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Bad Schwartau Razzia: Hanfplantage im Stockelsdorfer Gewerbegebiet
Lokales Bad Schwartau Razzia: Hanfplantage im Stockelsdorfer Gewerbegebiet
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11:16 14.04.2016
Enormer Stromverbrauch durch Lampen. Der Wert allein der in Geesthacht sichergestellten Pflanzen liegt bei 250000 Euro. Auch in Stockelsdorf wurde mit viel Aufwand Hanf angebaut. Quelle: Fotos: Timo Jann
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Stockelsdorf/ Geesthacht

Großer Erfolg für Hamburgs Polizei nach einem Zufallstreffer durch eine Geesthachter Streifenwagen-Besatzung: Bei einer Razzia an 13 Orten in der Metropolregion wurde am Dienstag und Mittwoch eine Drogenbande zerschlagen, deren Spur bis nach Stockelsdorf führt. Die beiden Hauptverdächtigen, zwei 33 und 36 Jahre alte Hamburger, wurden festgenommen. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Gegen weitere Verdächtige wird ermittelt.

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Rund 60 Beamte waren zeitgleich in 13 Orten in der Metropolregion im Einsatz — Zwei Hauptverdächtige festgenommen — 1500 illegale Pflanzen in Stockelsdorf sichergestellt.

Die 60 Beamten waren am Dienstag über Stunden im Einsatz bei der Razzia an den verschiedenen Orten — unter anderem auch in Stockelsdorf, wo eine Hanfplantage beschlagnahmt worden ist. Bei der Razzia am Dienstagmorgen in Stockelsdorf seien nach LN-Informationen auch Beamte der Stockelsdorfer Polizei in unterstützender Weise für das LKA Hamburg beteiligt gewesen. Der Informant erklärte gegenüber den LN, dass man die Plantage im Hauptort Stockelsdorf ausgehoben hätte. Offenbar hatte die Bande der Drogendealer eine Halle in einem Stockelsdorfer Gewerbegebiet angemietet, um hier — wie an anderen Orten auch — nach professioneller Methode Hanfpflanzen anzubauen. Rund 1500 Pflanzen seien nach LKA-Angaben allein in Stockelsdorf sichergestellt worden. Dabei sei die Stockelsdorfer Anlage, so der LN-Informant, „eher eine kleine Version im Vergleich zu allen anderen in dieser Geschichte“.

Allerdings deute die Tatsache, dass man in der Halle in Stockelsdorf Pflanzen in verschiedenen Wachstumsstadien gefunden habe, darauf hin, dass die Betreiber der Hanfpflanzenproduktion gewusst haben, was sie tun. „Für Eigenverbrauch ist das eindeutig ein bisschen sehr viel“, so der Informant. Festnahmen soll es im Zuge der Razzia aber in Stockelsdorf nicht gegeben haben. Ob die Betreiber dieser Anlage auch aus Stockelsdorf kommen, sei nach LN-Informationen nicht klar.

Ein anderer Fundort einer Hanfplantage war ein früherer Getränkemarkt im Düneberger Gewerbegebiet in Geesthacht. Auch hier erfolgte der Anbau professionell. Die dabei entdeckten Hanfpflanzen hätten als Marihuana einen Wert von 250000 Euro gehabt. Die Drogen wurden von Geesthacht aus wahrscheinlich an Großhändler geliefert, die geernteten Blüten waren bereits in Tüten zu ein oder zwei Kilo verpackt. Verkaufswert pro Kilo: etwa 4000 Euro. „Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Männer Gewinne im Millionenbereich eingefahren haben. Es ist eine der größten Cannabis-Plantagen, die wir je entdeckt haben“, erklärte Holger Vehren, der Sprecher der Hamburger Polizei, gestern.

Zeitgleich waren Beamte des Landeskriminalamtes 62 (Rauschgiftdezernat) Dienstagmorgen an den Orten der geplanten Durchsuchungen vorgefahren. Laut Vehren hatte eine Streifenwagen-Besatzung aus Geesthacht den 36-Jährigen Anfang des Monats zufällig kontrolliert und dabei zwei Kilo Marihuana in seinem Wagen entdeckt. „Damals hatten wir noch keine ausreichenden Haftgründe, aber im Zuge der Ermittlungen, die auch noch andauern, konnten wir dann Zusammenhänge erkennen und unseren Einsatz planen“, so Vehren.

Die Bande hat für ihr verbotenes Geschäft großen Aufwand betrieben. So sorgten sie mit Kernbohrungen durch das Mauerwerk der Rückwand der Immobilie in Düneberg dafür, dass vorne an der Straße den Passanten nicht der markante Geruch der Drogen auffallen konnte. Im Keller hatten sie die Stromanschlussleitung vor dem Zähler angezapft, um sich kostenlos Strom zu besorgen. Für die Aufzucht der Pflanzen benötigt mna nämlich jede Menge Energie. Laut LKA nutzen die Kriminellen gerne Immobilien im Umland von Hamburg für ihre Plantagen. „Die sind ja auch knauserig, und hier bekommt man so eine Immobilie deutlich günstiger gemietet als in Hamburg“, ist eine Erklärung der Beamten für dieses Vorgehen. Aus diesem Grunde ist vermutlich auch die Halle in Stockelsdorf angemietet worden.

Die Ermittler gehen bisher von einer außergewöhnlich guten Qualität der Hanfpflanzen aus.

Ursprung und Wirkung

Hanf, so heißt die das Marihuana liefernde Pflanze, gehört zu den ältesten bekannten Nutz- und Heilpflanzen. In China wurde Hanf bereits im frühen 3. Jahrtausend vor Christus angebaut und für die Herstellung von Kleidern und Seilen verwendet. Seit etwa 2000 v. Chr. wird es auch als Heilmittel eingesetzt. Die Hanfpflanze kam über Indien, den Mittleren und Nahen Osten schließlich nach über Europa. Als Rauschmittel hat sich Cannabis im 19. Jahrhundert etabliert. Seit den 1970er Jahren gilt es nach Alkohol zu der am häufigsten konsumierten Rauschdroge.

Von T. Jann und D. Dankert

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