengründung, dann der Meister und der Bau des neuen Firmensitzes: Kevin Breuer hat innerhalb von drei Jahren drei große Projekte beendet. 2015 gründete er zusammen mit einem Partner die BG Elektrotechnik. Damals dienten noch zwei Garagen in Sereetz als Lager für die Arbeitsmaterialien – zu wenig Platz. „Der Neubau war ein Muss“, sagt Kevin Breuer heute. 2017 wurde eine neue Halle in Ratekau gebaut, im vergangenen Oktober ist die Firma umgezogen. Neben dem Platzmangel gab es für den 28-Jährigen noch einen weiteren Grund sich zu vergrößern. „Ich bin noch relativ jung“, sagt er. „Da wollte ich in etwas investieren und für die Zukunft planen.“ Auf 700 Quadratmetern gibt es nun genug Platz für die Büroräume und Arbeitsmaterialien.

„Der Show-Room muss noch gestaltet werden“, sagt Breuer. Er steht im großzügigen Flur seiner Firma vor einem Schlafzimmer-Modell. Wenn es fertig ist, soll es Kunden später einmal die Möglichkeiten smarter Lichttechnik demonstrieren – damit will sich Breuer von anderen Firmen abheben. Es riecht nach frischer Farbe, die Wände sind noch kahl. Längst ist hier nicht alles fertig: Ein paar kleinere Baustellen in den neuen Räumen gibt es noch. „Aber wir haben viele Aufträge abzuarbeiten“, sagt der Gründer. Da muss die eigene Baustelle noch etwas warten.

Der Gründer

Kevin Breuer ist 28 Jahre alt, verheiratet und seit zwei November Vater. Mit seiner kleinen Familie lebt er in Bad Schwartau. Nach der Ausbildung zum Elektrotechniker arbeite er zwei Jahre als Geselle, bevor er sich 2015 mit der eigenen Firma selbstständig machte.

Eigene Strukturen und Abläufe entwickeln, war das Ziel der Gründung von BG Elektrotechnik. Mit der Spezialisierung auf die Installation von Straßenbeleuchtung und Eventstromversorgung hat Breuer sich einen Zweig gesucht, die nicht von jeder Firma bearbeitet wird.

Zum achten Mal loben die Lübecker Nachrichten den LN-Existenzgründerpreis für mutige Firmengründer aus. Noch bis zum 29. März 2019 können sich Gründer in der Kategorie „Erfolgsgeschichte“, für den LN-Innovations- und Mutmacherpreis und den Nachfolgepreis bewerben. Teilnahmeberechtigt sind volljährige Existenzgründer mit Unternehmen, die nach dem 1. Januar 2015 gegründet wurden und ihren Sitz im Raum Lübeck haben. 5000 Euro gibt es für den Existenzgründerpreis, gestiftet von Juwelier Mahlberg, 3000 Euro für den LN-Innovations- und Mutmacherpreis sowie 3000 Euro für den Nachfolgepreis.

Meisterausbildung und Firmenleiter gleichzeitig

Denn das Handwerk boomt, Kevin Breuer ist zufrieden mit der Auftragslage. Insgesamt elf Mitarbeiter hat er, fünf weitere könnte er noch anstellen. Doch hinter Breuer liegen drei anstrengende Jahre: Nach der Gründung 2015 trennten sich die Wege von ihm und seinem Partner – Breuer musste die Firma alleine weiterführen. Damals war er noch Geselle. Den Betrieb ohne Meister leiten, kam für ihn aber nicht in Frage: „Der Meister musste sein.“ Also begann er 2016 die Ausbildung zum Meister im E-Handwerk – in Vollzeit. Seine Firma leitete Breuer nebenbei. „Ich war nach der Schule noch zwei bis drei Stunden im Büro“, erzählt der 28-Jährige. Aber ohne seine Mitarbeiter und den Rückhalt seiner Familie hätte das nicht funktioniert. „Das hat nur so gut geklappt, weil ich mich auf mein Team verlassen konnte.“ Vor allem sein Vorarbeiter Patrick Sielaff unterstütze den jungen Gründer während dieser Zeit.

Das Vertrauen hat sich gelohnt: Der Betrieb läuft und im November wurde der Jungmeister sogar mit dem Meister-Gründerpreis der Hager-Stiftung ausgezeichnet. „Das ist eine große Auszeichnung für mich“, sagt Breuer. Seine Arbeitszeit verbringt der Firmenchef jedoch nur noch selten auf der Baustelle. Oft wartet der Schreibtisch mit Angeboten und Aufträgen auf ihn. „Ich versuche aber, so oft wie möglich rauszugehen“, sagt er. Zwar sei die Zeit im Büro für die Firma wichtig, aber den Kontakt zum Handwerk möchte er nicht verlieren. „Ich habe manchmal Lust, wieder auf der Baustelle zu stehen.“

Nur noch selten ist Kevin Breuer (vorne) auf der Baustelle: Oft wartet der Schreibtisch auf ihn. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Breites Angebot mit Spezialisierung auf Nischen

Die Elektrofirma ist breit aufgestellt: So kümmert sich die BG Elektrotechnik neben verschiedenen Elektroinstallationen auch um Straßenbeleuchtungen und Event-Stromversorgung. Beispielsweise sorgt die Firma dafür, dass auf der Travemünder und Kieler Woche Buden und Bühnen an den Strom angeschlossen sind. Auch auf Weihnachtsmärkten verlegt Breuers Firma die Kabel. Unter anderem kümmerte sich die BG Elektrotechnik beim Lichternetz auf dem Lübecker Marktplatz um die Anschlüsse. „Das ist für uns natürlich auch Werbung“, sagt Breuer. „Die Event-Stromversorgung ist ein gutes Standbein. Es ist ein Zweig, den nicht jeder macht.“

Jetzt bewerben!

Zum neunten Mal loben die Lübecker Nachrichten einen Preis für mutige Firmengründer aus. Für die Verleihung des LN-Existenzgründerpreises am 8. Mai können Sie sich schon jetzt bewerben. Teilnahmeberechtigt sind volljährige Existenzgründer mit Unternehmen, die nach dem 1. Januar 2015 gegründet wurden und ihren Sitz im LN-Verbreitungsgebiet haben.

5000 Euro gibt es für den Existenzgründerpreis, gestiftet von Juwelier Mahlberg, 3000 Euro für den LN-Innovationsund Mutpreis für eine ungewöhnliche Geschäftsidee. Der LN-Nachfolgepreis (ebenfalls 3000 Euro, gestiftet von der Bockholdt KG) soll einem Unternehmen zugute kommen, das den Generationswechsel auf besonders gelungene Weise bewältigt hat.

Über die Preise entscheidet im Frühjahr eine kompetente Jury. Die Schirmherrschaft des Wettbewerbs hat Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz übernommen.

Die Bewerbungsunterlagen sowie weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.LN-existenzgruenderpreis.de.

Sich auf Nischen zu spezialisieren, war das Ziel von Breuers Gründung: „Ich wollte Führung übernehmen und eigene Strukturen sowie Abläufe entwickeln“, sagt er. Auch auf den Bereich der Hausautomatisierung hat sich der 28-Jährige mit seiner Firma spezialisiert. „Die Zukunft geht dahin“, sagt er. „In zwei Jahren gibt es keinen Neubau mehr, der keine Hausautomatisierung hat.“ Und für die Zukunft möchte Breuer mit seiner Firma gerüstet sein.

Saskia Hassink

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