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Bad Schwartau Ratekau beschließt Forderungen für Hinterlandanbindung
Lokales Bad Schwartau Ratekau beschließt Forderungen für Hinterlandanbindung
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20:10 17.07.2018
Zu schmal und niedrig: Die Bahnüberführung an der Sereetzer Straße entspricht nicht den heutigen Anforderungen. Quelle: Foto: Mertz
Ratekau

In dem Berichtsentwurf der Bahn seien zwar alle Forderungen enthalten, sagte Bürgermeister Thomas Keller im Rahmen der Sitzung am Montag, er sei allerdings überrascht gewesen, „dass seitens der Bahn doch sehr viel bewertet wird“. Er sei davon ausgegangen, dass die Forderungen unkommentiert übernommen würden. Auch seien in dem Papier, das die Bahn gerne bis Ende August dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vorlegen würde, Forderungen enthalten, die ans Land gehen: „Die gehören da gar nicht rein.“

Die Sitzung nutzte der Bürgermeister, um einen Überblick zu geben: „Wo stehen wir mit unseren Forderungen? Was haben wir erreicht? Was nicht?“ Mal abgesehen vom Lärmschutz, der zwar noch nicht endgültig geregelt, aber auf einem guten Weg ist, gibt es in der Gemeinde Ratekau einige heikle Punkte.

Schwierig gestaltet sich die Situation an der Eisenbahnüberführung Sereetzer Straße. Die alte Brücke hat eine Durchfahrtsbreite von 4,20 Meter für Autofahrer, ist 3,80 Meter hoch. Zu schmal, zu niedrig – da sind sich alle einig. Sie muss ohnehin ersetzt werden. Eine neue Planung sieht nun einen Bau mit 6,60 Metern Breite und 4,60 Metern Höhe vor. Geschätzte Kosten: 2,25 Millionen Euro. Das Problem: Bei einem größeren Neubau zahlt nicht die Bahn, auch Ratekau müsste rund 950000 Euro beisteuern. Allerdings kann die Gemeinde nicht sagen, dass sie dann ein Bauwerk in der alten Dimension bevorzugt, da die neue Höhe gesetzlich vorgeschrieben ist. „Wir begrüßen die Vergrößerung, sehen uns aber nicht in der Lage, das zu finanzieren“, so Bürgermeister Thomas Keller, der hofft, dass das Land rund 75 Prozent der Gemeindekosten übernimmt.

Auch an der Blüchereiche ist es eine Kreuzungssituation, die sich kompliziert darstellt. Durch die Verlegung der Bahnstrecke fällt der Bahnübergang im Naherholungsgebiet weg; die Gemeinde (und nach einem Gespräch mit den Landesforsten, denen der Weg gehört, auch die) will die Querung aber gerne erhalten. Nun hat die Bahn ein Brückenbauwerk in die Planung aufgenommen: eine acht Meter hohe Fußgängerüberführung mit Treppen mitten im Wald. „Das ist schlichtweg eine lustige Planung“, sagte Thomas Keller, der eine barrierefreie Unterführung mit Rampe bevorzugt. Der Knackpunkt ist wieder das Geld. Die Brücke soll laut Bahn 450 000 Euro kosten, die Unterführung 1,95 Millionen. „Es ist ein Bauwerk, das 100 Jahre Bestand hat; wir sollten bei der Forderung nach einem Tunnel bleiben“, so Keller, der in fast allen Punkten die Zustimmung der Gemeindevertreter erhielt.

Einzig bei einem Fußgängerweg zum neuen Bahnhof an der Bäderstraße, den Keller vorschlug, um eine Zusammengehörigkeit zum Ortskern zu schaffen, waren die Politiker anderer Meinung. „Die meisten Ratekauer kommen doch auf der Bäderstraße“, sagten Isabel Harling (BFG), Heinz-Klaus Drews (CDU) und Karl-Heinz Georg (SPD) unisono. Kerstin Fischer (BFG) regte an, bei der Maximalforderung – einer Brücke als Abkürzung über die Gleise – zu bleiben: „Wir müssen das Beste für die Gemeinde fordern.“ Bürgermeister Keller sah das anders: „Wir sollten fordern, was für uns wichtig ist. Was wir an Schutzfällen in der gesamten Gemeinde haben, hat die Bahn anderswo auf einem Kilometer.“ Da werde anders diskutiert. Der Wunsch der Gemeindevertreter: Die Forderung nach einer Brücke aufrechterhalten in der Hoffnung, dass der Bund diese bezahlt.

Auch über Ruppersdorf wurde noch gesprochen: Nach aktuellem Stand sei es mit Blick auf die Ortschaft eine Falschaussage, dass kein Ort geteilt wird, betonte Kerstin Fischer. Die Bahn wird aufgefordert, noch mal einen alternativen Trassenverlauf zu überprüfen, um die Anwohner zu schützen.

Insgesamt herrschte große Einigkeit, die Ratekauer Forderungen weiterhin mit Nachdruck gegenüber der Bahn zu vertreten. „Das ist eine gute Grundlage für mich, um in weitere Gespräche zu gehen“, sagte Bürgermeister Thomas Keller.

Von Ilka Mertz

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